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Jugendclub am Frankfurter Schauspiel: Gibt es ein Leben ohne Hausaufgaben?

Von Zehn Jugendliche und Kinder erforschen in einem inklusiven Theaterprojekt in der „Box“ des Frankfurter Schauspiels „[Alles] was Recht ist“.
?[Alles] was Recht ist? im Frankfurter Schauspiel. Foto: Birgit Hupfeld ?[Alles] was Recht ist? im Frankfurter Schauspiel.
Frankfurt. 

Gesetze soll es ja geben, weil der Mensch dem Menschen gar zu leicht zum reißenden Wolf wird. Da braucht es eben einen Schutzvertrag: Regeln und Gesetze.

So abstrakt erlebt man das zwar selten. Die zehn jungen (Livia, Can, Flo), älteren (Sabrina, Sarah, Robin) oder fast erwachsenen (Apolline, Joana, Adrian, H.S.) Spieler der Gruppe, die mit einer Theaterpädagogin und Performancekünstlerin (Regie und Konzept: Christine Haas, Isabel Dorn) „[Alles] was Recht ist“ ausgetüftelt haben, bekommen „Recht“ trotzdem konkret zu spüren. Zum Beispiel ist das Recht auf Bildung und freie Berufswahl die eine Sache. Die andere ist es, sich durchzusetzen gegen ungeduldige Lehrer oder an eine zugeteilte Arbeit in der Behindertenwerkstatt gefesselt zu sein. Angenommen, jeder bekäme immerzu sein Recht, etwa auf ein Leben ohne Hausaufgaben – wäre das eine gute Idee? Auch darüber denkt die Gruppe spielend nach.

Komplizierte Sache, aber so kommt es nicht rüber. Sondern öfter mit Ironie und fast immer vergnügt, etwa beim Kleben bunter Klebstreifen als Schrift an der Wand oder Linien am Boden, im Stil einer Turnhalle (Bühne: Olga Gromova, Kostüme: Rahwa Oreyon). Auch mit einem Prolog zur Aufstellung. Dann mit einem Frage-Antwort-Spiel, das jeden einzeln vorstellt: Flo, der sich schon als Zellforscher sieht, die engagierte Apolline und so fort. Danach als Masken- und Kronen-Spiel à la „König der Löwen“ (Sabrina mag das, so wie die kleine Livia immerzu tanzt), mit dem fast existentiellen „Ausbruch“ eines Älteren aus der Box oder einem Show-Spiel „1 – 2 oder 3“, das uns Fakten zu Inklusion und Barrierefreiheit nahebringt. Damit hat Can es in seinem Rollstuhl zu tun und lässt es auch nachspielen: Kein Kino für Rollis?

Es folgt die Los- als Wunschfee: Welche Rechte hättste gern? In der Stunde Spielzeit sagt jeder dem andern etwas Nettes (auch dem Publikum), es gibt Rollenspiele nach Erlebnissen. Einmal steht Apolline im rosa Licht und ärgert sich, dass Mädchen immer Rosa mögen sollen. Im Finale erklingt „Revolution No. 9“, es wird mit Flugzetteln und Fotoporträts hantiert. Hübsches Erlebnis nicht nur für die Zehn auf der Bühne (oder Elf, wenn man die fleißige Souffleuse einrechnet)!

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