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Videospielverfilmung „Assassin’s Creed“: Ein Mann kehrt zurück ins spanische Mittelalter

In der Videospielverfilmung „Assassin’s Creed“ durch Justin Kurzel verkörpert Michael Fassbender einen Mörder, der das Schicksal seiner Vorfahren neu durchleben muss.
Callum Lynch (Michael Fassbender) als Opfer der Forscher. Foto: Ubisoft Motion Pictures (Twentieth Century Fox/Ubisoft Mo) Callum Lynch (Michael Fassbender) als Opfer der Forscher.

Er ist der Mann für die besonderen Rollen: Michael Fassbender wagte sich als Sexsüchtiger in „Shame“ an Tabugrenzen, kämpfte als Comic-Held in „X-Men“, verkörperte das Computer-Genie Steve Jobs und vergoss viel Kunstblut in der Shakespeare-Adaption „Macbeth“. Jetzt spielt der in Heidelberg geborene Deutsch-Ire in der visuell anspruchsvollen Videospiel-Verfilmung „Assassin’s Creed“ den zum Tode verurteilten Mörder Callum Lynch.

Der gerät in die Fänge einer obskuren Templer-Organisation und wird in einem Forschungslabor auf Zeitreisen zurück ins Mittelalter geschickt: Der finstere Generaldirektor Alan Rikkin (Jeremy Irons) lässt sein Versuchsobjekt Lynch mittels einer DNS-Erinnerungs-Technologie die Abenteuer seines Vorfahren Aguilar im Spanien des 15. Jahrhunderts erleben. Rikkin und seiner ehrgeizigen Tochter Sophia (Marion Cotillard) geht es darum, den Willen des Menschen zu steuern.

Mit Logik oder Plausibilität kommt man in diesem Film nicht weit, aber die irren, bisweilen wirren Zeitreisen des düsteren Helden Lynch sind vom Computerspiel direkt auf die Leinwand übertragen. Allerdings erschöpfen sich die Trips ins mittelalterliche Andalusien zumeist in ausgedehnten Kampfszenen, in denen sich die Kombattanten mit dem blanken Messer massakrieren, umgeben von wabernden Nebeln, Hexenverbrennungen und Blutströmen. Aber die Gegenwart ist auch nicht viel besser: Da ist der Protagonist als Gefangener in den keimfreien, kafkaesk anmutenden Versuchslaboren größenwahnsinniger Wissenschaftler zu erleben.

Regisseur Justin Kurzel („Macbeth“) hat viel reingepackt in dieses visuell durchaus packende 3D-Abenteuer. Dass die Charaktere aus der Videospiel-Serie flach wie ein Computerbildschirm bleiben, kann man dem Film kaum vorwerfen. Mit der Wuchtigkeit von Shakespeares Figuren können sie nun mal nicht konkurrieren. Obwohl Michael Fassbender das Zeug dazu hätte und Jeremy Irons überzeugend die graue Eminenz im Hintergrund verkörpert, einen Wissenschaftler und Geschäftsmann, der für seine finsteren Ziele über Leichen geht. Marion Cotillard („La vie en rose“) spielt die ehrgeizige Tochter, die aber noch Spuren von Moral in sich trägt. Manchmal glaubt man, sie hätte sich ein wenig in den unglücklichen Zeitreisenden Lynch verliebt. Aber romantische Szenen sucht man in dieser atemlosen Materialschlacht vergebens. Schließlich ist es wieder Michael Fassbender, dem es selbst in dieser eindimensionalen Videospiel-Verfilmung gelingt, eine zutiefst zerrissene Figur faszinierend darzustellen. Annehmbar

 

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos, Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Offenbach: Cinemaxx.
Hanau: Kinopolis. Mainz: Cinestar

 

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