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Ferrara mit Dafoe als «Pasolini» beim Filmfest Venedig

Willem Dafoe als Pier Paolo Pasolini. Foto: Labiennale.org Willem Dafoe als Pier Paolo Pasolini. Foto: Labiennale.org
Venedig. 

Mit einem Film über den mysteriösen Tod der italienischen Legende Pier Paolo Pasolini ist der Regisseur Abel Ferrara beim Festival Venedig ins Rennen um den Goldenen Löwen gegangen.

Der US-Schauspieler Willem Dafoe (59, «Spider-Man», «Antichrist») verkörpert darin den Regisseur und Schriftsteller, der 1975 an einem Strand bei Rom ermordet wurde. Ein junger Stricher gestand, saß eine mehrjährige Haftstrafe ab - und widerrief danach sein Geständnis.

Bis heute gibt es verschiedene Spekulationen um die Hintergründe von Pasolinis Tod. Mit seinen Werken wie dem freizügigen Film «Die 120 Tage von Sodom» war er immer wieder heftig kritisiert und teilweise angefeindet worden.

Regisseur Ferrara, der zuletzt mit «Welcome to New York» zum Sexskandal um Dominique Strauss-Kahn Schlagzeilen machte, liefert in «Pasolini» nun allerdings wenig Neues. Er zeigt Pasolinis letzte Tage, wie er Interviews gibt, an Buch- und Filmprojekten arbeitet, sich mit Freunden trifft. Den Mord selbst inszeniert er als eine Art Affekt, als die Situation zwischen Pasolini und einem Stricher außer Kontrolle gerät. Dass Pasolini wegen seiner Arbeit möglicherweise auch bedroht wurde, deutet er nur vage an. 

«Pasolini lebte unter ständiger Beobachtung und erfand das Kino doch immer wieder neu», sagte Ferrara (63) am Donnerstag in Venedig. «Er kannte keine Angst.» 

Auch der chinesische Wettbewerbsbeitrag «Red Amnesia» ging zurück in die Geschichte: Eine ältere Dame in Peking erhält seltsame Anrufe, irgendwann fliegt ein Stein durch ihr Fenster und sie fühlt sich verfolgt. Regisseur Wang Xiaoshuai, der bei den Festivals in Cannes und Berlin bereits mehrere Auszeichnungen gewann, scheint zunächst einen Thriller zu erzählen, bis die Zuschauer von einem dunklen Kapitel aus der Vergangenheit der Dame erfahren. Das vermeintliche Opfer ist in Wirklichkeit eine Täterin aus der Zeit der Kulturrevolution. 

(dpa)
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