E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Melodram In „Grenzenlos“: Es geht um den Zustand der Welt

Nach seiner Doku über den Papst hat der Berliner Regisseur nun eine Geschichte mit Bezug zum Somalia-Krieg verfilmt. Mit Alicia Vikander und James McAvoy.
James (James McAvoy) ist im Einsatz in Somalia. Foto: - (Warner Bros. Pictures) James (James McAvoy) ist im Einsatz in Somalia.

Keine acht Wochen her ist der Start von Wim Wenders’ Dokumentation „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“. Nun bringt der Filmemacher ein romantischeres Werk in die Kinos. Ein Liebesdrama mit Alicia Vikander („Tulpenfieber“) und James McAvoy („Deadpool 2“). „Grenzenlos“ ist die Verfilmung eines Romans von J. M. Ledgard.

Eine knappe halbe Stunde ist der Film alt, da kommt es zum ersten leidenschaftlichen Kuss: Danielle ist eine Biomathematikerin, die sich gern schlicht gekleidet, mit viel zu großem Brillenmodell im Labor ihren Forschungsobjekten widmet und bald auf eine Reise gen Meeresboden begeben soll, 3400 Meter hinab, in unerforschte Tiefen. James steht als Spion im Dienste des britischen MI6, ist offiziell aber als Wasserbauingenieur im Einsatz. Kennen lernen sich die beiden in einem Hotel an der französischen Atlantikküste, und auf den ersten Kuss folgt zwar noch eine leidenschaftliche Nacht. Viel mehr aber ist den frisch Verliebten nicht beschieden: Er muss nach Somalia, sie hinunter in die Tiefen des grönländischen Meeres. Als James zudem in die Fänge von Islamisten gerät und sich bald in einem metertiefen Verlies wiederfindet, ist klar, dass es für die beiden Hauptfiguren wohl bei der Erinnerung an ein paar romantische Tage bleiben wird.

Aus dieser zeitlichen Begrenzung zieht der Spielfilm von Wim Wenders einen Gutteil seiner Dramatik. Es ist eine Liebe, die sich vor allem in Erinnerung an wenige intensive Stunden an einer sonnigen, von Wenders wunderbar fotografierten normannischen Küste manifestiert.

Im Rückblick auf Wenders’ Frühwerk des Neuen deutschen Films, mit so experimentellen Filmen wie der Peter-Handke-Verfilmung „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ oder dem Schwarz-Weiß-Roadmovie „Alice in den Städten“, muss ein klassisch angelegtes Liebesdrama wie „Grenzenlos“ konventionell anmuten.

Aber es hält Überraschungen bereit. So hat etwa die unlängst herausgekommene Franziskus-Hommage des gebürtigen Düsseldorfers zunächst nichts gemein mit der Romanze im Stil eines Thrillers. Wendet man sich aber der Bildebene zu, gibt es Momente, die zurückdenken lassen an die spezielle Art, in der Wenders den Papst gefilmt hat: Man hat als Kinogänger das Gefühl, der Heilige Vater schaue einen direkt an. Diesmal lässt Wenders seine Hauptdarsteller in mindestens je einer Szene direkt in die Kamera blicken. Auch dies sind Momente großer filmischer Eindringlichkeit.

Zudem ist auch in „Grenzenlos“ spürbar, dass es Wim Wenders nie um reine Unterhaltung geht. Dass ihn der Zustand der Welt ernsthaft umtreibt. Im Papst-Film geht’s auch um Umweltschutz. Hier rückt Wenders leitmotivisch die Bedeutung des Wassers für den Menschen in den Mittelpunkt. Und sei es in kaum auffälligen Miniaturen, etwa von Buben, die an der ostafrikanischen Küste einen großen, einen zappelnden Fisch aus dem Meer holen. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Harmonie (D+OmU)

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen