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Actionthriller „Mission: Impossible – Fallout“: Geheimagent Hunt hat seinen Stil

Über 20 Jahre nach dem ersten Teil der Kinoreihe geht es nun im sechsten um Terroristen, die nach Plutonium greifen. Regie führt wieder Christopher McQuarrie.
Sein Name ist nicht James Bond, sondern Ethan Hunt (Tom Cruise), aber der Geheimagent klettert die Wände hoch und fliegt die Hubschrauber, wie es sein britischer Kollege 007 nicht besser könnte. Foto: Chiabella James (Paramount Pictures) Sein Name ist nicht James Bond, sondern Ethan Hunt (Tom Cruise), aber der Geheimagent klettert die Wände hoch und fliegt die Hubschrauber, wie es sein britischer Kollege 007 nicht besser könnte.

Es gibt eine schöne Szene in diesem Film, die nach einer wahnwitzigen Verfolgungsjagd durch Paris zu einer kurzen Verschnaufpause einlädt. Ethan Hunt und seine Männer wollen nach geglückter Flucht mit einem bereitgestellten Wagen aus einer Garage fahren. Zufällig kommt eine Polizistin vorbei, der das Ganze, nicht zuletzt wegen eines maskierten Gefangenen, nicht geheuer ist. Sie zieht ihre Pistole, Hunt will sie noch bitten, einfach weiterzugehen. Doch schon eilen vier Verfolger herbei und schießen die Polizistin nieder. Hunt macht mit den Schurken kurzen Prozess, und wie er dann zur Polizistin geht, ihre Blutung stoppt und sich in aller Form bei ihr entschuldigt – das zeugt von Herz und Größe.

Opfer des Friedens

Eine Menschlichkeit, die Ethan Hunt zu Beginn des Films „Mission: Impossible – Fallout“ zum Verhängnis wird. Die Impossible Mission Force, kurz IMF genannt, ist nach ihrer Auflösung in Teil 5 rehabilitiert worden. Und sie wird dringend gebraucht. Ein Terroristennetz namens „Die Apostel“ will auf dem Schwarzmarkt drei Plutonium-Kapseln erwerben, um an verschiedenen Orten der Welt möglichst viele Menschen zu töten. „Kein Frieden ohne Opfer“, lautet ihr zynisches Motto.

IMF-Chef Alan Hunley beauftragt in Belfast Hunt und seine Kollegen Benji Dunn und Luther Stickell, den „Aposteln“, die von einem gewissen John Lark angeführt werden, zuvorzukommen und das Plutonium selbst zu kaufen. Hunt schlüpft in die Rolle von Lark, von dem niemand weiß, wie er aussieht. So kann er zunächst die „Weiße Witwe“ täuschen, eine Waffenhändlerin. Doch bei der Übergabe in Berlin passt Hunt einen Moment nicht auf, weil er den bedrohten Luther schützen will; die drei Plutonium-Kapseln sind weg. Erica Sloan, Chefin der CIA, ist entsprechend wütend und stellt der IMF einen Aufpasser an die Seite: August Walker. Doch der treibt ein doppeltes Spiel.

Von nun an setzt der Film wie schon der Vorgänger „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (2015) zu einem Wettlauf rund um den Globus an. Von Berlin geht es nach Paris und London, von dort nach Ramstein und Kaschmir. Regisseur Christopher McQuarrie, der schon Teil 5 inszenierte, nimmt die Versatzstücke der Serie, um sie geschickt zu variieren. Dem Motiv der Verfolgungsjagd gewinnt er immer wieder neue Facetten ab. Ganz egal, ob beim freien Fall nach dem Sprung aus einem Flugzeug oder beim Laufen über die Dächer Londons, bei dem Hunt via Ohrstöpsel von Benji geleitet wird: McQuarrie findet immer intelligente, manchmal humorvolle, stets aufregende und originelle Lösungen, die der Topografie des Ortes gerecht werden.

Schon im 5. Teil war Tom Cruises Vorliebe für rasante Motorradfahrten ersichtlich. Doch wie er hier, verfolgt von einer (noch) unbekannten Attentäterin, durch die engen Straßen von Paris rast, dabei Gegenverkehr, Ampeln und Kreuzungen missachtend, ist schlichtweg spektakulär. Dabei kommt der Spott nicht zu kurz, etwa wenn Benji (wieder gespielt von Simon Pegg) sein Notebook mit dem Stadtplan Londons falsch herum hält und darum rechts und links verwechselt.

Verlorenes Vertrauen

Wie schon der Vorgängerfilm ist auch dies wieder ein Kinowerk über brüchige Allianzen und falsche Partner, über Vertrauen und Loyalität. Für wen arbeitet Walker wirklich? Warum hat die Attentäterin Hunt verschont? Welches Spiel treibt Erica Sloan? Das Drehbuch zieht mehrere doppelte Böden ein, bis man den Überblick zu verlieren riskiert. Doch irgendwann findet alles mit allem zusammen, und Mc-Quarrie kann sich auf den Showdown in Kaschmir konzentrieren, der an Spannung und Aufregung nicht mehr zu überbieten ist. Nur so viel sei darüber verraten: Tom Cruise findet wieder Gelegenheit, eine steile Wand hochzuklettern. Und das ist das eigentlich Beruhigende an der Reihe „Mission: Impossible“: Von allen Blockbuster-Serien ist sie erzählerisch die geschlossenste, weil die Helden (und manchmal ihre Widersacher) dieselben sind und vertraute Motive wieder aufgenommen werden. Sogar das Tonband gibt es noch, dass sich nach Abhören der Nachricht in Rauch auflöst. In Zeiten von E-Mail, Facebook und Twitter ist das angenehm alter Stil. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos (D+E), Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+OF). Limburg: Cineplex.
Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+E). Mainz: Cinestar (D+E)

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