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"Drei Zinnen": In einer Hütte in den Bergen

Von Alexander Fehling spielt unter der Regie von Jan Zabeil einen Mann, der dem Sohn seiner Freundin zum zweiten Vater werden will.
Aaron (Alexander Fehling, rechts) hofft, Tristan (Arian Montgomery) in den Ferien näherzukommen. Aaron (Alexander Fehling, rechts) hofft, Tristan (Arian Montgomery) in den Ferien näherzukommen.

Die Berghütte ist ein beliebter Schauplatz für Beziehungsdramen. Hoch oben, weit weg von jeder Ablenkung und vom Rest der Welt, können Gefühle aufsteigen, die allzu lange unterdrückt wurden und nun zu ihrem Recht kommen wollen. In der Enge der Behausung spitzt sich zu, was unter anderen Gegebenheiten noch lange nicht zur unausweichlichen Auseinandersetzung geführt hätte.

Aaron (Alexander Fehling mit Vollbart) macht Ferien mit seiner französischen Freundin Lea (Bérénice Bejo) und deren Sohn Tristan (Arian Montgomery). Für alle drei soll es eine Zeit der Annäherung werden. Doch je mehr Aaron sich beim Vorlesen auf der Hütte oder bei den Wanderungen darum bemüht, dem Jungen ein zweiter Vater zu sein, desto mehr wird dies von dem Kind und dessen Mutter zurückgewiesen. Für Aaron stellt sich bald die Frage, ob er noch Teil einer neu zusammenwachsenden Familie werden kann oder aber die Trennung suchen soll.

Der Berliner Filmemacher Jan Zabeil, der bereits mehrfach mit Alexander Fehling gedreht hat („Der Fluss war einst ein Mensch“), hatte Glück, dass er einen so namhaften Hauptdarsteller einsetzen konnte. Aber es hilft ihm nicht viel. Zu unergiebig ist sein Drehbuch, obwohl es auf eine mögliche Tragödie zutreibt, zu aussagelos sind die Worte und Sätze, die gewechselt werden, zu wenig erfährt man über Aaron und Lea sowie über das, was sie zum Paar gemacht hat (Lea hat den leiblichen Vater ihres Sohns verlassen). Kurzum: Es ist nicht genügend Gefühlsstoff vorhanden, um daraus ein ertragreiches, spannendes Beziehungsdrama zu machen.

Zabeils Regieführung zehrt ganz von der Sinnbildlichkeit der Berglandschaft. Die knapp 3000 Meter hohen „Drei Zinnen“ stehen da wie „Vater, Mutter, Kind“, die Gebirgszüge gleichen den Höhen und Tiefen der menschlichen Stimmungen, das Holzsägen wird zum Hinweis auf die Zerstörung des Bestehenden, und das Wasser zeigt sich als Element des Lebens, das seine Beschaffenheit ändert, sich in Nebel, Schnee oder Eis verwandelt. Das alles zu inszenieren, ist aber nur handwerklicher Standard, nicht erst seit Fred Zinnemann in den Alpen Sean Connery „Am Rande des Abgrunds“ taumeln ließ. Auch die passendste Form bleibt ohne genügend Inhalt letztlich leer und die bildkünstlerische Anstrengung dann vergebens. Schwach

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