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Kiss kommen am 23. Mai in die Frankfurter Festhalle: Interview mit Gene Simmons: „Bei uns ist alles echt“

Mit ihrer „Live“-Tournee kommen die Musiker von „Kiss“ in die Frankfurter Festhalle. Neben „Überraschungen“ gibt es die Songs aus 45 Jahren Bandgeschichte.
Wenn Gene Simmons (66) dem Publikum die Zunge rausstreckt, dann ist das seine Art von Begrüßung. Auf der Bühne trägt der Rocker Schminke, ein 50 Pfund schweres Kostüm und 18 Zentimeter hohe Absätze. Foto: Caroline Seidel (dpa) Wenn Gene Simmons (66) dem Publikum die Zunge rausstreckt, dann ist das seine Art von Begrüßung. Auf der Bühne trägt der Rocker Schminke, ein 50 Pfund schweres Kostüm und 18 Zentimeter hohe Absätze.
Berlin. 

„Kiss“ gehört zu den erfolgreichsten Bands der Welt. Nach den „Beatles“ und den „Rolling Stones“ erspielten sich die Mannen um Schlabberzunge Gene Simmons (66) und Sänger Paul Stanley die meisten Goldenen Schallplatten. In Las Vegas verfügt das amerikanische Quartett über einen eigenen Themenpark, und auch die „Kiss“-Restaurantkette „Rock & Brews“ kann sich über Kundschaft nicht beklagen. Sogar in der amerikanischen Arena-Football-League mischen die lebenden Comicfiguren mit. Sie besitzen Anteile an dem Team „LA Kiss“ aus der Disneyland-Stadt Anaheim. Bevor Bandgründer und Finanzgenie Gene Simmons, der gern in Superlativen spricht, mit seiner „Live“-Tournee am 23. Mai in die Frankfurter Festhalle kommt, sprach Olaf Neumann mit ihm.

ECHO: Mr. Simmons, wie geht es Ihnen?

GENE SIMMONS (antwortet auf Deutsch): Vielen Dank! Sprechen Sie auch Ungarisch? Ich spreche ein bisschen Ungarisch, Hebräisch, Deutsch, Japanisch und natürlich Englisch.

ECHO: Sie sind mit „Kiss“ auf Deutschland-Tour. Haben Sie eine neue Show dabei?

SIMMONS (nun auf Englisch): Wir denken ständig über unsere Show nach. Und ja, wir warten auch diesmal mit vielen Überraschungen auf. Auf dem Programm stehen Songs aus unserer 45-jährigen Bandgeschichte. Das Beste an unserem Erfolg ist, niemand hat uns etwas geschenkt, wir haben uns alles selbst erarbeitet. Fans haben dies möglich gemacht, nicht Kritiker oder die „Rock and Roll Hall of Fame“. Das Wichtigste ist unsere Beziehung zu den Fans. Unsere letzte Europatour vor zwei Jahren mussten wir ja leider absagen wegen der Terroranschläge in Belgien und Frankreich. Diesmal bringen wir Security mit und werden sicherstellen, dass alle safe und happy sind. Deutschland gehört zu unseren Lieblingsländern. Ich liebe Schlösser und Burgen.

ECHO: Versuchen Sie, sich mit jeder neuen Tour selbst zu übertreffen?

SIMMONS: Ja, diese Idee steckt hinter jeder unserer Tourneen. Wenn du erst einmal ein Champion bist, dann willst du immer höher hinaus. Genau das macht einen Champion aus. Wir bringen auf jeden Fall auch neue Technologien mit. Hören Sie, alles, was Sie auf unserer Bühne sehen, ist echt: zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. Nichts weiter. Keine Synthesizer, kein Playback, keine Disco-Boys und Disco-Girls. Kein Fake, bei „Kiss“ ist alles echt! Bedauerlicherweise wird heute im Rap und in der Popmusik mittels Lippensynchronisation so getan, als würde man singen, aber in Wahrheit ist es nur Playback. Ich hasse das, weil es die Fans beleidigt. Elektronische Dance Music ist da viel ehrlicher. Da steht eine Person auf der Bühne mit gestrecktem Finger, sie drückt einen Knopf, und die Show beginnt. Das ist ehrlicher, weil diese Person nicht so tut, als würde sie singen.

