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Komödie „Swimming with Men“: Ein Buchhalter planscht nach Herzenslust

Von Regisseur Oliver Parker zeigt eine Gruppe von Männern, die ihre Hoffnung auf Glück noch nicht aufgegeben haben und sich ins Wasser stürzen.
Buchhalter Eric (Rob Brydon) und seine Sportsfreunde sind bestens vorbereitet für das gemeinsame Schwimmen und sehen es  als Ausdruck von Teamgeist und Lebenssinn. Foto: Alex Bailey (Alamode Film) Buchhalter Eric (Rob Brydon) und seine Sportsfreunde sind bestens vorbereitet für das gemeinsame Schwimmen und sehen es als Ausdruck von Teamgeist und Lebenssinn.

Ein sorgfältiger Buchhalter in einer großen Bank zu sein, bedeutet immerwährende Langeweile. Zumindest gewinnt man diesen Eindruck, wenn man Eric (Rob Brydon) beim Leben zuschaut. Für seine Arbeit kann der Familienvater nicht mehr die geringste Leidenschaft entwickeln. Alles wiederholt sich. Diese Routine raubt ihm jedweden Elan. Seine Frau Heather (Jane Horrocks) fragt sich sogar, ob er sie noch liebe. Ihre Karriere geht steil nach oben. Das Einzige, was in Erics Tristesse etwas Abwechslung bringt, sind seine Besuche im Hallenbad. Dort findet er die Ruhe, die er sucht, und eine Gruppe von Männern, die einen seltenen Sport betreiben: Synchronschwimmen. Schnell ist Eric das achte Mitglied des Vereins, dessen erste Regel lautet: „Niemand redet über den Schwimmclub“. Aber so geheim können dessen Mitglieder ihn dann doch nicht halten. Schließlich wollen die Hobby-Sportler an der Weltmeisterschaft im Synchronschwimmen in Mailand teilnehmen. Mit der hübschen Susan (Charlotte Riley) haben sie bald eine engagierte Trainerin gefunden. Der Ehrgeiz wächst. Man könnte in Italien glänzen. Leicht wird der Weg dorthin jedoch nicht. Schließlich plagen jeden der Synchronschwimmer Ängste. Nicht nur die, in der Badehose beim Wasserballett zu versagen . . .

Freude am Sport

Der britische Regisseur Oliver Parker zeigt in seiner Komödie keineswegs geborene Gewinner. Das erkennt man schnell, wenn sie im Wasser planschen. In „Swimming With Men“ wirkt kein Körper besonders muskulös oder wohlgeformt. Hier regiert der Durchschnitt. So verwundert es auch kaum, wenn einer der Antihelden sagt, das Synchronschwimmen ist „Protest gegen die Sinnlosigkeit des Lebens“, und ein anderer ergänzt, „und das, was aus uns geworden ist“. Keine Frage, obwohl der Drehbuchautor Aschlin Ditta vor allem die Blicke auf Eric lenkt, zeichnet er dessen Sportsfreunde (ein Landwirt, ein Arzt, ein Maurer, ein Kleinkrimineller) mit liebevoller Sorgfalt als gebeutelte, aber nicht hoffnungslose Figuren. Für die Darsteller ist dies ein Fest. In vielen Gesten erkennt man, welch enormen Spaß sie beim Spielen hatten. Nicht temporeich ist die Handlung inszeniert, sondern in einer angenehmen Geschwindigkeit, in der sämtliche Pointen zünden und nachklingen können. So ist der in „Swimming With Men“ gefeierte Humor ein feinfühliger, anspruchsvoller. Durch ihn rücken all die Charaktere mit ihren verschiedenen Schicksalen nah an den Zuschauer im Kino heran.

Dasein im Team

Das dies eher unaufdringlich geschieht, mag zu großen Teilen an den sorgfältig komponierten und aussagestarken Bildern des Kameramanns David Raedeker liegen. In ihnen wird auf charmante Art deutlich, dass sich Männer nicht wegen ihrer Lässigkeit oder Stärke einigen Respekt verdienen, sondern wegen Herzensbildung und Teamgeist. Letzteres braucht man nicht nur für das Synchronschwimmen. Eine Sportart, die von Männern für Männer erfunden wurde und die Frauen zunächst nicht ausüben durften. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinema (D+OmU),
Metropolis (E), Harmonie (OmU)

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