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Bekenntnisse: Fünf FNP-Autoren erklären, warum für sie „Depeche Mode“ einfach unvergleichlich ist

„Depeche Mode“ ist nicht irgendeine Band. Ihre Musik ist für viele ein Lebensgefühl. Fünf Redakteure dieser Zeitung sagen, was sie ihnen bedeutet. Und warum sie heute Abend im Stadion dabei sein wollen.
So sahen sie auch mal aus: „Depeche Mode“ im Jahr 1988. Foto: Jazz Archiv/Karsch (picture alliance) So sahen sie auch mal aus: „Depeche Mode“ im Jahr 1988.

„Depeche Mode“ – das ist so viel mehr als „nur“ eine Band. „Depeche Mode“ sind meine Lebensbegleiter, meine Philosophie, meine Motivatoren, seit es sie gibt, seit Anfang der 80er Jahre. In guten wie in schlechten Zeiten, in leuchtend hellen und ganz besonders in den ganz dunklen war ihre Musik immer bei mir. Martin, Fletch und Dave – alle in meinem Alter – sind noch immer kraftvoll und stark, vielleicht sogar stärker denn je. Ich habe „DM“ vor zwei Wochen in Köln gesehen, zum ersten Mal zusammen mit meinem Sohn (13), der ebenfalls längst „infiziert“ ist. Und wenn ich an dieses gigantische Konzert vor gut 45 000 enthusiastischen Zuschauern denke, habe ich noch immer Gänsehaut. Phänomenal. Schade, dass ich in Frankfurt nicht dabeisein kann. Doch ich habe einen kleinen Trost: Ich besitze ein Stück des Handtuchs, das der große Dave Gahan 1987 auf der „Music-for-the-Masses“-Tour in Ludwigshafen in die Menge geworfen hat. Marion Morello

 

 

 

Selten über 30 Zeilen so gegrübelt. „Depeche Mode“ und alles, was damit zusammenhängt, in aller Kürze: unmöglich. Mit der Rose auf dem T-Shirt fing’s an. Mein Kumpel trug es auf dem Bolzplatz. Die Rose ziert das Cover von „Violator“, für viele bis heute das beste Album der Buben aus Basildon. Ich im Stimmbruch damals, offen für Neues. „Depeche Mode“ wird zum Soundtrack meines Lebens.

Jetzt fließen sie, die Wörter. Bauch schlägt Kopf. Rivalen waren auch Gore und Gahan, Songwriter und Frontman. Ihre Hassliebe geht immer mehr in Harmonie auf, sie treffen mit ihren einzigartigen Stimmen mitten ins Herz. Würde sie unter Millionen heraushören. Die Songs: immer anders. „DM“ bleibt nie stehen, überrascht, elektrisiert, berührt, bewegt. Jedes Konzert: ein Erlebnis. Ob Paris ohne Terror oder Vilnius mit Wodka. Ob auf der Waldbühne Berlin oder im Eisstadion Nürnberg. Habe sie alle mitgeschleppt: die besten Freunde, Familie. Alle begeistert. Die Energie füllt den Raum, egal, wie groß er ist. Konzert-Climax, immer: „Never Let Me Down“, Hymne aus den 80ern. Dann werde ich heute, beim Heimspiel in Frankfurt, wieder nach oben blicken, vor Begeisterung, vor Glück. Und singen: „See the stars the’re shining bright, everything’s allright tonight.“
Thorsten Remsperger

 

 

 

Wenn man ein bisschen später dran ist, weil man einfach noch nicht geboren war, als so eine Band durch die Decke ging, hat man ja das Glück, die schlechten Songs, Alben, Drogenexkurse der Gruppe ignorieren und sich auf die guten Sachen konzentrieren zu können. Hier ist das bei den „Beatles“ zum Beispiel der Fall, bei „Joy Division“ – oder eben bei „Depeche Mode“. Wenn ich mich jetzt durch deren kalte Betonklötze höre, die die Band vor allem in den Achtzigern veröffentlichte, dann habe ich eine Ahnung davon, wie es sich angefühlt haben muss, als es ein Wettrüsten gab und ein Eiserner Vorhang Europa teilte. „Depeche Mode“ ist für mich eine urpolitische Band. Warum andere Menschen zur Musik der Gruppe knutschen, kann ich nicht nachvollziehen. Christian Preußer

 

 

Ich werde heute Abend wahrscheinlich nicht zum „Depeche Mode“-Konzert gehen. Ich würde die Gruppe zwar schon gerne mal live sehen, aber Stadionkonzerte mag ich nicht so. Die Akustik bei den Konzerten von Prince und den „Stones“, wo ich mal war,. fand ich sehr bescheiden. Da höre ich lieber eine CD mit den besten Songs der Gruppe. Manche Lieder von „Depeche Mode“ berühren mich so sehr, dass ich auf ihnen wie mit einer Zeitmaschine in die 80er Jahre zurückreisen kann. Dabei bin ich eigentlich eher „Depeche Mode“-Fan der zweiten Stunde. Als die Band in der Spät-New-Wave-Zeit aufkam, gehörte mein Herz noch Gruppen wie „Talking Heads“, „The Smiths“ oder „Cure“. „Depeche Mode“ fügte sich für mich eher in den Zeitgeist-Chor ein, doch dann drang der kristallklare Bariton von Dave Gahan immer mehr durch. Er übertraf mit seiner Mischung aus mal romantisch, mal empört noch die anderen Jungmännerstimmen aus jener, aus „meiner“ Zeit. Auch heute, im gesetzten Alter, kann ich bei „Depeche Mode“-Songs immer noch wegschmelzen oder abtanzen. Ich hoffe, das hört nie auf. Ach, vielleicht schaue ich doch noch nach Karten für das heutige Konzert.
Dieter Sattler

 

 

 

„Depeche Mode“ – das ist eine Grundstimmung, eine Haltung, das sind die Lieder, die in den Dingen schlafen: abgründig, melancholisch, leidenschaftlich, bizarr, ekstatisch, rauschhaft, romantisch. Magisch. Und unglaublich cool. „Depeche Mode“ ist wahrscheinlich die Definition von cool, die einzige, die sinnvoll ist. Natürlich liegt das an Dave Gahans Stimme: Sie klingt wie Darth Vader, wenn er eine Seele hätte und singen würde – technisch, finster, böse, sentimental, opernhaft. Der Sound von „Depeche Mode“ ist kalt wie eine Maschine und infiziert vom Blues, Klangsturm und Schnulze, Partymusik für Teenies und Trauermarsch für tote Avatare. Seit 35 Jahren ist sie die Musik zur Zeit. Michael Kluger

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