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Interview mit Robin Cousins: Holiday-On-Ice-"Choerograf: „Die Tänzer müssen die Musik fühlen“

Zu Beginn des neuen Jahres gastiert „Holiday On Ice“ mit der neuen Show „Atlantis“ in der Frankfurter Festhalle, um in einen Kosmos aus Eistanz und viel Fantasie zu entführen.
Spektakuläre Akrobatik: Bei der neuen „Holiday-on-Ice“-Show „Atlantis“ tauchen die Künstler hinab in eine untergegangene Welt. Foto: Deen van Meer Spektakuläre Akrobatik: Bei der neuen „Holiday-on-Ice“-Show „Atlantis“ tauchen die Künstler hinab in eine untergegangene Welt.
Frankfurt. 

Erstmals erwähnte der antike griechische Philosoph Platon in der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. das mythische Inselreich, das 9600 v. Chr. innerhalb „eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht“ untergegangen ist. Jetzt erweckt es der britische Choreograf und Regisseur Robin Cousins zu neuem wundervollen Leben. Mit 30 erstaunlich jungen, aber großartigen Eiskunstläufern gelingt ihm eine niveauvolle Show, die nicht nur mit einem opulenten Bühnenbild, reizvollen Videoprojektionen, stimmungsvollem Licht und fantasiereichen Kostümen besticht. Diesmal fließen bei verschiedenen Musikstücken sämtliche Szenen auf dem Eis auch zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Thomas Ungeheuer sprach mit Robin Cousins, der für „Holiday On Ice“ bereits Shows wie „In Concert“, „Hollywood“, „Celebration“, „Fantasy“, „Mystery“ und „Diamonds“ inszeniert hat.

Herr Cousins, Sie haben im Jahr 2009 mit „Tropicana“ Ihre bislang letzte Show für „Holiday On Ice“ choreografiert. Hat sich Ihr Stil seitdem verändert?

ROBIN COUSINS: Ich glaube nicht. Allerdings ähnelt „Atlantis“ weniger einer Revue. Die Geschichte, die wir erzählen, steht jetzt mehr im Vordergrund als früher. Nicht jede Szene muss darin spektakulär wirken, vielmehr soll sie innerhalb der Erzählung einen ganz bestimmten Sinn haben. So gesehen hat meine Choreografie mehr an Theatralik gewonnen.

Robin Cousins hat für die Eis-Show „Atlantis“ die Choreografie geschaffen. Bild-Zoom Foto: Rico Ploeg
Robin Cousins hat für die Eis-Show „Atlantis“ die Choreografie geschaffen.

Mit wem haben Sie die Geschichte von „Atlantis“ entwickelt?

COUSINS: Die Story habe ich mir mit dem Kreativ-Team ausgedacht. Wir haben sämtliche Aspekte gemeinsam besprochen. Jeder von uns hatte seine eigenen Ideen. Aber natürlich habe ich auch „Holiday On Ice“ gefragt: Was wollt ihr eurem Publikum bieten? Es muss eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen geben, damit man eine große Vision umsetzen kann. Also stand ich auch mit den Künstlern in Kontakt, die die Musik auswählten, das Bühnenbild oder das Licht gestalteten und die Kostüme entwarfen.

Dürfen Ihre Läufer mitentscheiden, welche Kostüme sie in der Show tragen?

COUSINS: Nein. Aber ich würde sie nie dazu zwingen, Kostüme zu tragen, die ich nicht selbst anziehen würde. Wir verbringen Wochen miteinander, um die Show einzustudieren. Alle haben dabei ihre normalen Trainingsanzüge an. Hier sind sie ganz sie selbst. Danach haben sie fast an jedem Tag zwei Stunden, in denen sie in ihre Rollen schlüpfen und jemand anderes sein können. Während dieser kurzen Zeit müssen die Kostüme in die Szenen und zur Musik passen. Fantasievolle, geschmackvolle und glamouröse Kostüme sind hier gefordert, die es nur in „Atlantis“ zu sehen gibt und nirgendwo anders. Unser Kostümdesigner Michael Sharp war früher Tänzer. Ich glaube, er hat in der Wahl seiner Schnitte und Stoffe alles dafür getan, dass sich die Ensemblemitglieder wohlfühlen.

Elegante Hebefiguren gehören auch bei der „Atlantis“-Show zum anspruchsvollen Programm für die Eiskunstläufer. Bild-Zoom Foto: © photographer Deen van Meer
Elegante Hebefiguren gehören auch bei der „Atlantis“-Show zum anspruchsvollen Programm für die Eiskunstläufer.

Sie selbst wirken in Theaterstücken am Londoner West End mit. Wie wichtig ist es Ihnen, dass Ihre Eiskunstläufer gute Schauspieler sind?

COUSINS: Ein paar von ihnen sind großartig. Manche sind jedoch vor „Atlantis“ nie gefragt worden, ob sie schauspielern wollen. In Wettbewerben hatten sie ihre Standards zu zeigen. Springen, Hebefiguren und Drehungen. Jetzt sage ich zu ihnen: Zeig’ mir, was du fühlst, oder sag mir, was du denkst, wenn du ein bestimmtes Musikstück hörst. Die Antworten müssen sie herausfinden. Manche lernen schnell, manche gar nicht. Aber das heißt keineswegs, dass letztere nicht überzeugend auftreten können. Es bedeutet nur, dass sie Figuren bekommen, bei denen sie nicht zu schauspielern brauchen.

Was inspiriert Sie, wenn Sie eine Choreografie entwerfen?

COUSINS: Theater, Ballett, Tanz, Musik und das Leben auf der Straße. Alles mögliche. Ich schaue immer nach Ideen, notiere mir jedoch nichts. Aber wenn ich mich nach drei Tagen noch an eine Idee erinnere, dann schreibe ich sie auf.

In „Atlantis“ gibt es eine große Vielfalt von verschiedenen Musikstilen wie Pop, Rock, Ambient und Klassik.
Warum?

COUSINS: Man muss den Läufern genügend Gründe dafür geben, sich auf unterschiedliche Weise zu bewegen. Sie brauchen ein Musikstück nicht unbedingt zu mögen. Sie müssen nur verstehen, warum es zum Einsatz kommt. Wenn das geschehen ist, dann können sie in den Rhythmus des Songs eintauchen. Und weil viele noch nie die Chance hatten, zu solch unterschiedlicher Musik zu laufen, entdecken sie damit neue Möglichkeiten, sich zu bewegen.

Sie haben sehr viele verschiedene Nationalitäten in Ihrem Ensemble. Ist es für Sie schwierig, mit so vielen verschiedenen Mentalitäten klar zu kommen?

COUSINS: Nein. Im Eiskunstlauf ist es wie im Tanz oder im Ballett. Die Füße sprechen – nicht der Mund.

Festhalle Frankfurt

4. bis 8. Januar, verschiedene
Uhrzeiten. Karten von 25,90 bis
76,90 Euro unter Hotline 0 18 06-57 00 70. Internet www.eventim.de

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