ECHO: Haben Sie auch neue Songs im Programm?

SIMMONS: Wir spielen einige Stücke, die wir schon lange nicht mehr gespielt haben. Und vielleicht sogar Songs, die wir noch nie live dargeboten haben. Unser Segen ist zugleich unser Fluch. Wir machen dies jetzt schon sehr lange, und die Band ist gesünder und stärker denn je. Aber wir können nie alle glücklich machen, so viel Zeit haben wir einfach nicht. Deshalb stellt die Setlist immer eine sehr große Herausforderung dar.

ECHO: Wenn bei Ihnen die Messlatte so hoch liegt, werden Sie dann überhaupt weiter Platten rausbringen? Es dürfte schwer sein, Ihre eigenen Klassiker zu übertreffen.

SIMMONS: Wir arbeiten gerade an einem Box-Set: 150 Songs aus 50 Jahren. Es soll im Herbst erscheinen. Die Band wird in nächster Zeit nicht ins Studio gehen können, um neues Material aufzunehmen, weil wir jetzt erst einmal um die Welt touren. Aber in den nächsten zwei Jahren möglicherweise.

ECHO: Obwohl Sie seit vier Jahrzehnten einen mehr als luxuriösen Lebensstil pflegen, haben Sie nie viel Alkohol getrunken, Drogen genommen, geschweige denn Zigaretten geraucht. Was gab Ihnen das Selbstvertrauen, stets einen klaren Kopf zu bewahren?

SIMMONS: Ich mag mich einfach zu sehr. Menschen, die die ganze Zeit Alkohol trinken oder Drogen nehmen, mögen sich selbst nicht wirklich. Denken Sie mal darüber nach! Warum sollte ich mir die ganze Zeit etwas in den Mund stecken, von dem ich vielleicht eines Tages Krebs bekomme? Warum sollte ich etwas essen, das keine Vitamine hat und mich krank macht?

ECHO: Jetzt wissen wir, wie Sie sich persönlich fit halten. Und wie halten Sie Ihre Musik frisch?

SIMMONS: Das tun die Fans für mich. Wir haben ihnen gegenüber eine Verantwortung. Nämlich, echt zu bleiben. Wir sagen ihnen: Ihr wollt das Beste? Also kriegt ihr das Beste! Ich meine, wir arbeiten wirklich hart. Auf der Bühne trage ich Stiefel mit 18 Zentimeter hohen Absätzen und ein 50 Pfund schweres Kostüm. Ich spucke Feuer. Wir tun Dinge, die andere Bands nicht tun. Keith Richards von den „Stones“ zu sein, wäre viel bequemer. Dazu müsste ich bloß ein paar Sneakers, ein T-Shirt und Jeans tragen. Ich könnte auch „The Edge“ sein und müsste nie schwitzen. „Kiss is the hardest band in show business“. Punkt.

ECHO: Sie haben sogar schon fliegende Untertassen auf der Bühne ausprobiert. Mit welchem Ergebnis?

SIMMONS: Das war eine ziemlich gefährliche Nummer. Wir haben sie in Las Vegas getestet. Paul war zu ängstlich, um in das Ufo mit einzusteigen, also habe ich das zusammen mit Tommy ausprobiert, während Eric weiter Schlagzeug spielte. Wir kamen aus der Hinterbühne angeflogen und wären beinahe zu Tode gestürzt. Das haben wir nur einmal gemacht.

ECHO: Und auf welche Spektakel darf man sich diesmal freuen?

SIMMONS: Überraschung! Ich möchte eigentlich noch nichts verraten.

 

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