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"Blade Runner 2049": Interview mit Schauspieler Ana de Armas: „Bald können die Autos fliegen“

In der Fortsetzung des Zukunftsthrillers ist auch Harrison Ford wieder dabei. Denis Villeneuve hat von Ridley Scott die Regie übernommen.
Die Autos des Jahres 2049 sind nicht mehr die Autos von heute. Aber Officer K (Ryan Gosling) hat das Lenkrad fest im Griff, und Beifahrerin Joi (Ana de Armas) weiß ebenfalls, wo es langgeht. Die Autos des Jahres 2049 sind nicht mehr die Autos von heute. Aber Officer K (Ryan Gosling) hat das Lenkrad fest im Griff, und Beifahrerin Joi (Ana de Armas) weiß ebenfalls, wo es langgeht.

Mit „Blade Runner“ schuf Regisseur Ridley Scott Anfang der 80er Jahre einen Kinoklassiker. Das Science-Fiction-Werk erzählt von einer äußerst düsteren Welt im Zukunftsjahr 2019. Als durch künstlich geschaffene Replikanten Gefahr droht, wird der ehemalige Blade Runner Rick Deckard eingesetzt. In dieser Hauptrolle war Harrison Ford zu sehen. Der Kinostart verlief damals nicht allzu erfolgreich, möglicherweise auch, weil in den USA zeitgleich „E.T.“ in die Kinos kam. Doch allmählich wuchs die Bewunderung für die Visualität und die philosophischen Deutungsansätze des Werks. Nun kommt die Fortsetzung „Blade Runner 2049“ in die Kinos – mit Ryan Gosling (als Officer K) und Harrison Ford in den Hauptrollen. Regie führte Denis Villeneuve („Arrival“, „Sicario“), die weibliche Hauptrolle spielt Ana de Armas. Die Kubanerin stand lange für kubanische und spanische Serien vor der Kamera, bevor sie 2014 nach Los Angeles zog. Hier erregte die heute 29-Jährige im erotischen Horror-Thriller „Knock Knock“ an der Seite von Keanu Reeves erstmals Aufmerksamkeit. André Wesche traf Ana de Armas in Berlin zum Gespräch.

Mrs. de Armas, um den Inhalt des neuen „Blade-Runner“-Films wurde bis zu unserem heutigen Gespräch ein großes Geheimnis gemacht. Was dürfen Sie über Ihre Rolle verraten?

ANE DE ARMAS: Meine Figur heißt Joi. Ich habe mich beim Lesen des Drehbuchs augenblicklich in sie verliebt. Sie ist sehr komplex. Joi ist Officer Ks Geliebte. Aber sie ist auch sein bester und einziger Freund, sein Antrieb. Sie ist das Licht am Ende des Tunnels.

Wie war es, an der Seite einer Legende wie Harrison Ford zu spielen?

ARMAS: Harrison Ford ist ein Schauspieler, dessen Filme mich schon ein Leben lang begleiten. Jemand, dessen Karriere ich sehr bewundere. Plötzlich drehe ich einen Film mit ihm, und wir erschaffen in fünfmonatigen Dreharbeiten etwas gemeinsam! Und dann kehre ich auch noch mit diesem Mann in das „Blade-Runner“-Universum zurück, dessen Geist er repräsentiert wie kein anderer! Wenn das keine ganz besondere Erfahrung ist.

Wie war die Arbeit mit diesem speziellen Kollegen?

ARMAS: Zwischen ihm, Ryan und Denis Villeneuve bestand eine großartige Chemie. Er hat einen sehr großen Sinn für trockenen Humor und reißt ständig Witze. Aber er ist auch ein hart arbeitender Mann. Ich habe seine Energie, seine Einstellung und Bescheidenheit bewundert. Er war immer zu allem bereit. Die Hauptrolle in einem Film ist nicht automatisch auch die größte Rolle. Und es hängt sehr stark von deinem Auftreten, sowohl als Mensch wie auch als Profi ab, ob der Rest der Besetzung und der Crew zu dir aufschaut. Du trägst die Verantwortung dafür, dass die gemeinsame Arbeit für alle Beteiligten zu einer guten und lohnenden Erfahrung wird. Harrison, Ryan und Denis haben das hingekriegt, sie waren tolle Spielpartner, aber auch Menschen, mit denen man sich gern umgibt.

