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„Film Stars don’t die in Liverpool“: Hollywood, das war einmal

Von Annette Bening spielt die alternde Schauspielerin, die fernab von früheren Erfolgen dem Krebstod entgegensieht und sich an eine große Liebe erinnert.
Es ist lange her, dass Gloria Grahame (Annette Bening) in Hollywood geglänzt und einen Oscar erhalten hat. Foto: - (Sony Pictures Entertainment Deut) Es ist lange her, dass Gloria Grahame (Annette Bening) in Hollywood geglänzt und einen Oscar erhalten hat.

Nicht jeder Filmstar lebt bis zum Ende seiner Tage in Ruhm und Reichtum. Viele geraten irgendwann einfach in Vergessenheit und fallen die Karriereleiter wieder hinab, die sie in jungen Jahren mühevoll erklommen haben. Gloria Grahame hatte in den 50er Jahren als Femme fatale in einigen Film-Noir-Werken einen guten Lauf, wurde 1953 als beste Nebendarstellerin in „Stadt der Illusionen“ mit dem Oscar ausgezeichnet und 1960 mit einem Stern auf dem „Walk of Fame“ geehrt. Aber dann bröckelte ihre Karriere langsam ab, vom Kino hin zu kleineren TV-Produktionen und Theater-Engagements auf weniger bedeutenden Bühnen.

Paul McGuigans „Film Stars don’t die in Liverpool“ betrachtet das Leben der Hollywood-Diva vom weniger rühmlichen Ende aus, als die krebskranke Gloria (Annette Bening) 1981 im englischen Lancaster vor einem Auftritt in der Garderobe zusammenbricht und von der Familie ihres früheren Liebhabers in Liverpool aufgenommen wird. Peter Turner (Jamie Bell) hatte Gloria Ende der 70er in einer Londoner Pension kennengelernt. Er ist Ende zwanzig, Gloria Mitte fünfzig, aber der Altersunterschied ändert nichts an der gegenseitigen Faszination und Wertschätzung, welche die beiden füreinander empfinden. Vom Krankenbett im proletarischen Elternhaus, wo sich Peter und seine Mutter Bella (Julie Waters) rührend um Gloria kümmern, erzählt der Film in Rückblenden von dieser generationenübergreifenden Liebe, die daran zerbricht, dass Gloria ihre Erkrankung vor Peter geheim hält.

Dass Annette Bening als alternde Diva, die mit ihrem Äußeren hadert, aber nichts von ihrer inneren Strahlkraft verloren hat, brillant ist, dürfte niemanden überraschen. Schon im vergangenen Kinojahr hat Bening in „Jahrhundertfrauen“ die Kraft und die Melancholie des Alters aus weiblicher Sicht präzise auf den Punkt gebracht. Aber auch Jamie Bell, der als Vierzehnjähriger mit „Billy Elliot“ (2000) die Kinoleinwand betreten hat, ist hinreißend als Liebhaber, dessen Sexappeal sich vor allem durch Einfühlungsvermögen bestimmt. Bei solch einem fabelhaften Leinwandpaar kann man schon einmal über so manches Pathos, das hier mitunter recht großzügig ausgeteilt wird, und die allzu nostalgische Gefälligkeit in der Ausstattung hinwegsehen. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Harmonie, Metropolis (OF). Limburg: Cineplex

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