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Portikus Frankfurt: Elif Erkan – Marmor, Stein und Eisen bricht

Die frühere Städelschülerin schafft Gebirge aus zertrümmertem Porzellan, das sie mit Gipsbrei übergießt und so zu einer Einheit verfestigt.
Wie Felsformationen wirken die Gipsgebirge von Elif Erkan.	Foto: Portikus Bild-Zoom
Wie Felsformationen wirken die Gipsgebirge von Elif Erkan. Foto: Portikus

Sie türmen sich auf. Ein wenig lassen die Gebilde aus Gips, Porzellan und Holz, die in der Kunsthalle Portikus zu sehen sind, an Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde „Eismeer“ denken. Sie sind Teil einer Einzelausstellung der 1985 in Ankara geborenen Künstlerin Elif Erkan. Erkan studierte bis 2013 an der Städelschule bei Professor Willem de Rooij und lebt derzeit als Stipendiatin in Los Angeles.

Bereits während ihres Studiums hat Erkan den bildhauerischen Ansatz entwickelt, Teller zu zerschlagen und sie mit Gips zu übergießen. Dabei ist es ihr wichtig, einen Vorgang, einen Prozess festzuhalten. Das Zertrümmern von Tellern hat verschiedene kulturelle Bedeutungen. Man denke zum Beispiel an Polterabende vor Hochzeiten oder an das Klischee von Wut und Niedergeschlagenheit, die in zerstörtem Geschirr ihren Ausdruck finden. Zahlreiche Filme und Fernsehserien bedienen sich dieses Bildes. Beispiele hat Erkan bei ihrem Künstlergespräch an der Städelschule vor Eröffnung der Ausstellung vorgeführt.

 

Kraft und Ausdruck

 

Auch mit dem Titel der Ausstellung, „Konzentration der Kräfte“, bezieht sich Erkan auf die Popkultur. Der Titel stammt aus einem Interview mit dem Popsänger Falco aus dem Jahr 1993. Eigens für ihre Frankfurter Schau hat Elif Erkan im Portikus eine umfangreiche Versuchsanordnung aufgebaut. Auf mehreren großformatigen, mit Holz abgegrenzten Unterlagen aus Plexiglas und Folie wurden Porzellanteller zertrümmert und mit Gips übergossen. Nach dem Aushärten wurden die Objekte aufgestellt und an die Wand gelehnt. Dabei ist das Material an seine Grenzen gestoßen: Die Platten sind auseinandergebrochen. Das „Versagen“ des Materials war von der Künstlerin einkalkuliert. Die Objekte, die nun zu sehen sind, erinnern an Trümmerlandschaften. Stücke von Holz ragen heraus, die Tellerscherben sind in eine unregelmäßige, von der Materialität der Folie geprägte Gipsstruktur eingegossen.

 

Abguss und Mode

 

Überdies zeigt Erkan im Portikus Abgüsse von Kleidungsstücken wie T-Shirts, Sweatshirts und Sweatpants, die sie in Stapeln angeordnet hat. Ursprünglich als bequeme Sportkleidung entworfen, haben sie längst Eingang ins Straßenbild gefunden. Die Arbeiten dieser Werkgruppe wirken wie Artefakte einer nach Lässigkeit und Entspannung dürstenden Kultur.

Mit Elif Erkan zeigt die Kunsthalle Portikus eine junge Künstlerin, die bei aller Verortung in kulturellen Auseinandersetzungen in erster Linie an der Herstellung von Objekten mit einer starken materiellen Gegenwärtigkeit interessiert ist. Erkans Ausstellung markiert auch einen Übergang: Noch von Sophie von Olfers geplant, lagen die letzten Wochen der Umsetzung in den Händen des neuen Portikus-Kurators Fabian Schöneich.

 

Bis 1. Februar 2015 im Ausstellungshalle Portikus, Alte Brücke 2/Maininsel, Frankfurt. Bis 1. Februar, Di, Do, Fr, Sa, So 11–18 Uhr, Mi 11–20 Uhr. 25. bis 28. und 30. Dezember 11–18 Uhr. Heiligabend, Silvester und Neujahr geschlossen. Eintritt frei.
Telefon (069) 96 24 45 40.
Internet www.portikus.de

 

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