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Eine Tasse Tee mit der Queen und Maggie Thatcher: Frankfurt: English Theatre zeigt die Komödie "Handbagged"

Von Regisseur Tom Wright inszeniert das Bühnenstück, das das Publikum mit auf eine Zeitreise durch die britische Geschichte nimmt.
Genevieve Swallow und Esther McAuley als die jungen Margaret Thatcher und Elizabeth II. Genevieve Swallow und Esther McAuley als die jungen Margaret Thatcher und Elizabeth II.
Frankfurt. 

Sie trafen sich regelmäßig hinter verschlossenen Türen. Worüber genau sie dann geredet haben und vor allem, wie ihr persönliches Verhältnis war, darüber wurde gerne spekuliert. Die britische Dramatikerin und Drehbuchschreiberin Moira Buffini hat in ihrem 2013 entstandenen Bühnenstück „Handbagged“ genau dieses Geheimnis zwischen Queen Elizabeth II und der langjährigen Premierministerin des Vereinigten Königreichs, Margaret „Maggie“ Thatcher, fantasievoll gelüftet. Selbstverständlich ohne Anspruch auf Authentizität.

Unter der Regie von Tom Wright ist das ausgezeichnete Werk nun als deutsche Erstaufführung im English Theatre in Frankfurt zu sehen. Dabei verweist der Titel nicht etwa auf die Accessoires, die die Damen praktischerweise stets begleiten und die natürlich auch jede der vier Darstellerinnen am Arm hängen hat. Der Ausdruck bezeichnet auf der Insel den rücksichtslosen Politikstil der „Eisernen Lady“.

Je zweimal auf der Bühne

Diese gibt es, wie die Königin, gleich zweimal: in jüngeren Versionen (Genevieve Swallow, Esther McAuley) während Thatchers Amtszeit und als reife Frauen (Claire Vousden, Georgina Sutton), die das Vergangene kommentieren, manches anzweifeln oder anders in Erinnerung haben und ihnen unangenehme Ereignisse am liebsten übergehen würden. Die beiden Männer auf der Bühne (Phil Adele, Mark Huckett), die in die verschiedensten Rollen – von Ehemann Denis Thatcher über US-First-Lady Nancy Reagan, Sambias Präsident Kenneth Kaunda bis hin zu Medienmogul Rupert Murdoch – schlüpfen müssen, um die zeitweiligen Lebensbegleiter zu mimen, sind damit nicht immer einverstanden, aber oft machtlos. Schließlich werden sie dafür bezahlt, ihren Job zu erledigen und dabei nur das zu sagen, was man ihnen vorgeschrieben hat.

Man trifft sich in einem ovalen, mit dunkelrosa Teppich ausgelegten Raum (Bühnenbild und Kostüme: Hannah Siblis) mit zwei eleganten Stühlen und einem rollbaren Teetisch zur Zeitreise durch die britische Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Dabei hilft es als Zuschauer, sich darin etwas auszukennen; das zum Verständnis Wichtigste wird allerdings kurz erläutert. Wobei das, was wichtig ist, sehr unterschiedlich beurteilt wird.

Machtlos im Machtspiel

Die Queen ist im Machtspiel auf der Weltbühne eigentlich außen vor und doch immer wieder dabei und manchmal sogar schon früher da, wenn es gilt, Einfluss auszuüben. Sie berichtet am liebsten von Einladungen und der eigenen Familie und misst dem durchaus Bedeutung für den Gang der Dinge bei. Die Premierministerin möchte derweil gerühmt haben, was sie international alles bewegt hat, aber möglichst nichts hören von den Unruhen im eigenen Land.

Auch den eigenen Untergang will sie nicht kommen sehen und neidet ihrer Majestät, dass deren Amtszeit nicht begrenzt ist. Erst von ihrem Gatten, im schlecht sitzenden Anzug und mit dunkler Brille als Erkennungsmerkmal, lässt sie sich zum Abtreten überreden.

Das alles ist, natürlich, very british. Sehr gut und lebhaft gespielt, mit überzeugenden Charakteren und mit feinem Humor versehen. Die kleinen Eitelkeiten und Eigenheiten werden wunderbar herausgestellt, die Persönlichkeiten schillern vielfältig. Ein durchweg vergnüglicher Blick hinter die Kulissen und auf zwei ganz besondere Ladys bei einer Tasse Tee.

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