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"Ich würde nie einen Baum malen"

Von Am Newsdesk der "Frankfurter Neuen Presse" hängen derzeit Bilder des Amerikaners, die eine Stadt voller Bewegung und Veränderung zeigen.
Die Hektik New Yorks, das Gedränge, der Autoverkehr haben es dem aus Kalifornien stammenden Maler Tom Christopher angetan.	Foto: Harald Schröder Die Hektik New Yorks, das Gedränge, der Autoverkehr haben es dem aus Kalifornien stammenden Maler Tom Christopher angetan. Foto: Harald Schröder

Er stammt aus Kalifornien, aber New York hat ihn gepackt. Die Härte, der unaufhörliche Strom der Bewegung, das Licht und die permanente Abwechslung. Seit zwanzig Jahren ist Tom Christopher dieser Stadt verfallen. Seine Galeristin Barbara von Stechow erzählt, dass Bilder von ihm auch im Weißen Haus hängen, "egal unter welchem Präsidenten, Bush, Obama". Stolz zeigt sie einen Brief von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, der ihr gerade für ihr hervorragendes Engagement für die amerikanische Kunst dankt. Tom Christopher gehört zu seinen Lieblingsmalern. Kein Wunder: Er ist so etwas wie ein Chronist der Stadt.

"Ich habe mich einfach in diese Stadt verliebt", sagt der gebürtige Kalifornier. "Sie hat alles verändert." Zwei Jahre hat er für die Schau gearbeitet, die bis vor kurzem in der Galerie von Stechow im Frankfurter Westend zu sehen waren, und aus der nun Bilder in den Fluren dieser Zeitung hängen. Etwa 25 Bilder schafft Tom Christopher pro Jahr, wie er erzählt. "Draw classicly, paint violently" – Zeichne klassisch, male mit aller Kraft" ist so etwas wie ein Motto, das über (fast) allen steht.

Plakatives Vorgehen

Es sagt viel über das zugleich behutsame wie plakative Vorgehen des Künstlers. Zunächst ist da die Motivsuche in den Straßen New Yorks. Stets hat Christopher sein Skizzenbuch dabei. Gesichter, Szenen, Schriftzüge, aber auch Notizen von Gesprächsfetzen finden sich darin. Später, in seinem Studio, setzt er sie zusammen – erst skizziert er fein mit dem Bleistift, dann malt er sie mit kräftigen Farben aus. So entstehen Bilder voller Tempo, Aktion, und doch im richtigen Moment von großer Zartheit.

"Ich mag schnelle Sachen", sagt Christopher, zu seiner Autoliebe und zur großstädtischen Dauerhektik befragt. Das alles sei "aufregend". Ein Baum hingegen sei langweilig: "Ich mag Bäume, aber da ist keine Aktivität." Und dann fügt er hinzu: "Was ist spannender? Ein Bild von einem Strand oder ein Bild von einem Strand mit einer Hai-Attacke?"

Hell wirken die meisten seiner Gemälde, und viele haben schöne, leuchtende Farben: der Overall eines Arbeiters, das Gelb eines Taxis.

Aber sind sie auch freundlich? Wohl nur mit Einschränkung: Die Flüchtigkeit des festgehaltenen Moments, die Schnelligkeit in der City drohen den einzelnen stets zu überrollen. Der Mensch ist gefordert, in jedem Moment.

Deswegen ist es Christopher so wichtig, dass seine Bilder ein untergründiges Element von Dunkelheit haben. "Hier habe ich den Einwanderer, der Zettel austeilt – sicherlich kein Traumjob", deutet er auf ein Gemälde. Auf einem anderen zeigt er die schönen Seiten des amerikanischen Traums, vom Pin-up-Girl bis zu Glamour und Ruhm, gleich neben der Gefahr des Niedergangs: "Der Abstieg ist stets präsent. Und es gibt so viele Leute, die es nicht schaffen, gerade in New York. Es ist eine harte Stadt. Hier lauern viele Fallen. Man muss immer wach sein hier."

Bis zum 15. August im Newsroom der Frankfurter Neuen Presse, Frankenallee 71–81, Frankfurt. Besichtigung nach telefonischer Anmeldung unter

(069) 75 01 44 02. Internet www.fnp.de

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