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Das Kabarettjahr 2017: Etliche Satiriker kommen nach Frankfurt

Von Von Frank-Markus Barwasser bis Walter Sittler spitzen im neuen Jahr wieder zahlreiche Kleinkünstler auf den Rhein-Main-Bühnen die Verhältnisse zu.
Urban Priol sträuben sich die Haare sogar beim eigenen Programm. Bilder > Foto: Michael Reichel (dpa-Zentralbild) Urban Priol sträuben sich die Haare sogar beim eigenen Programm.

Über Mangel an Ideen musste sich der Kabarettist Frank-Markus Barwasser nie beklagen. Im Gegenteil: Er hatte meist so viele Einfälle, dass er sie auf gleich drei Kunstfiguren verteilen konnte: Erwin Pelzig („Belzich mit haddem B!“), Hartmut und Dr. Göbel. Erwin Pelzig, der Spießer mit kariertem Hemd, Herrenhandtasche und einem Fränkisch so breit, dass man es mit dem Messer schneiden könnte. Dazu Hartmut, der Proll mit Brummstimme, und Dr. Göbel, der feinsinnig näselnde Intellektuelle. „Weg von hier“ heißt Barwassers neues Programm, in dem er sich unter anderem über die Bedeutung des Internets so seine Gedanken macht. Nebenbei verfasste er auch noch das Theaterstück „Alkaid“, kam mit „Vorne ist verdammt weit weg“ auf die große Leinwand, talkte in „Pelzig hält sich“ im TV mit prominenten Gästen und heimste gleich massenweise Preise ein. „Weg von hier“ führt ihn am 9.9. in die Alte Oper nach Frankfurt und am 7.10. ins Stadttheater Rüsselsheim.

Abrissbirne schwingt

Wenn es um Barwasser geht, ist meistens auch sein Aschaffenburger Kollege Urban Priol nicht fern: Das Duo moderierte von 2010 bis 2013 die kabarettistische Sendung „Neues aus der Anstalt“ im ZDF. Autofan Priol, Inhaber und Betreiber des Kabaretts im Hofgarten in Aschaffenburg, kommt am 29.3. in das Saalbau-Bürgerhaus im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Fans können ihn zudem das ganze Jahr über in verschiedenen Städten und dazwischen auch immer wieder in seinem Aschaffenburger Kabarett erleben. Der Mann mit dem Haarschopf im Strahlenkranz-Format verspricht dabei wieder die „politische Abrissbirne“: Man kann gespannt sein, gegen wen er sie schwingen wird.

Warnhinweise für alle

Rheinländischen Humor samt entsprechender Mundart hat Konrad Beikircher zu bieten. Sein Programm „Bin völlig meiner Meinung“ kann der Zuschauer am heutigen 6. Januar und morgen am 7. Januar im Kulturhaus Frankfurt erleben. Beikirchers Programm verspricht schon durch seinen spannenden Lebensweg ziemlich abwechslungsreich zu werden: Geboren in Südtirol, kam er vor über 50 Jahren zum Studium nach Bonn und arbeitete anschließend als Gefängnispsychologe. Im Jahr 1986 quittierte er den Dienst und betätigt sich seitdem als freiberuflicher Kabarettist.

Gleich von einem anderen Kontinent stammt Tedros Teclebrhan, der in Eritrea zur Welt kam. Nach einem Schauspielstudium trat er in TV-Filmen wie Lars Beckers Actionthriller „Unter Feinden“ und Musicals auf. Daneben machte er sich einen Namen als Komiker. Ähnlich wie Barwasser schlüpft er dafür auch in selbst geschaffene Rollen. „Das passiert alles in dein Birne!“ heißt sein aktuelles Programm, mit dem „Die Teddy-Show“ am 18.1. in der Frankfurter Fraport-Arena die Fans zum Lachen bringen will.

Die Laufbahn im Showgeschäft wurde Luke Mockridge quasi in die Wiege gelegt, hat er doch den als Erich Schiller in der Fernsehserie „Lindenstraße“ bekannt gewordenen Bill Mockridge als Vater. Seine Pateneltern: der verstorbene Dirk Bach und Hella von Sinnen. „Luke! Die Woche und ich“ heißt seine Sendung in Sat.1, von der im vergangenen Herbst die dritte Staffel über die Mattscheibe lief. In seinen Auftritten bezieht sich der immer wieder auf die Nöte seiner Generation zwischen Selbstfindung und Selbstdarstellung: Wofür soll man sich entscheiden, wenn einem die ganze Welt offensteht? Eine Antwort auf diese Frage will er als „Lucky Man“ am 27.5. in der Frankfurter Festhalle geben.

