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Altrocker geben Konzert in Frankfurt: Im Doppelpack: "Status Quo" und "Uriah Heep" in der Jahrhunderthalle

In der Jahrhunderthalle traten die Rock-Veteranen von „Uriah Heep“ und „Status Quo“ auf die Bühne. Francis Rossi angeblich zum letzten Mal – mit E-Gitarre.
„Status Quo“: Francis Rossi (67) trägt bei der Suche nach dem vierten Akkord unbeirrbar Weste. Foto: Julian Sajak „Status Quo“: Francis Rossi (67) trägt bei der Suche nach dem vierten Akkord unbeirrbar Weste.
Frankfurt. 

Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit aufreibenden Tourneen im maximalen Dezibelgewitter. Schließlich haben die Briten von „Status Quo“ das Pensionsalter überschritten. Wer vom mehrheitlich Ü-50-Publikum am Montagabend in die nahezu ausverkaufte Jahrhunderthalle pilgerte, um den Rockidolen seiner Jugend die Ehre zu erweisen, tat dies im festen Glauben, dass „Status Quo“ zum letzten Mal elektrifiziert antreten.

Nicht nur der Tourtitel („The Last Night Of The Electrics“) signalisierte Abkehr vom Gewohnten, auch in aktuellen Interviews pochten „Status Quo“ darauf, im nächsten Jahr ausschließlich als Unplugged-Ensemble zurückzukehren. Was solche Lippenbekenntnisse im Showgeschäft taugen, wo Künstler mal eben „endgültig Bühnenabschied“ nehmen, um wenige Jahre später ein Comeback zu feiern, wird die Zeit zeigen.

„Status Quo“ jedenfalls langten nicht nur kräftig hin, sondern zeigten sich unter der alleinigen Führung des letztverbliebenen Gründungsmitglieds Francis Rossi frischer, härter und kantiger als zuletzt, als das Ur-Quartett mit den Ehemaligen (John Coghlan, Alan Lancaster) auf Tour ging. Und das, obwohl Rossis Langzeitweggefährte und Sparringspartner Rick Parfitt nach schwerem Herzinfarkt im Juni in Antalya seinen endgültigen Bühnenabschied genommen hat.

Als markanter Charakter im Erfolgsquintett ist Parfitt sicherlich im gewohnten Phon-Tsunami unersetzlich. Der Ersatz – Neuzugang Richie Malone übernahm die Gitarrenparts, Bassist John „Rhino“ Edwards die Mikrofonpflichten – meisterten grundsolide ihre Aufgaben. Eine regelrechte Hit-Lawine überrollte die Fans – vom launigen Muntermacherauftakt „Caroline“ bis zum finalen Medley aus den Chuck- Berry-Klassikern „Rock And Roll Music/Bye Bye Johnny“. Bis auf das eher gemächliche „In The Army Now“ setzten „Status Quo“ auf Volldampf mit urwüchsigen Evergreens wie „Rain“, „The Oriental“, „Hold You Back“ oder „Paper Plane“. Ließ auch ein komprimiertes Potpourri aus fünf Hochkarätern manchen Fan verdrießlich dreinblicken.

Stimmlich nicht mehr auf der Höhe: Ian Anderson (69) von „Jethro Tull“. Bild-Zoom Foto: Sven-Sebastian Sajak
Stimmlich nicht mehr auf der Höhe: Ian Anderson (69) von „Jethro Tull“.

Francis Rossi geleitete mit britischem Humor rotzig frisch durch den Abend. Erklärte woher der seltsame Titel des folkigen „Gerdundula“ herrührte – von einem Paar aus Bielefeld namens Gerd und Ulla –, machte Faxen und trieb seine Mitmusikanten an. Vor allem Keyboarder Alan Bown machte bei Favoriten wie „Down Down“, „Roll Over Lay Down“ und „Rockin’ All Over The World“ eine gute Figur, wenn er sang, bluesige Mundharmonika blies, Boogie-Woogie-Pianoperlen abfeuerte und gelegentlich gar als dritter Gitarrist miteinstieg.

Als nicht ganz so amüsant ließen sich die Anheizer „Uriah Heep“ einstufen. Zwar setzte die 1969 vom letzten Ur-Mitglied, Gitarrist Mick Box, gegründete Band nahezu ausschließlich auf Hard-Rock-Klassiker, von „Gypsy“ bis „Easy Livin’“. Doch der schon seit 1986 amtierende Vokalist Bernie Shaw kann den Qualitäten von Ur-Sänger David Byron schlicht nicht das Wasser reichen. Daran änderten weder die Originalarrangements noch das druckvolle Ensemblespiel etwas.

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