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"Battle of the Sexes": Eine Frau besiegt einen Mann

Von Der Film des amerikanischen Regiepaars Dayton und Faris erzählt, wie Billie Jean King im Kampf um Gleichberechtigung 1973 gegen Boby Riggs antrat.
Billie J. King (Emma Stone) spielt gegen einen Mann. Billie J. King (Emma Stone) spielt gegen einen Mann.

Der Kampf der Geschlechter wird vielleicht erst entschieden sein, wenn sich der Unterschied zwischen Mann und Frau in einem einzigen Geschlecht aufgelöst hat und der Mensch zum Unisex-Wesen geworden ist. Schon im alten Griechenland tobte die Schlacht um die Macht. Man denke an den Liebesstreik der Heeresauflöserin Lysistrata, den der antike Dichter Aristophanes beschrieb. Seither ist der Kampf um die weibliche Gleichberechtigung Schritt für Schritt weitergegangen, mit neuem Schub im 20. Jahrhundert. Die männliche Muskelkraft hatte mittlerweile durch die Maschinisierung an Bedeutung verloren. Es kam nun immer mehr auf die Kopfarbeit an. Frauen konnten jetzt eigenes Geld verdienen. Und so erhielten auch sie das allgemeine Wahlrecht für Gewerkschaften und Parteien sowie die Möglichkeit zur Berufstätigkeit ohne Erlaubnis des Ehemanns. Raus aus dem Haus und der Rolle der Hausfrau, hieß es dann in den 70ern, auf einem der bislang letzten Abschnitte des Weges zur restlosen Emanzipation.

In diese Zeit fielen die ersten sportlichen Erfolge der amerikanischen Tennisspielerin Billie Jean King, die gestern 74 Jahre alt geworden ist und jetzt in New York lebt. Die Wimbledon-Siegerin störte sich in jungen Jahren daran, dass männlichen Spielern bei den US-Open-Meisterschaften ein höheres Preisgeld ausgezahlt wurde – besserer Lohn für gleiche Arbeit sozusagen. Folglich forderte die Platzkämpferin für sich und alle anderen Frauen eine ebenbürtige Summe.

Sture Funktionäre

Wie sich das abspielte, erzählt das amerikanische Regiepaar Jonathan Dayton und Valerie Faris („Little Miss Sunshine“) gewissenhaft, aber ohne größere Eindringlichkeit. Auch Hauptdarstellerin Emma Stone („La La Land“), hier ausgestattet mit dunkelgetönten mittellangen Haaren und Brille, bleibt sehr zurückhaltend, nahezu starr, in ihrem Auftreten. Fast wirkt es ein wenig müßig, wie hier daran erinnert wird, dass eine Ballsportlerin vor knapp 45 Jahren einem sturen Verbandspräsidenten erklärte, Frauen hätten nicht zwangsläufig das geringere Durchhaltevermögen und weniger publikumswirksame Angriffslust. Zum Beweis fand sich Billie Jean King schließlich bereit, gegen einen Mann anzutreten, den früheren Tennis-Champion Boby Riggs.

Lesbische Liebe

Der berüchtigte Zocker wird im Laufe der Handlung durch die leicht komödiantische Charakterisierung von Steve Carell zur deutlich schillernderen Figur in der „Battle of the Sexes“. Zwar hat der wettsüchtige nur die kaputte Ehe mit einer Unternehmerin zu bewältigen, während die verheiratete Billie die lesbische Beziehung mit ihrer Friseurin verheimlichen muss. Ein ziemliches Potenzial für ein Kinowerk aus einer Epoche, in der Homosexualität noch das Aus der Karriere bedeuten konnte. Doch weder aus diesem heiklen Umstand, noch aus der Tennis-„Schlacht“ an sich gewinnt der Film größeren Reiz. Ihm fehlt ein besonderer, ins Heute herüberlangender Zugriff auf sein Thema. In der Tennissprache: ein raffinierterer Schlag. Annehmbar

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