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Faust-Theaterpreis für Johan Simons und Dagmar Manzel

Ulrich Matthes überreichte dem niederländischen Regisseur Johan Simons einen Faust. Foto: Daniel Reinhardt Bilder > Ulrich Matthes überreichte dem niederländischen Regisseur Johan Simons einen Faust. Foto: Daniel Reinhardt
Hamburg. 

Launige Ansprachen, gerührte Preisträger und amüsante Anekdoten: Die Verleihung des Deutschen Theaterpreises Der Faust am Samstagabend in der Hamburgischen Staatsoper hatte alles, was eine gelungene Gala ausmacht.

Im Rampenlicht standen die Besten ihres Fachs, die in zehn Kategorien die renommierte undotierte Auszeichnung des Deutschen Bühnenvereins entgegennahmen - darunter Schauspielerin Dagmar Manzel und Regisseur Johan Simons. Emotionaler Höhepunkt des dreieinhalbstündigen Abends: Der Auftritt der 92-jährigen Bühnenverlegerin Maria Müller-Sommer.

Die langjährige Leiterin der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH hatte «unbekannte deutsche und noch namenlose internationale Theaterautoren» wie Günter Grass oder George Tabori nach Berlin geholt. In einer Videoeinspielung bedankte sich Literaturnobelpreisträger Grass, der auch im Publikum saß, bei der unbeugsamen Streiterin für die Autoren und erinnerte an seine Worte bei ihrem ersten gemeinsamen Tanz: «Ihren Verlag mögen Sie führen. Aber beim Tanzen führe ich!»

Die Schauspielerin Dagmar Manzel wurde für ihre Rolle der Sie in «Gift» von Lot Vekemans in der Regie von Christian Schwochow am Deutschen Theater Berlin geehrt. Gerührt nahm sie die Trophäe von ihrem Bühnenpartner Ulrich Matthes entgegen, der die Gala moderierte und sie erst einmal heftig umarmte. «Der Preis gehört ja auch ein bisschen Dir. Weil ohne Uli würde ich jetzt nicht hier stehen», sagte Manzel, die in dem Zwei-Personen-Stück eine traumatisierte Mutter spielt, die über den Verlust des Sohnes nicht hinwegkommt.

Der niederländische Regisseur und Intendant Johan Simons bekam die Trophäe für seine Inszenierung von Georg Büchners «Dantons Tod» an den Münchner Kammerspielen. Der 68-Jährige freute sich, dass so viele ausländische Künstler für den Faust nominiert sind. «Ihr Deutschen seid sehr offen. Dafür möchte ich mich wirklich bei Euch bedanken.»

Den Faust für die beste Musiktheater-Regie erhielt Sandra Leupold für ihre Inszenierung von «Don Carlo» am Theater Lübeck, in der Kategorie beste Sängerdarsteller gewann Evelyn Herlitzius den Faust für ihre Rolle der Elektra in «Elektra» an der Sächsischen Staatsoper Dresden.

In der Kategorie Choreografie erhielt Christoph Winkler den Faust für «Das wahre Gesicht - Dance is not enough» am Ballhaus Ost Berlin. Als beste Tänzerin wurde Bruna Andrade für «Der Fall M.» und «Spiegelgleichnis» im Rahmen des Ballettabends «Mythos» am Staatsballett Karlsruhe ausgezeichnet.

In der Kategorie Bühne/Kostüm bekam Aleksandar Denic den Faust für Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» bei den Bayreuther Festspielen (Regie: Frank Castorf). Den Faust für das beste Kinder- und Jugendtheater gewann Andrea Gronemeyer für «Tanz Trommel» am Nationaltheater Mannheim.

Der Preis des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins ging an das Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig. Mit dem Preis solle auch ein Signal gegen die drohende Schließung dieses Instituts - als einziges seiner Art in den neuen Ländern - gesetzt werden.

Mit viel Witz und Anekdoten zum Schmunzeln führte Schauspieler Ulrich Matthes, der gerade im «Tatort» als Bösewicht neben Ulrich Tukur glänzte, durch die Gala. Mit den Hamburger Altschauspielstars Peter Striebeck, Christoph Bantzer und Heinz Lieven gab er den Otto-Reutter-Klassiker «Nehm Se 'n Alten» zum Besten. Künstlerisch begleitet wurde der Abend durch Beiträge der Philharmoniker Hamburg unter Leitung von Simone Young sowie des Hamburg Balletts und des Internationalen Opernstudios.

Schauspieler, Sänger, Tänzer, Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner versammeln sich seit 2006, um die Besten ihres Fachs zu küren. Die Ehrung wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, dem Deutschen Bühnenverein und einem jährlich wechselnden Bundesland vergeben.

(Von Carola Große-Wilde, dpa)
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