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„Papillon“ neu verfilmt: Flucht aus der Strafkolonie

Von Steve McQueen machte die Geschichte des unschuldig Verurteilten, der auf die Teufelsinsel verbannt wird, berühmt. Nun zeigt sie sich noch eindringlicher.
Der unschuldige Häftling Henri, genannt Papillon (Charlie Hunnam), hat es mit Hilfe eines Mitgefangenen geschafft, aus dem Zuchthaus zu fliehen. Der unschuldige Häftling Henri, genannt Papillon (Charlie Hunnam), hat es mit Hilfe eines Mitgefangenen geschafft, aus dem Zuchthaus zu fliehen.

Es gibt überflüssige Remakes, die sich bloß darauf beschränken, das Original Bild für Bild zu kopieren. „Papillon“ fällt nicht in diese Kategorie. Der dänische Regisseur Michael Noer („Der Nordwesten“) geht optisch und inhaltlich neue Wege, womit er den Klassiker aus dem Jahr 1973 bisweilen sogar übertrifft. Beide Filme beruhen auf dem autobiografischen Roman des ehemaligen Sträflings Henri Charrière, genannt Papillon (Schmetterling). Seinerzeit wurde er von Hollywood-Darsteller Steve McQueen mit unnachahmlicher Lässigkeit verkörpert. Sein schauspielerischer Nachfolger Charlie Hunnam, Star der Fernsehserie „Sons of Anarchy“, bringt nun zusätzlich Charrières sensible Seite ans Tageslicht, ohne dass man an seiner Männlichkeit zweifelt.

Drang nach Freiheit

Auf dramatische Weise wird Papillon von der Polizei aus den Armen seiner Freundin Nenette (Eve Hewson) gerissen und für ein Verbrechen verurteilt, das er nicht begangen hat. Der Mann mit der Schmetterlings-Tätowierung landet in der Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana. Drill und Schikane sind an der Tagesordnung, ein Entkommen unmöglich. Es sei denn, man hat einen Komplizen. Papillon schließt Bekanntschaft mit dem Fälscher Louis Dega (Rami Malek aus der Serie „Mr. Robot“). Die beiden treffen ein Abkommen, sich gegenseitig bei der Flucht zu helfen. Selbst als sie auf die berüchtigte Teufelsinsel verbannt werden, geben die Verurteilten den Wunsch nach Freiheit nicht auf. In der 73er Version wirkte die Beziehung zwischen Steve McQueen und Dustin Hoffman in der Rolle des Dega wie ein reines Zweckbündnis. Das Zusammenspiel stimmte nicht hundertprozentig, weder vor noch hinter der Kamera. Dagegen bringen Charlie Hunnam und Rami Malek die tiefe Freundschaft der Charaktere zum Ausdruck, was die Anteilnahme an ihrem Schicksal deutlich steigert. Beide Schauspieler nahmen körperliche Strapazen auf sich, um die Not der Häftlinge glaubhaft darzustellen. Die Mühe zahlt sich aus. Gebannt verfolgt man die Entwicklung der beiden Freiheitskämpfer, die verschiedener nicht sein könnten, aber zu Brüdern im rebellischen Geiste werden. Frei von Schulmeisterei, ist „Papillon“ ein Plädoyer für das Miteinander in Zeiten der Bedrängnis. Verpackt in eine actionreiche Geschichte und atemberaubend schön bebildert vor der Naturkulisse Montenegros und Maltas.

Der Engländer Charlie Hunnam hat sich auf seine Rolle vorbereitet, indem er nach der alten Schule des russischen Regisseurs Konstantin Stanislawski versucht hat, die Identifizierung herzustellen. So hat er sich auf Untergewicht heruntergehungert. „Ich habe einfach mit Kaffee und Zigaretten überlebt“, sagte der 38-Jährige. Als besonders anstrengend empfand Hunnam eine Szene, in der er als Henri nach einem Fluchtversuch in Isolationshaft sitzt. Dieses Gefühl des Eingesperrtseins wollte er während des Drehs wirklichkeitsnah nachempfinden. „Ich habe beschlossen, nichts zu essen und zu sprechen in diesen Tagen, ich wollte nur in der Zelle bleiben.“ Als er dann aus dieser Zelle herauskonnte, muss es ihm ergangen sein wie dem Häftling Henri, dem „Schmetterling“, der die Flügel ausbreitet und fliegt. Sehenswert

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Frankfurt: Berger, E-Kinos, Cinestar, Metropolis. Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Offenbach:
Cinemaxx. Mainz: Cinestar

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