Was haben Sie von ihnen gelernt?

ARMAS: Einfach alles. Wenn sie drehen und du die Zeit hast, dabei zuzuschauen, dann saugst du alles auf. Das ist eine große Freude. Zwischen den Aufnahmen lauschst du ihren Geschichten. Es steckt sehr viel Erfahrung und Wissen darin. Harrison erzählte oft von den Dreharbeiten zum ersten Teil. Ich würde das Ganze aber nicht als Schauspielunterricht bezeichnen. Die wichtigste Erkenntnis war, was man mit einem gut funktionierenden Team stemmen kann.

Wer war der erste Hollywood-Star, mit dem Sie es zu tun bekamen?

ARMAS: Das war Robert De Niro in „Hands of Stone“. Ich war sehr nervös, aber Bob hat etwas sehr Schönes für mich getan. Wir haben den Film vor zwei Jahren in Cannes vorgestellt. Bob sagte, dass er demnächst ein paar Tage auf Kuba drehen würde und bat um die Telefonnummern meiner Eltern und um ihre Adresse. Ich dachte „Okay…?“ und gab sie ihm. Das Thema schien erledigt. Doch eines Tages rief mich mein Vater völlig aufgelöst an. Bob hatte bei ihm vorbeigeschaut und eine halbe Stunde mit ihm geplaudert! An solche Dinge wird man sich für immer erinnern. Mein Dad wird es ganz bestimmt tun. Es sind diese kleinen Dinge, die solche Menschen zu dem machen, was sie sind.

Glauben Sie an eine Zukunft mit Replikanten, also künstlichen Menschen, die uns die Arbeit abnehmen?

ARMAS: Im Film zeigen wir, dass Replikanten und Menschen praktisch dasselbe sind. Der einzige Unterschied besteht darin, wie sie zur Welt kommen. Der Rest – die Gefühle, die Träume, der Wille zu leben – ist gleich. Tatsächlich zeigen Replikanten manchmal mehr Empathie und Barmherzigkeit als die echten Menschen. Sie könnten eine bessere Version unserer selbst sein. Und wir sind die einzigen, die beschützen können, was wir sind und was wir haben. Hoffentlich geht uns dieses Licht früh genug auf – vor 2049.

Haben Sie Angst vor der Zukunft?

ARMAS: Wenn sie so aussehen würde wie im Film, dann ja. Sie ist sehr furchteinflößend und gewalttätig. Sehr unfreundlich. In gewisser Weise steuern wir schon darauf zu. Die Menschen verleihen der Technologie eine große Macht und geben alle Informationen preis. Wir werden jeden Tag mit Nachrichten bombardiert und glauben, es wäre die absolute Wahrheit. Wir lassen die Essenz dessen vermissen, was uns menschlich macht. Insofern denke ich manchmal, dass wir uns in diese Richtung entwickeln: Da sind die Überbevölkerung, der Klimawandel, der unwiederbringliche Verlust von Natur. Und sogar an fliegenden Autos wird schon herumgebastelt.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit in Hollywood vom Filmemachen anderswo?

ARMAS: Dieser Film stellt alles in den Schatten. Solche Ausmaße habe ich noch nie erlebt. Es ist ein Science-Fiction-Film, und mir war klar, dass es mehr Technologie brauchen würde und die Produktion wirklich großangelegt sein muss, damit er funktioniert. Die riesigen Kulissen, die Kameras – alles war komplett neu für mich. Wir haben drei Tage für eine Szene benötigt, normalerweise dreht man vier Szenen an einem Tag.

Blade Runner 2049

Vom 5. Oktober an in den Kinos

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