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Comicverfilmung „Thor“: Göttlicher Angeber muss den Hammer abgeben

Von Der Neuseeländer Taika Waititi hat die Regie über die „Thor“-Reihe übernommen und verbessert mit Cate Blanchett die Frauenquote im Spiel.
Her mit dem Tag der Entscheidung (von links): Hulk, Thor (Chris Hemsworth), Valkyrie (Tessa Thompson) und Loki (Tom Hiddleston) nehmen die Dinge in Angriff. Foto: Uncredited (Marvel Studios) Her mit dem Tag der Entscheidung (von links): Hulk, Thor (Chris Hemsworth), Valkyrie (Tessa Thompson) und Loki (Tom Hiddleston) nehmen die Dinge in Angriff.

„Ich bin Thor, Sohn des Odin, Gott des Donners!“ Ja, ja, schon klar. So richtig will sich keiner mehr von den Worten beeindrucken lassen, mit denen sich der nordische Gewittergott vorstellt. Aus den Ketten der Gefangenschaft des riesigen Feuermonsters kann sich Thor (Chris Hemsworth) mit gewohnter Kaltschnäuzigkeit noch befreien, aber dann ist Schluss mit lustig für den göttlichen Angeber. Papa Odin (Anthony Hopkins) macht im norwegischen Exil einen finalen Abgang. Die Heimat Asgard scheint dem Untergang geweiht. Und dann ist da noch die Sache mit dem Hammer: Die böse Schwester Hela (Cate Blanchett) hat die Wunderwaffe des Donnergottes kaputt gemacht. Blanchetts Auftritt als matriarchale Angstfantasie mit schwarzen Lidschatten-Orgien um die Augen und einem okkulten Hirschgeweih auf dem Kopf ist einfach furios. Lässig zerbröselt diese Hela mit einer Hand den Wunderhammer, aus dessen Kräften sich das omnipotente Selbstverständnis des kleinen Bruders speiste – und schon nach kaum 20 Kinominuten wird klar, dass der neuseeländische Regisseur Waititi („5 Zimmer, Küche, Sarg) Superhelden-Serie „Thor“ aus dem Comic-Verlag Marvel durchrüttelt.

Der Firmenneuling bringt genau jenen frischen Blick auf das Superhelden-Genre mit, den das oft selbstherrliche „Marvel Cinematic Universe“ nötig hat. Immer wieder bricht Waititi das Heldenpathos pointiert auf und findet selbst im Digitalgewitter des Finales noch Zeit für abrupte Ironisierungen. Der Schlüssel zur Erneuerung liegt hier jedoch vor allem in dem Feminismus, der die Vermännlichung des Genres süffisant unterwandert. Selbst wenn der gepeinigte Thor am Ende auch ohne seinen Hammer noch ein bisschen die Welt retten darf, sind es Blanchetts Finsterfrau Hela und die superlässige Valkyrie von Tessa Thompson (Netflix-Serie „Dear White People“), die mit dem Film einfach davonlaufen. Bis zur vollen Gleichberechtigung wird im Superhelden-Genre noch einige Zeit ins Land ziehen, aber mit „Ghost in the Shell“, „Wonder Woman“ und diesem feinen „Thor“ ist auf jeden Fall der richtige Weg eingeschlagen. Sehenswert

 

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