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„40 Tage in der Wüste“: Gottes Sohn hofft auf Antwort des himmlischen Vaters

Von Ewan McGregor weilt als Jesus ganze „40 Tage in der Wüste“ und widersteht in Rodrigo Garcías biblisch angehauchtem Film angeblich dem Teufel.
Jeshua (Ewan McGregor) fastet und leidet in der Dürre. Foto: Gilles Mingasson Jeshua (Ewan McGregor) fastet und leidet in der Dürre.

Insgesamt 40 Tage weilte Jesus in der Wüste, wo er drei teuflischen Versuchungen widerstand. So heißt es in der Bibel, so ist es überliefert. Ein Stoff, aus dem sich alles machen lässt, vom kleinen Zwiegespräch zwischen Gottessohn und Satan, bis hin zum größeren Epos, wie es Martin Scorsese 1988 mit Willem Dafoe als Hauptdarsteller in der Kreuzigung enden ließ („Die letzte Versuchung Christi“).

Wenn der schottische „Trainspotting“-Schauspieler Ewan McGregor in den ersten Filmminuten die blauen Augen unter sengender Sonne gen Himmel hebt, ist noch alles offen. Eine ebenso weit ausholende wie tiefgehende Geschichte aus uralten Zeiten könnte anheben. Eine Erzählung voller Pein aus der Dürre der Ewigkeit. Doch was dann folgt, ist nur eine ausgemergelte Handlung, die sich in der drückenden Hitze so dahinschleppt wie Jesus, der hier Jeshua heißt und dem Satan in sich selbst begegnet. Als es soweit ist, steht McGregor wie ein Zwilling doppelt da, mit langem Haar und Bart und Turban (der Teufel trägt außerdem Silberringe) und lässt die Blicke doppelt schweifen, wahlweise über Dünen und Ebenen.

Worte fallen kaum in diesem Kinowerk des Kolumbianers Rodrigo García („Die Sopranos“). „Vater, sprich zu mir“, beklagt sich denn auch Jeshua beim Herrn im Himmel. Doch der Allmächtige rührt sich nicht. Noch schlimmer aber: Auch der Film hat fast nichts zu sagen, und die drei Versuchungen hüllen sich erst recht in Schweigen, wenn nicht gleich gar in Unsichtbarkeit. Wie man weiß, fordern besagte Versuchungen von Jesus erstens, Steine in Brot zu verwandeln, zweitens, sich vom Berg hinabzustürzen, ohne zu Tode zu kommen, und drittens, den Teufel anzubeten. All das, um seinen Glauben gegen jegliche Zweifel zu festigen.

Der junge Zimmermann aus Nazareth aber trödelt unverhältnismäßig lange in der Wüstenei herum, bis er auf eine Steinmetzfamilie trifft, die auf einer Anhöhe sesshaft geworden ist. Nun holt der Film die lang hinausgezögerten Versuchungen ohne große Lust und Logik nach: Mit dem Sohn freundet Jeshua sich an. Die Lockungen der todkranken Mutter weist er dafür zurück. Und den Vater rettet er nicht aus dem Abgrund. So simpel wie schnöde. Das war’s dann. In der Ferne liegt als letzte Versuchung angeblich das güldene Jerusalem. Angeblich: Eine treffende Bezeichnung für diesen ganzen Film. Entbehrlich

 

Frankfurt: Mal seh’n (OmU)

 

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