E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 21°C

„The Killing of a sacred Deer“: Ein Fluch liegt über der Familie

Von Colin Farrell spielt den Herzspezialisten, der nach einem ärztlichen Kunstfehler von dem Sohn des verstorbenen Patienten bedroht wird.
Die Augenärztin Anna (Nicole Kidman) muss um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder fürchten. Ihr Mann soll als Sühne für einen Operationsfehler ein Mitglied seiner Familie töten. Die Augenärztin Anna (Nicole Kidman) muss um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder fürchten. Ihr Mann soll als Sühne für einen Operationsfehler ein Mitglied seiner Familie töten.

Wie weit geht ein Mensch, um das Leben seiner Lieben zu retten? Der Chirurg Steven Murphy (Colin Farell) wird vor eine schwere Prüfung gestellt. Dem beschaulichen Alltag mit Ehefrau Anna (Nicole Kidman), einer Augenärztin, und den mustergültigen Kindern Kim (Raffey Cassidy) und Bob (Sunny Suljic) droht die Zerstörung, als sich der Sohn eines Patienten rächen will. Martin (Barry Keoghan) gibt Doktor Murphy die Schuld, dass sein Vater auf dem Operationstisch gestorben ist, weil der Herzspezialist vorher zu tief ins Glas geschaut hatte. Also verhängt der Junge einen Fluch über die Murphys, der sie nacheinander umbringen wird – es sei denn, Steven tötet freiwillig ein Mitglied seiner Familie.

Geheimnisvolles Leiden

Bald plagt den Papa die Qual der Wahl. Sein kleiner Sohn ist bereits an einem geheimnisvollen Leiden erkrankt, das seine Beine lähmt und die Nahrungsaufnahme unmöglich macht. Die Grundidee des Films entstammt der griechischen Sagenwelt. König Agamemnon hatte die Götter beleidigt, die daraufhin den Wind einstellten. Agamemnon sah sich gezwungen, seine Tochter Iphigenie zu opfern, um die Götter gnädig zu stimmen und damit den Wind für seine Schiffe wieder zu entfachen. Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos („The Lobster“) hat daraus einen Zwitter aus Horrorthriller und Familiensatire gefertigt, der trotz des interessanten Stoffes jedwede Spannung vermissen lässt. Das Geschehen beginnt mit einer Herzoperation und hätte selbst dringend einen Schrittmacher nötig, derart monoton schleppt es sich über zwei Stunden dahin. Steckt dahinter die Absicht, das Publikum einzuschläfern, damit es den mangelnden Sinngehalt nicht weiter hinterfragt?

Mit keiner Silbe wird erläutert, wie es Martin gelingt, die Gesundheit der immer kränker werdenden Murphys zu manipulieren. Besitzt er übermenschliche Kräfte? Wenn ja, warum hat er dann diese Fähigkeiten nicht eingesetzt, um seinen Vater zu retten? Wieso verschwendet er über fünfzig Filmminuten damit, den Doktor mit seiner liebesbedürftigen Mutter (Alicia Silverstone) zu verkuppeln? Und warum sprechen alle Charaktere, bis auf Martin, ihre Sätze so unnatürlich wie Roboter? Yorgos Lanthimos hat bereits erklärt, dass er diesen Sprechstil für durchaus wirklichkeitsnah erachte.

Hang zum Übersinnlichen

Der Filmemacher ist bekannt für seinen Hang zum Surrealen, was aber nicht zwangsläufig Unlogik bedeuten müsste. Sogar die ansonsten versierte Nicole Kidman stapft in „The Killing of a sacred Deer“ (auf Deutsch etwa: Das Schlachten einer heiligen Kuh) mit starrem Gesichtsausdruck durch die Kulissen, als wisse sie nicht, worum es eigentlich geht. Einziger Lichtblick im Geschehen ist Barry Keoghan als sinistrer Teenager. Seine Ausstrahlung, ebenso furchterregend wie faszinierend, trägt das misslungene Schauerstück über weite Strecken. Gänzlich retten kann es der hochtalentierte Jungdarsteller aber nicht. Schwach

In diesen Kinos

Frankfurt: Harmonie, D+OmU, Mal seh’n, OmU

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen