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Eine Nacht in Monte Carlo

Von Max Raabe und das Palastorchester sorgten mit dem Programm "Küssen kann man nicht alleine" für Nostalgie pur in Frankfurts Alter Oper.
Max Raabe. Foto: dpa Max Raabe. Foto: dpa
Frankfurt. 

Wenn man ein Konzert von Max Raabe hinter sich hat, neigt man doch immer wieder dazu, den Satz: "Früher war alles besser" wie ein Mantra vor sich her zu beten. Denn der pomadige Meister-Entertainer versteht es halt immer wieder, einen in die Zeiten der goldenen zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zu versetzen, auch wenn das titelgebende Stück ein wenig moderner wirkt. Begleitet von seinem bewährten Ensemble, dessen Musiker brav hinter ihren Notenpulten sitzen und dezent, aber stimmungsvoll illuminiert werden, singt Raabe leicht näselnd und ein wenig der Welt entrückt von einer "Nacht in Monte Carlo" und denkt dabei an "Lili die ganze Nacht". "Liebe ohne Liebe" gibt es nicht in seiner heilen Welt, und dabei weiß er: "Ich bin nur wegen dir hier".

Wie gewohnt tritt der Unterhalter alter Schule zur Seite, wenn er nicht singt und überlässt seinem Orchester die Aufmerksamkeit des Publikums, das die Erkenntnis "Küssen kann man nicht alleine" mit dem Star auf der Bühne teilt und noch mal Bekanntschaft macht mit der süßen "Marie", der man liebestrunken und mit Hoffnung auf ein Rendezvous zurufen möchte: "Hallo, hallo was machst du heut Nacht?"

Man fühlt sich aufs Angenehmste an Komponisten wie Friedrich Hollaender und Robert Stolz erinnert, wenn man diese fast vergessenen, von Raabe hinreißend interpretierten Lieder hört und so richtig schön schmachtend sich ihnen hingeben kann. "Eine Liebelei so nebenbei, gnädige Frau, passt nicht zu Ihnen" nimmt genau diese Stimmung klangschön auf und setzt den Liederreigen im zweiten Teil des Konzerts fort.

Moderationen oder Kommentare braucht es nicht, denn die Stücke sprechen allein von den Titeln her für sich: "Irgendwo auf der Welt gibt es ein kleines bisschen Glück", "Wenn die kleinen Veilchen blühn", "Frauen brauchen immer einen Hausfreund" und das unvermeidliche "Ich wollt, ich wär ein Huhn", jeweils illustriert von Filmen, die das Original zeigen, ließen den Zuhörer im Großen Saal tatsächlich aus der Zeit fallen. Wenigstens zwei kurzweilige Stunden lang.

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