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Actionthriller „Sicario 2“: Drogen zerstören jegliche Moral

Die Fortsetzung des knallharten Rauschgiftfilms schildert, wie die US-Regierung einen Krieg zwischen den mexikanischen Kartellen anzettelt.
Alejandro (Benicio Del Toro) bekämpft Drogenbosse. Foto: Richard Foreman, Jr. (Studiocanal GmbH) Alejandro (Benicio Del Toro) bekämpft Drogenbosse.

„Sicario 2“ demonstriert, wie Terrorismus, Drogenhandel und Menschenschmuggel nicht mehr auf ein begrenztes Territorium beschränkt sind. Doch der Film erreicht nicht mehr das Niveau und die gestalterische Kraft seines exzellenten Vorgängers „Sicario“, obwohl auch er politische Aussagen zulässt, wie Drehbuchautor Taylor Sheridan sie in seinen Filmen immer wieder macht. Den Drogenhandel sieht er nicht nur als gesellschaftliches, sondern auch als moralisches Problem. „Sicario 2“ hat nun das Glück, zu einem Zeitpunkt in die Kinos zu kommen, in dem die Aufmerksamkeit für Menschenschmuggel durch die Einwanderungsproblematik besonders groß ist. Auch wenn die Stereotypen des Action- und Kriegsfilms die Handlung oft überwuchern, hat „Sicario 2“ großen Wirklichkeitsbezug. Bilder von einem Terroristen, der sich in einem US-Supermarkt in die Luft sprengt, oder eines von Einwanderern bewohnten Hauses im Schlagschatten der Mauer zwischen den USA und Mexiko prägen sich ein.

Im Unterschied zum ersten „Sicario“-Film steht nicht mehr die als moralisches Korrektiv wirkende FBI-Agentin im Mittelpunkt, sondern der mit Gewalt und Folter umgehende CIA-Mann Matt Graver (Josh Brolin), den die US-Regierung immer dann einsetzt, wenn die Mittel normaler Kriegsführung zu versagen drohen. Er besitzt genügend Erfahrung, um die Lektionen, die er in Irak gelernt hat, auch in Mexiko umzusetzen.

Da dem überhandnehmenden Drogen- und Menschenschmuggel nicht mehr beizukommen ist, schlägt Matt seinen Vorgesetzten vor, die mexikanischen Kartelle gegeneinander auszuspielen, damit sie sich selbst dezimieren. Dazu bedient er sich eines „alten Bekannten“ aus dem ersten „Sicario“-Film: Alejandro (Benicio Del Toro) scheint der richtige Mann für diese Aufgabe zu sein, weil er seine eigene Familie durch die Aktionen eines Kartellchefs verloren hat. Dessen minderjährige Tochter Isabel (hervorragend gespielt von Isabela Moner) wird zum Objekt eines sorgsam eingefädelten Kriegs zwischen rivalisierenden Kartellen. Isabels Schicksal und das bittere Los eines anderen Teenagers, der Angehörige auf beiden Seiten der Grenze hat, verschaffen dem Film einen humanitären Unterbau.

Regisseur Stefano Sollima, bekannt geworden durch die düstere italienische Mafia-Serie „Gomorrah“, ist kein Denis Villeneuve, und so kommt „Sicario 2“ in der Machart nicht an den Vorgängerfilm heran. Sollima beherrscht zwar durchaus sein Handwerk, aber ihm fehlt jener Sinn für Abstraktion und Überhöhung, der dem ersten Film nahezu symbolische Qualitäten verlieh. Obwohl Sheridans Drehbuch etliche Ansätze zur Vertiefung der Handlung liefert, inszeniert Sollima allzu oft nur Vordergründiges, ohne die tragischen Konsequenzen für die Gesellschaft als Ganzes auszuloten. Schwach

In diesen Kinos

Frankfurt: Berger (D+OmU), Cinestar, Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+E). Limburg: Cineplex.
Offenbach: Cinemaxx. Hanau:
Kinopolis. Mainz: Cinestar

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