Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 19°C
1 Kommentar

Kriegsfilm „Dunkirk“: In der Schlacht wird nicht viel geredet

Von „Batman“-Regisseur Christopher Nolan hat die Tragödie im französischen Dünkirchen mit Kenneth Branagh als einem der Befehlshaber nachgestellt.
Kinofilm "Dunkirk" Foto: Melinda Sue Gordon Kinofilm "Dunkirk"

Regisseur Sam Fuller („The Big Red One“) hat einmal behauptet, der einzige Weg, einen Krieg wirklichkeitsnah im Kino darzustellen, sei, mit einem Sturmgewehr in den Saal zu schießen. Freilich vermag selbst der technisch ausgefeilteste Filmtrick die Schrecken einer Schlacht nicht so zu transportieren, dass die Zuschauer echte Todesangst verspüren. In dieser Hinsicht muss jedes Kriegsdrama scheitern. Doch es ist möglich, dem Leid ein Gesicht zu geben, indem die Schicksale der ums Überleben kämpfenden Soldaten und Zivilisten auf berührende Weise erzählt werden. Das Publikum identifiziert sich mit den Charakteren und empfindet Mitleid, wodurch der Horror des Krieges zwar nicht erlebbar, aber nachfühlbar wird.

Bernhard Wickis „Die Brücke“ ist ein meisterliches Beispiel. Christopher Nolans „Dunkirk“ ist es nicht. Die Nachstellung der legendären Rettungsaktion im Mai 1940 offenbart wieder einmal Nolans Stärken und Schwächen. Der „Batman“-Regisseur hat ein Auge für prächtige Bilder, aber kein Händchen für Emotionen. Die Handlung ist in drei verschiedene Stränge aufgeteilt, die sich unabhängig entwickeln und während des Finales kreuzen. Am Strand von Dünkirchen in Nordfrankreich versucht der britische Infanterist Tommy (blass: Fionn Whitehead), an Bord eines auslaufenden Zerstörers zu gelangen und der anrückenden Deutschen Wehrmacht zu entfliehen. Kampfflieger der Royal Air Force haben die „Operation Dynamo“ gestartet, um der Evakuierung der Truppen Geleitschutz aus der Luft zu geben. Spitfire-Pilot Farrier (unterfordert: Tom Hardy) geht bei seinem Einsatz bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Derweil segeln der Zivilist Mister Dawson (Mark Rylance) und sein jugendlicher Helfer George (Barry Keoghan) auf einem Privatboot zur französischen Küste. Die britischen Patrioten wollen so viele Soldaten wie möglich in die Heimat transportieren, unter Einsatz ihres Lebens. In der Absicht, die historischen Ereignissen in ein modernes Kunstwerk umzumünzen, bricht Christopher Nolan mit Sehgewohnheiten. Er verzichtet nahezu komplett auf Dialoge und gönnt den Figuren nicht einmal eine angedeutete Hintergrundgeschichte. Wer sie sind, wen sie lieben, was sie fühlen – man erfährt nichts. Dadurch sinkt das Interesse an ihnen auf den Nullpunkt, und der Film verliert, was kein Spezialeffekt aufwiegen kann: ein menschliches Zentrum. Was übrig bleibt, ist eine Aneinanderreihung grandioser Aufnahmen im IMAX-Format zur Musik des aus Frankfurt stammenden Hollywood-Komponisten Hans Zimmer. Technisch brillant, ist „Dunkirk“ doch antiseptisch und kalt wie ein Computerspiel. Annehmbar

In diesen Kinos

Frankfurt: Berger (D+OF), Cinestar, Eldorado, Harmonie (OmU), Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+E). Limburg: Cineplex. Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+E). Mainz: Cinestar

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse