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Erfurt feiert Wiederentdeckung der mittelalterlichen Mikwe

Der Einsturz einer Ufermauer brachte 2007 den doppelstöckigen Bau wieder ans Licht. Er ist Teil des reichen jüdischen Erbes aus dem Mittelalter, mit dem sich Erfurt für das Unesco-Weltkulturerbe bewerben will.
Die mittelalterliche Mikwe in Erfurt. Foto: Martin Schutt Die mittelalterliche Mikwe in Erfurt. Foto: Martin Schutt
Erfurt. 

Mit einem Aktionstag „Alles koscher” will die Stadt Erfurt am Sonntag (16. Juli) die Wiederentdeckung des mittelalterlichen jüdischen Ritualbades vor zehn Jahren feiern.

Zwar hatten Archäologen bereits zuvor eine Mikwe an der Gera unmittelbar an der Krämerbrücke vermutet, aber erst der Einsturz der Ufermauer 2007 brachte den doppelstöckigen Bau wieder ans Tageslicht. Er ist Teil des reichen jüdischen Erbes aus dem Mittelalter, mit dem sich Erfurt für das Unesco-Weltkulturerbe bewerben will. Stadt und Landesregierung hoffen dabei auf eine gemeinsame Bewerbung mit den Rheinstädten Speyer, Worms und Mainz, wie Stadtkulturdirektor Tobias Knoblich sagte.

Noch stehe eine entsprechende Antwort aus Rheinland-Pfalz aus, hinter den Kulissen sei jedoch einiges in Bewegung. Die Städte Speyer, Worms und Mainz wollten sich 2020 bewerben, Erfurt könne dies 2021 tun, sagte Knoblich. Die Messlatte der Unesco liege hoch. Erfurt geht aber davon aus, dass es mit der Mikwe, der um 1300 erbauten Synagoge, einem steinernen Wohnhaus und seltenen Grabsteinen diese Anforderungen erfüllen kann. Das Ende der 1990er Jahre wiederentdeckte Gotteshaus gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Synagogen im Mitteleuropa.

(dpa)
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