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Liebesfilm: Ein ziemlich sonderbares Paar

Von Der Engländer Dominik Cooke hat Ian McEwans Roman „Am Strand“ verfilmt, über ein junges Paar, das nur 6 Stunden verheiratet war. Mit Saoirse Ronan und Billy Howle.
Florence Ponting (Saoirse Ronan, l.) und Edward Mayhew (Billy Howle) turteln und spinnen zarte Bande. Foto: - (Prokino) Florence Ponting (Saoirse Ronan, l.) und Edward Mayhew (Billy Howle) turteln und spinnen zarte Bande.

Vieles war Anfang der 60er Jahren so, wie man es sich mittlerweile nur noch schwer vorstellen kann. Vor allem in Oxford. Die Studentinnen gingen in knielangen Kattunkleidern in die Vorlesungen, die Studenten in Anzügen, oder dem, was sie dafür hielten. Junge Paare spazierten händchenhaltend durch die Parks und achteten darauf, dass sie mit ihrem Paarverhalten keinen sittlichen Anstoß erregten.

Aus dieser Zeit und aus diesem Oxford stammt Ian McEwans Roman „Am Strand“, den sein englischer Landsmann Dominik Cooke jetzt verfilmt hat. Es ist eine unglückliche Liebesgeschichte, die sich allein aus den damaligen Verhältnissen verstehen lässt. Florence (Saoirse Ronan) und Edward (Billy Howle) bleiben „nur 6 Stunden verheiratet“. Dann ist ihre Ehe am Ende. Die Hochzeitsnacht in einem Hotel in Dorset war eine Katastrophe, eine unangemessene Aufdringlichkeit aus Sicht der höheren Tochter und eine demütigende Zurückweisung für den Sohn aus Arbeiterkreisen. Trotz aller Zuneigung und gemeinsamer Interessen sind Florence als Geigerin und Edward als angehender Schriftsteller nun nicht mehr fähig, wieder zueinander zu finden.

Die Besonderheit dieser Beziehung verstärkt sich noch durch die Selbstbezogenheit ihrer Verfilmung. Zwar gibt es unter der Regie von Dominik Cooke Andeutungen, wie es zu der seelisch-sexuellen Verklemmung zwischen den beiden jungen Eheleuten gekommen sein könnte, aber es bleibt auch vieles unaufgeklärt. Denn so streng die frühen 60er Jahre im Vergleich zur heutigen sexuellen Freiheit erscheinen mögen, waren sie beileibe nicht so prüde, wie von denen, die sie nicht erlebt haben, oft behauptet wird. Rock ’n’ Roll und Ausgelassenheit waren weit verbreitet, und wiewohl das gesellschaftliche Gebot für Mädchen, jungfräulich in die Ehe zu gehen, noch gängig war, fanden die meisten Möglichkeiten, es zu unterlaufen oder mit ihm zurechtzukommen. Und so wirkt die Schauspielerin Saoirse Ronan, die gerade als „Lady Bird“ in einem ebenfalls eigenwilligen, aber originelleren Film zu sehen war, zusammen mit Billy Howle doch sonderbar als Sonderpaar. Schwach

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Frankfurt: Cinema D + OmU

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