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„Hotel Artemis“: Eine Spezialklinik für Killer

In dem Film des Engländers Drew Pearce geht es um ein Hospital in Los Angeles, in dem die Verbrecher des Jahres 2028 Behandlung finden.
Jodie Foster als Krankenschwester für Kriminelle. Foto: - (Concorde Filmverleih) Jodie Foster als Krankenschwester für Kriminelle.

Einen Film wie „Hotel Artemis“ gibt es im hochgerüsteten Hollywood heutzutage nur selten: keine Comic-Verfilmung, keine Fortsetzung, keine Neuauflage eines 20 Jahre alten Stoffes. Stattdessen hat Regisseur Drew Pearce einen frischen und mutigen Science-Fiction-Actionthriller mit düsterer Atmosphäre und exzellenten Schauspielern gedreht.

Wie eine Graphic Novel, ein gezeichneter Bilderroman, kommen Geschichte und Rahmen daher: Im Los Angeles des Jahres 2028 dreht ein Konzern den Menschen das Wasser ab, auf den Straßen kommt es zu Unruhen. Im Hotel Artemis gibt es aber ganz andere Probleme: Eine stets nur „Schwester“ genannte Frau (Jodie Foster in ihrem ersten Film seit fünf Jahren) führt mit harter Hand ein Undercover-Krankenhaus für Kriminelle. Sie behandelt diejenigen, die kaum in ein normales Hospital gehen könnten. Auftragskiller, Kleinkriminelle und gewöhnliche Bankräuber. „Kein Wasser in Los Angeles, aber hier drin regnet’s Arschlöcher“, beschreibt sie das Konzept lakonisch. Ein Satz, der zeigt, wie herausragend und zugleich problematisch der Film ist.

Herausragend, weil Fosters Pointen und einige andere Sprüche zielsicher landen und weil sie Teil eines Ensembles ist, das sicherlich ein halbes Dutzend der aktuell aufregendsten Hollywoodgesichter versammelt. Allen voran ist da Sterling K. Brown (Emmy-Gewinner für Randall aus der Familienserie „This Is Us“) als Gangster Waikiki. Wie immer untermauert Brown auch hier, dass er auf dem besten Weg ist, zum Denzel Washington einer neuen Generation zu werden. Hinzu kommen unter anderem Zachary Quinto (Spock in den neueren „Star-Trek“-Filmen), Jenny Slate (aus den Indie-Perlen „Obvious Child“ und „Landline“) und Jeff Goldblum, dem es inzwischen seit Jahrzehnten gelingt, jeden Film durch seine Gegenwart aufzuwerten.

Wer aber wie Pearce in seinem Regiedebüt so viele fantastische Schauspieler versammelt, der schafft immer auch die Gefahr, dass die Handlung auf der Strecke bleibt – und genau das passiert hier. Teils extrem hölzerne Dialoge („Geh! Es gibt für dich da draußen so viel, wofür es sich zu leben lohnt!“) bremsen eine Story aus, die viel in die Luft wirft, aber längst nicht alles auffängt. Genau wie die oft deutlich zu bassig dröhnende Filmmusik von Cliff Martinez sind die vielen Drehbucheinfälle und Storylines dieses Ensemblefilms etwas zu dick aufgetragen und achten nicht auf Nuancen.

Diese Probleme treten aber in den Hintergrund, weil es dank der hervorragenden Ausstattung und des von Veteran Ramsey Avery spannend eingerichteten Sets viel zu sehen gibt und weil der Film angenehm schlicht und unaufwändig arbeitet. Bis zum Abspann vergehen gerade einmal 85 schlanke Handlungsminuten. Auch diese Genügsamkeit ist eine Besonderheit dieses ungewöhnlichen Hollywood-Films. Annehmbar

In diesen Kinos

Frankfurt: Metropolis. Limburg:
Cineplex. Mainz: Cinestar

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