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"Saisonstart" der Frankfurter Galerien: Ein Wochenende für die Moderne

Am kommenden Freitag beginnt der dreitägige Start der Frankfurter Galerien in die Herbstsaison. Erstmals dabei sind auch Galerien außerhalb des Verbundes sowie einige Museen.
Die aus Kalifornien stammende Künstlerin Ellen Akimoto stellt ihr großformatiges Gemälde „Kiss“ in der Galerie Rothamel aus. Die aus Kalifornien stammende Künstlerin Ellen Akimoto stellt ihr großformatiges Gemälde „Kiss“ in der Galerie Rothamel aus.

Das ist eine famose, aber auch längst überfällige Idee. Endlich ist der alljährliche „Saisonstart“ in den Herbst für alle Galerien, Kunsthandlungen und nichtkommerzielle Off-Spaces geöffnet. Nicht jeder will sich nun mal an die „Interessengemeinschaft Galerien in Frankfurt“ binden, kurz „IG Galerien“ genannt. Sie hat 31 Mitglieder, aber es gibt weit mehr Galerien und private Kunstinstitute in Frankfurt. Die können nun auch teilnehmen beim nunmehr 23. Kunstwochenende, wenn sie Interesse haben, eine Ausstellung anbieten und einen kleinen Obolus entrichten.

Zu verdanken ist die Öffnung dem neuen Organisationsteam um Frank Landau, Kirsten Leuenroth, Philipp Pflug und Ralf Seinecke. Sie sind alle selbst IG-Mitglieder, fanden aber das bisherige Angebot zu eingefahren und wollten „eine Brücke schlagen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern“, so Seinecke. Für den Kunstfreund ist das ein Gewinn. Er kann vom 8. bis 10. September erstmals einen recht umfassenden, wenn auch nicht ganz kompletten Überblick über die hiesige Kunstszene erhalten mit 55 Teilnehmern – so vielen wie nie.

Schwellenangst nehmen

Darunter sind 29 IG-Mitglieder, acht weitere Galerien und 15 Ausstellungsorte wie Atelier Frankfurt, das Art-Foyer der DZ-Bank, das Fotografie-Forum, der Kunstverein Familie Montez oder die Weißfrauen-Diakoniekirche. Abgerundet wird das von drei Museen, die sich mit moderner Kunst befassen: MMK, Städel und Schirn. Auftakt ist am Freitag von 18 bis 22 Uhr, am Samstag und Sonntag ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ein „Wochenende der Gegenwartskunst“ versprechen Kirsten Leuenroth und Ralf Seinecke, das im nächsten Jahr noch mehr Teilnehmer und ein größeres Angebot für Besucher haben soll.

Allemal zu empfehlen ist die Teilnahme an den zahlreichen kostenlosen Führungen am Samstag und Sonntag. Sie sollen „die Schwellenangst nehmen: „Kaufen muss niemand etwas, verstehen soll jeder etwas“, meint Kirsten Leuenroth. Es gibt zwölf deutschsprachige Führungen, dazu kommen zwei Fahrradtouren und zwei Touren für Freunde von Twitter & Co., die ihre Eindrücke mit der Netzgemeinde teilen wollen. Zudem gibt es 18 englischsprachige Führungen, die meist kürzer sind oder sich auf eine Galerie beschränken. Der wachsenden Internationalität der Stadt wird damit gut Rechnung getragen. Auch Kirsten Leuenroth in der Fahrgasse, sonst auf die Neue Leipziger Schule konzentriert, macht jetzt eine Ausnahme mit dem italienischstämmigen US-Amerikaner Fedele Spadafora. Der malt unscheinbare, wie beiläufig entstandene Motive mit einem gewissen Pfiff. Und nebenan bei Rothamel ist Ellen Akimoto aus Kalifornien zu Gast mit fantasievollen Gemälden. Markus Fräger hingegen widmet sich in seinen Bildern ganz den Menschen, die er gut kennt, wie Mühlfeld + Stohrer zeigen.

Die Malerei scheint also nach wie vor den Ton anzugeben beim Rundgang durch die Galerien. Allemal sehenswert ist aber auch die Schau über den 1990 verstorbenen Bildhauer Rudolf Alexander Agricola in der Galerie Hanna Bekker vom Rath. Der Künstler hatte bei Gerhard Marcks in Halle und bei Richard Scheibe an der Städelschule studiert und war dem klassischen Figurenideal verpflichtet. Nach 1945 durchlebte Agricola bittere Jahre, bis er im nahen Kronberg endlich wieder arbeiten konnte.

Faible für Zeichnungen

Dem gebürtigen Frankfurter Norbert Thomas ist zum 70. Geburtstag eine Doppelschau gewidmet bei Jörg Schuhmacher und seiner Nachbarin Monika Hermann-Simsch. Sie ist zwar kein IG-Mitglied, kann aber jetzt mitmachen beim Rückblick auf das Werk des Vertreters der konkreten Kunst. Fünf Jahre älter wird der Chemnitzer Michael Morgner und entsprechend vom Kunst-Raum Bernusstraße gewürdigt mit einer Auswahl seiner Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen.

Bei Hübner & Hübner dreht sich in einer Gruppenschau alles um Frankfurt, die Architektur, die Museen und den Main bis hin zu ironischen Anspielungen, die nicht immer sofort einleuchten. Wer hingegen ein Faible für Zeichnungen hat, sollte unbedingt die 20 ausgewählten Positionen bei Kim Behm anschauen.

Und die Galerie „Rundgaenger“ von Daniel Schierke und Ralf Seinecke stellt das Werk des gebürtigen Bonners Arno Beck vor, der mit aufwendigen Holzdrucken arbeitet oder mit der Schreibmaschine auf ein besonderes Grafikpapier „zeichnet“.

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