Aber natürlich ist in der Main-Stadt in Sachen Kabarett auch sonst viel los. Die Käs (Kabarett Änderungsschneiderei) bringt etwa schon am heutigen 6. und morgigen 7. Januar Kinderbuch-Autor Bernd Gieseking mit „Ab dafür“. Auch weitere bekannte Namen lassen sich dort blicken: Am 8.1. etwa Desimo mit „Warnhinweise – Das neue Programm“, am 11.1. Werner Koczwara mit seiner Justizsatire „Einer flog übers Ordnungsamt“ und am 12.1. Johannes Flöck mit „Wenn Happy und Birthday getrennte Wege gehen“. Am 13.1. und 14.1. folgt Lars Reichow mit „Freiheit“, am 15.1. Mike & Aydin mit „Nord-Süd-Gefälle“ und „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“ am 18.1. Am 11. Februar fragt dann Finanzkabarettist Chin Meyer „Macht! Geld! Sexy?“ und gibt in der Käs Tipps zum Geldverschwenden – ausgerechnet in der Bankenstadt Frankfurt.

Reichlich Comedy bietet auch die Kleinstkunstbühne Neues Theater Höchst in Frankfurt. Das Januar-Programm beinhaltet Django Asül (12.1. und 13.1.), die A-Cappella-Sänger von „Six Pack“ (14.1.) und den in Frankfurt geborenen Tilman Birr (18.1.). Eine kräftige Dosis Frauenpower wollen anschließend Ariane Müller und Julia Gámez Martin alias „Suchtpotential“ aus Berlin mit „Eskalatiooon!“ (19.1.) auf die Bühne bringen. Es schließen sich an: Hennes Bender mit „Luft nach oben“ (20.1.) und am 22.1. laden Roland Baisch und Felix Theissen zum „Männerabend“.

So isse’s immer

Nur ein Katzensprung ist es von Frankfurt nach Mainz und zum dortigen Unterhaus. Und das lässt sich nicht lumpen: Welcher Freund der Mainzer Fernseh-Fastnacht erinnert sich etwa nicht gerne an Norbert Roth? Genau, den Mann mit der roten Nase und den weißen Handschuhen, der von der hohen Politik bis zu alltäglichen Missgeschicken (so groß sind die Unterschiede ja oft gar nicht) alles in so herrlich treffende Reime verpackte und mit seinem wilden Temperament Jahr für Jahr den Saal zum Kochen brachte! Vom großen Bildschirm hat Roth sich leider verabschiedet, aber von den kleinen Bühnen glücklicherweise noch nicht. Mit seinem sprühenden Witz gibt er in Sketchen den cholerischen Pensionisten Walter. An seiner Seite: die Schauspielerin Alice Hoffmann, bekannt als Ehefrau von Heinz Becker in der TV-Serie „Familie Heinz Becker“, als seine still duldende Gattin Gerda. Begleiten lässt sich das ungleiche Duo von dem Komponisten und Musiker Frank Golischewski. „So isses!“ heißt es am heutigen 6. und morgigen 7. Januar, und der Zuschauer kann erwarten, dass es Roth in üblicher Manier richtig krachen lassen wird.

Nach Andreas Rebers und Lothar Bölck am nächsten Wochenende folgt dann in der Woche darauf vom 16.1. bis 21.1. das Kabarett Leipziger Pfeffermühle. Walter Sittler dürfte Krimi-Freunden als Ermittler Robert Anders aus der ZDF-Reihe „Der Kommissar und das Meer“ wohlbekannt sein. Am 26.1. liest und interpretiert der Schauspieler aus „Letzte Zugabe“, dem finalen Werk des seligen Kabarettisten Dieter Hildebrandt. Er starb am 20. November 2013, aber wenn Sittler sich seinen Gedanken widmet und sie zu seinen eigenen macht, heißt es „Ich bin immer noch da!“

Mit Gerd Dudenhöffers TV- und Bühnenfigur Heinz Becker verhält es sich ähnlich wie mit dem eingangs geschilderten Frank-Markus Barwasser und dessen Erwin Pelzig: Sie erfreut sich einer solchen Beliebtheit, dass sogar ihr Schöpfer dahinter verblasst. Sein Programm „Déja vu“ führt Dudenhöffer dieses Jahr durch viele deutsche Städte. Frankfurt und Umgebung stehen dabei netterweise gleich mehrfach im Programm: Sein Termin am 30.3. in der Alten Oper ist leider schon ausverkauft. Weitere Termine gibt es aber am 2.6. und 3.6. zwei Tage hintereinander im Neuen Theater Höchst und ebenso am 7. und 8. 6. im Unterhaus Mainz. Am 20.9. kommt der Komiker mit Baskenmütze und unverwechselbarem saarländischem Sprechduktus in die Stadthalle Oberursel und am 4.11. ins Offenbacher Capitol. Schön, dass es Dudenhöffer/Becker im Rhein-Main-Gebiet so gut gefällt. Dass diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruht, ist ja auch kaum zu bezweifeln.

 

Karten bei den jeweiligen Veranstaltern sowie unter Hotline 01806-57 00 70.
Internet www.eventim.de

 

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