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Veranstaltungsreihe: Für die 7. Goethe-Festwoche hat der Vorverkauf begonnen

Von Vom 6. bis zum 16. September geht es im Rhein-Main-Gebiet um „Goethe und die Musik“. Goethe dichtete nicht nur, er komponierte auch.
Das Frankfurter Goethe-Denkmal zeigt den Dichter in selbstbewusster Pose: Zwar stand die schreibende Kunst bei Goethe an erster Stelle, doch auch die Musik begeisterte ihn. Das Frankfurter Goethe-Denkmal zeigt den Dichter in selbstbewusster Pose: Zwar stand die schreibende Kunst bei Goethe an erster Stelle, doch auch die Musik begeisterte ihn.
Frankfurt. 

Möglicherweise, sagt Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts, das die Goethe-Festwochen nunmehr zum siebten Mal durchführt, stand die Musik bei Goethe nur an dritter Stelle. An erster stand das Schreiben, an zweiter die bildende Kunst. Und doch sind die Spuren seines musikalischen Schaffens derart unübersehbar, dass sich eine eigene Festwoche lohnt – und noch viel mehr möglich wäre. Schon der Junge Johann-Wolfgang lernte das Klavierspielen, der Student ließ sich in Straßburg Cello-Unterricht geben. Schon der Vater bewies musikalische Aufgeschlossenheit, indem er seinem Haus das Wappen „Zu den drei Leiern“ gab, und die Haushaltsbücher belegen, wie viel Geld der Familie zahlreiche Auftritte von Musikanten wert waren.

Dass Goethe „Perspektiven der Musik“ immer mitdachte, bezeugt vor allem sein Briefwechsel mit dem Komponisten Zelter. Dem Großschriftsteller und Universalgelehrten schwebte sogar einmal vor, analog zur „Farbenlehre“ eine „Tonlehre“ zu schaffen.

Dazu kam es letztlich nicht, so wie es auch zu sehr vielen Singspielen nicht kam: Goethe arbeitete mit hohem experimentellen Anspruch und immenser Arbeitswut daran, nahm aber dafür keinen Kontakt zu Komponisten auf. „Es fehlte das gemeinsame Überlegen“, bewertet Musikwissenschaftlerin Julia Cloot, stellvertretende Vorsitzende des Kulturfonds Rhein-Main und Kuratorin der Festwochen, dieses erratische Vorgehen.

Deutsche Höllenfahrt

Immens viel haben sich die Veranstalter für die zehn Tage währende Woche vorgenommen. Denn erstens geht es um Goethes Musikverständnis, zweitens um die Rolle der Musik in seinem Werk vom „Werther“ bis zum „Faust“, drittens um die Vertonungen – Nach Goethe-Texten entstanden im 19. Jahrhundert 700 (!) Kunstlieder –, und viertens um Goethes Singspiele und Opernfragmente. Sie allein machen, so Julia Cloot, quantitativ ein Drittel von Goethes Werken aus.

Klar, dass ein Programm, selbst eines mit mehr als 30 Veranstaltungen, da nur Akzente setzen kann. Zu nennen wäre etwa „Goethe. Walpurgisnacht. Eine deutsche Höllenfahrt“, die das Theater Willy Praml inszeniert, und das Naxos-Theater, das Hanns Eislers „Johann Faustus“ zur Aufführung bringt. Das Singspiel „Erwin und Elmire“ von Johann André nach Goethe wird man sich in Bad Homburg ansehen und anhören können, da die Goethe-Festwoche erstmals auch in der Region stattfindet.

Andere Orte des Geschehens sind Wiesbaden, Flörsheim, Darmstadt, Offenbach, Oestrich-Winkel und Hanau. Sogar Slam-Poeten dürfen ran. Gemeinsam mit der Jungen Deutschen Philharmonie suchen sie nach neuen Ausdrucksformen, um der „Flaute“ (Julia Cloot) an Goethe-Vertonungen im 20. und 21. Jahrhundert etwas entgegenzusetzen.

Ferner gibt es Liederabende, Jazzkonzerte, Vorträge mit Musik und Bildern im Hochstift und in der Oper eine Soiree über den Librettisten, Opernregisseur und Ausstatter Goethe: „Der Zauberflöte zweyter Theil“ ist sie benannt, nach einem Projekt, das Goethe 1795 begann, drei Jahre später aber einstellte. Was geschieht nach der letzten Szene von Mozarts „Zauberflöte“? Diese Frage stellten sich zahlreiche Künstler seiner Zeit.

Im Brentano-Haus

Das Projekt „Goethe war gut oder Fuck ju Göhte?“ will dem Dialog zwischen Goethe und Pop eine wissenschaftliche Basis geben. An der Städelschule gelangt der Abend auf die Bühne. Im Hochstift wird Dieter Borchmeyer Szenen aus dem „Faust“ von Schubert bis Schumann erläutern, natürlich zur entsprechenden Musik.

Eröffnet wird die Woche mit einem Konzert des Ensemble Modern und einer Diskussion über des Dichters musikalisches Leben. Führungen durchs Goethe-Haus mit dem Akzent auf der Rolle der Musik, Exkursionen ins Brentano-Haus nach Oestrich-Winkel und zahlreiche weitere Veranstaltungen ergänzen das Programm: Stadtspaziergänge („Auf Goethes Spuren in Wiesbaden“), Hörfunkbeiträge, Klanginstallationen und Lesungen.

Goethe-Festwoche

6. bis 16. September, Frankfurt und Umgebun g. Vorverkauf ab sofort, Karten bei den jeweiligen Veranstaltern. Programm im Internet unter www.goethe-festwoche.de

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