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Terrordrama "Stronger": Jake Gyllenhaal spielt Opfer des Anschlags auf den Boston Marathon

Von Der Film von David Gordon Green erinnert daran, wie Jeff Baumann bei dem Bombenattentat so schwer verletzt wurde, dass er seine Unterschenkel einbüßte.
Jeff (Jake Gyllenhaal) ist bei dem Bombenanschlag in Boston schwer verletzt worden und wird von Hilfskräften in einem Rollstuhl ins Krankenhaus gebracht. Foto: Scott Garfield Jeff (Jake Gyllenhaal) ist bei dem Bombenanschlag in Boston schwer verletzt worden und wird von Hilfskräften in einem Rollstuhl ins Krankenhaus gebracht.

Man atmet ein und aus. Währenddessen geht das Leben einfach weiter. Nutzt man die Zeit, die man hat, wirklich gut? Oder weiß man ihren Wert gar nicht zu schätzen? Jeff Baumann (Jake Gyllenhaal) geht mit seiner Zeit oft respektlos um. Seinen Job als Verkäufer verrichtet er nicht mit allzu viel Engagement. Er lebt noch bei seiner Mutter und ist oft mit Freunden in der Stammkneipe. Vernarrt ist der junge Mann in das Baseball-Team „Boston Red Sox“. Und er trinkt oft etwas zu viel Alkohol. Besonders zuverlässig ist der 27-Jährige nicht. Genau das verärgert seine Freundin Erin (Tatiana Maslany) so, dass sie wieder einmal Schluss gemacht hat. Jeff muss sich ändern. Um Erin zurückzugewinnen, steht er beim Boston Marathon 2013 mit einem selbstgemalten Plakat an der Zielgeraden, um Erin, die an dieser Großveranstaltung teilnimmt, stolz zu empfangen. Doch dann explodiert eine Bombe. Jeff gehört nicht zu den drei Toten, die der Anschlag fordert. Aber er ist einer der 264 Verletzten. Im Hospital müssen die Ärzte ihm beide Unterschenkel amputieren. Nur wenig später kann er die entscheidenden Hinweise geben, mit denen die Attentäter, die für die Gräueltat verantwortlich sind, gefasst werden können. Dafür wird Jeff in Amerika als Held gefeiert. Bloß braucht der Verzweifelte nicht die Verehrung der Masse, sondern liebevolle Hilfe beim Sichzurechtfinden in seinem neuen Leben, als Behinderter.

Man merkt schnell, dass der Drehbuchautor John Pollono den Roman „Stronger“ von Jeff Baumann und Bret Witter als Vorlage hatte. Ganz im Sinne dieser Autoren zielt sein Kinodrama nicht darauf ab, einen Heldenmythos um Jeff Baumann zu erschaffen. Vielmehr wird in seiner tief berührenden Geschichte deutlich, was für ein Mensch das Opfer vor dem Anschlag war, und vor allem, zu welchem er sich danach entwickelt. Jake Gyllenhaal verkörpert diese Figur mit großer Intensität und auf äußerst glaubhafte Weise. All das Unbehagen, sich in den Medien einem jubelnden Publikum zu präsentieren, wird in der Gestik und Mimik des Schauspielers greifbar. Vor allem jedoch macht Jake Gyllenhaal den inneren Schmerz nachempfindbar, den Jeff in all den Momenten stumm in sich trägt, in denen er erkennt, dass er lange daran scheitern wird, seinen auf Lebenszeit versehrten Körper als den eigenen anzunehmen.

Umso eindringlicher gerät das Geschehen um Jeff mit Freundin Erin. Die Schauspielerin Tatiana Maslany verkörpert diese selbstbewusste Figur mit ungemein kraftvollem Feingefühl. Ihr vielschichtiges Zusammenspiel mit Gyllenhaal wirkt absolut natürlich. Mit viel mehr Taktgefühl hätte Regisseur David Gordon Green all dies kaum inszenieren können. Sehenswert

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