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Alte Oper: Frankfurter Konzerthaus setzt kommende Saison auf bahnbrechende Werke

Naturgeräusche und Vogelgesang stehen im Mittelpunkt des Musikfests, mit dem die Alte Oper die Saison 2018/19 eröffnet. Aber auch Klassik-Stars wie Anna Netrebko und Sir Simon Rattle haben ihr Kommen zugesagt.
Das Mahler Chamber Orchestra widmet sich in der Alten Oper Mozart und dessen Werken aus den Jahren 1785 und 1786. Im Mittelpunkt steht das klavierkonzert in d-Moll KV 466, das im Mai 2019 gleich zwei Mal zu hören sein wird. Foto: Manu Agah Das Mahler Chamber Orchestra widmet sich in der Alten Oper Mozart und dessen Werken aus den Jahren 1785 und 1786. Im Mittelpunkt steht das klavierkonzert in d-Moll KV 466, das im Mai 2019 gleich zwei Mal zu hören sein wird.

Für die kommende Spielzeit hat sich Frankfurts renommiertes Konzerthaus vorgenommen, das intensive Erleben von Musik auf vielfältigste Weise in den Mittelpunkt zu stellen. So wird die Performance-Meisterin Marina Abramovic in der Alten Oper Konzentration und Sinne der Besucher schärfen, während beim Saisonauftakt im September diesmal György Ligetis Orchesterwerk „Atmosphères“ in den Fokus rückt. Ihr Kommen angekündigt haben außerdem Klassik-Stars wie Anna Netrebko, Gustavo Dudamel und Sir Simon Rattle.

Auf die „überwältigende, berauschende“ Sogwirkung von György Ligetis „Atmosphères“ setzt Intendant Stephan Pauly, der die 1961 geschriebene Komposition für großes Orchester als Schlüsselwerk für das eröffnende Musikfest ausgewählt hat. Von der raumgreifenden Wirkung und den überwältigenden Klangmassen des Meisterwerks kann man sich bereits am 16. September überzeugen, wenn das Frankfurter Opern- und Museumsorchester Ligetis mächtiges Clusterrauschen im Original zu Gehör bringen wird.

Film von Kubrick

Dem Neuartigen in „Atmosphères“ hat auch Stanley Kubrick durch seine Verwendung in „2001: A Space Odyssey“ ein Denkmal gesetzt. Einer der Höhepunkte des Musikfestes wird daher die Originalversion des Films auf Großleinwand sein, zu der das HR-Sinfonieorchester am 22. September die gesamte Filmmusik live spielt. Ein ungewöhnlicher Glanzpunkt des Musikfestes verspricht auch die Begegnung mit dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard zu werden, der die Verwandtschaft zu Ligetis Werk betont. Einen ganzen Tag lang (23. September) widmet er sich Olivier Messiaens Schwesterwerk „Catalogue d’oiseaux“, dem „Katalog der Vögel“, dessen Struktur genau wie bei Ligeti aus Naturgeräuschen besteht, die in musikalische Abstraktion überführt werden. Dreimal wird er den „Katalog der Vögel“ aufführen, einmal früh am Morgen auf dem 38. Stock des Opernturms, mittags im Gesellschaftshaus des Palmengartens und abends in den Vogelhallen im Zoo. Es wird dabei charmant sein, zu erleben, welche echten Vögel lautstark in die Vorführung eingreifen. „Ein Schwarmklangerlebnis“ für aktive Besucher verspricht die finnische Künstlergruppe „Other Spaces“ im Mousonturm, die in ihrer Performance „Great Barrier Reef“ den Teilnehmenden deutlich zu machen versucht, was es heißt, im Schwarm zu funktionieren. Bis zum 30. September setzt sich das Musikfest aktiv mit der geradezu bildlichen Struktur der „Atmosphères“ auseinander und nutzt dazu nicht nur klassische Konzerte, sondern auch Weltmusik, Jazz, Film, Dialoge und aktive Formate.

Gustavo Dudamel kommt mit den Berliner Philharmonikern. Bild-Zoom
Gustavo Dudamel kommt mit den Berliner Philharmonikern.

Sichtlich stolz ist Stephan Pauly darauf, nach dem Stararchitekten Daniel Libeskind 2016 mit Marina Abramovic erneut eine weltberühmte Künstlerin für eine Zusammenarbeit gewonnen zu haben. „Anders hören: Die Abramovic-Methode für Musik“ lautet der Arbeitstitel der serbischen Künstlerin, die durch das Aushalten von Schmerz, Erschöpfung und Gefahren bekannt wurde, und die vom 17. bis zum 24. März 2019 in Frankfurt Station machen wird.

Gehen in Zeitlupe

Ihre Achtsamkeitsübungen sollen für Besucher ein „nie dagewesenes Gemeinschafts-Event“ garantieren. Dazu zählt etwa das Zählen von Reiskörnern in behutsamer Langsamkeit, das Gehen durch einen Raum in Zeitlupe, das bewusste Blicken auf eine Farbfläche oder die Wahrnehmung eines Raumes in absoluter Stille.

Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard spielt Messiaen. Bild-Zoom
Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard spielt Messiaen.

Wie immer gehören zum Programmkonzept Paulys diverse Fokus-Festivals, die das ganze Jahr über eingestreut werden. Dirigent Gustavo Dudamel eröffnet im September den Fokus-Reigen mit drei Konzerten, gefolgt vom Pianisten Leif Ove Andsnes und später Sir Simon Rattle. Der wird sich nicht nur als Chef des London Symphony Orchestra präsentieren, sondern auch mit der halbszenischen Aufführung von Peter Sellars’ Johannespassion und dem Choir & Orchestra of the Age of Enlightenment einen weiteren Saisonhöhepunkt garantieren.

Ins dritte Jahr weitergeführt wird die „Weltmusik“-Reihe im Mozart-Saal, ebenso wie das beliebte Format „Jazz im Mozart-Saal“. Im Großen Saal locken weiterhin die Jazznights, die Barrelhouse Jazzparty und das Deutsche Jazzfestival. Fans des Entertainment kommen bei dem „Abba“-Musical „Mamma Mia“ kurz vor Weihnachten auf ihre Kosten. Wer eine der begehrten Plätze für das Kinder- und Jugendprogramm „Pegasus“ ergattern möchte, sollte früh aufstehen. Meistens sind die Karten innerhalb eines Tages ausverkauft. Stichtag ist diesmal der 12. Juni. Auch Fans der Weltstars Anna Netrebko (12. April), Mitsuko Uchida und Igor Levit, der mit den Wiener Philharmonikern am 19. Januar Station in der Alten Oper machen wird, sollten mit verstärktem Kartenansturm rechnen.

Alte Oper Frankfurt

Kartentelefon (069) 1 34 04 00.
Internet www.alteoper.de

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