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Tragikomödie „Norman“: Ein Geschäftsmann gerät in die Weltpolitik

Der Film des israelischen Regisseurs Joseph Cedar verbindet Geld und Macht – und legt zwischen dem einen und dem anderen viele Fallstricke aus.
Norman Oppenheimer (Richard Gere, rechts) pflegt geschäftliche Beziehungen mit dem israelischen Premierminister Micha Eshel (Lior Ashkenazi, Mitte). Neffe Philip Cohen (Michael Sheen) ist dabei. Foto: - (Sony Pictures) Norman Oppenheimer (Richard Gere, rechts) pflegt geschäftliche Beziehungen mit dem israelischen Premierminister Micha Eshel (Lior Ashkenazi, Mitte). Neffe Philip Cohen (Michael Sheen) ist dabei.

Norman Oppenheimer geht einem mächtig auf die Nerven. Aber zugleich hat man Mitleid mit dem Möchtegern-Geschäftsmann, der sich ständig anbiedert. Ist er ein Betrüger oder nur ein geltungssüchtiger Schwätzer, der als selbsternannter Macher wichtige Leute für große Deals zusammenbringen will? „Norman“ ist eine vielschichtige Tragikomödie mit Richard Gere als jüdischem „Fixer“ in New York perfekt besetzt.

In dieser unglamourösen Rolle meistert der 68-Jährige („Pretty Woman“) eine Gratwanderung. Er verwandelt sich völlig in diesen seltsamen Kauz, der mit Kamelhaarmantel, Tweed-Kappe und Telefonstöpseln in den Ohren durch die Straßen von Manhattan läuft. Ständig auf der Pirsch nach wichtigen Kontakten, von der Idee besessen, einen großen Coup zu landen. Der Filmuntertitel „Der bescheidene Aufstieg und tragische Fall eines New Yorker Geschäftsmanns“ verrät schon: Es nimmt kein gutes Ende. Doch zuvor gelingt Norman ein vermeintlich großer Erfolg. Er lernt den Nachwuchspolitiker Micha Eshel aus Israel kennen, den er mit einem sündhaft teuren Geschenk umwirbt – ein paar Schuhe für fast 1200 Dollar. Das zahlt sich wenige Jahre später aus, als Eshel Premierminister ist. Sein spendabler Freund aus New York hat plötzlich die Aussicht auf weitere Geschäfte.

Bestechlichkeit überall

„Norman“ ist der erste englischsprachige Film des israelischen Regisseurs Joseph Cedar, bekannt geworden mit seinem Kriegsfilm „Beaufort“ sowie der Vater-Sohn-Komödie „Footnote“. Deren Hauptdarsteller Lior Ashkenazi glänzt nun in der Rolle des bestechlichen Politikers Micha Eshel. Überhaupt holt Cedar aus seinem internationalen Ensemble ein starke Leistung heraus. Charlotte Gainsbourg ist eine Anwältin für Bestechungsfälle. Steve Buscemi überzeugt als Rabbi, der verzweifelt auf Normans Hilfe setzt. Auch Oppenheimers Neffe (Michael Sheen) klammert sich an die Hoffnung, seinem Onkel gelinge das große Geschäft.

Die skurrilen Charaktere mir ihren Neurosen und kleinen Fehlern könnte sich auch Woody Allen ausgedacht haben. Außer auf Witz setzt Cedar aber auch auf Gefühl. Normans Einsamkeit und sein verzweifeltes Geltungsbedürfnis gehen unter die Haut. Die Art und Weise, in der Richard Gere das spielt, zeigt, wie sich das darstellerische Können des Hollywood-Stars zusehends erweitert. Schon in „Time out of Mind“ verkörperte er einen Mann, der in New York langsam in die Obdachlosigkeit abgleitet.

Gesellschaftlicher Abstieg

Regisseur Oren Moverman setzte Gere dann erneut in dem Gesellschaftsdrama „Dinner“ (2017) ein. Darin brillierte Gere als Kongressabgeordneter, der in einen Gewissenskonflikt gerät, weil sein Sohn in einen möglichen Mordfall verwickelt ist. In seiner Rolle als Norman glaubt man Gere nun aufs Wort, dass er sich für einen gewieften Macher hält, der nicht untergeht. „Ich bin ein guter Schwimmer“, redet er sich ein, obwohl er längst riskiert, unterzugehen. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: E-Kinos. Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex

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