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Buchmesse: „Jeder bringt sein Weltbild mit nach Frankfurt“

Die Messe wird politisch in diesem Jahr. Sie wird noch internationaler. Nur ein rechter Verlag hat sich auf der weltgrößten Bücherschau angemeldet.
Die Buchmesse vom 10. bis 15. Oktober lockt wieder viele literaturinteressierte Besucher nach Frankfurt. Verlage aus der ganzen Welt zeigen hier ihr aktuelles Angebot aus den unterschiedlichsten Genres. Ehrengast dieses Jahr ist Frankreich. Foto: Fabian Sommer (dpa) Die Buchmesse vom 10. bis 15. Oktober lockt wieder viele literaturinteressierte Besucher nach Frankfurt. Verlage aus der ganzen Welt zeigen hier ihr aktuelles Angebot aus den unterschiedlichsten Genres. Ehrengast dieses Jahr ist Frankreich.

Die Frankfurter Buchmesse wächst weiter. Die 70. Ausgabe vom 10. bis 14. Oktober versammelt rund 7300 Verlage aus 100 Ländern. Und die Messe wird immer internationaler. Inzwischen kommen zwei Drittel der Aussteller aus dem Ausland. Wachstumsregionen beim Geschäft mit Lizenzen und Übersetzungsrechten sind die USA und Kanada, Südostasien und Afrika. Seit langem ist Kuba wieder mit einem Gemeinschaftsstand vertreten.

„Jeder bringt sein eigenes Weltbild mit“, sagte Direktor Juergen Boos bei der Vorstellung des Programms im Frankfurter Haus des Buchs. Die Messe sei nicht nur Business, sondern auch Plattform für den Austausch von Ideen und Ansichten in einem „politisch aufgeheizten Klima“. Man werde auch polarisierende Meinungen nicht zensieren, solange sie nicht gegen das Grundgesetz verstießen, sagte Boos: „Kontroverse Meinungen und Themen müssen wir aushalten und argumentativ widerlegen.“

Im vergangenen Jahr war es vor dem Stand eines rechten Verlags zu Randale mit Linken gekommen. Antaios werde in diesem Jahr aber nicht vertreten sein. Bislang habe sich nur ein Verlag aus dem rechten Spektrum angemeldet.

Die Messe selbst bezieht politisch Stellung mit einer Kampagne unter dem Titel „On The Same Page“ (Auf derselben Seite): Anlass ist die Deklaration der Menschenrechte vor 70 Jahren. Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, Lesungen und Diskussionen im Zentrum Weltempfang und dem neuen Frankfurt-Pavillon auf der Agora soll es unter anderem um Macht und Moral, antidemokratische Tendenzen und den Einsatz für die Erhaltung der Menschenrechte gehen. Im Frankfurt-Pavillon, eine Holzkonstruktion mit lichtdurchlässiger Membran, die das neue Wahrzeichen der Messe werden und etwa 250 Zuschauern Platz bieten soll, stellen sich bei einem neuen, „Bookfest“ genannten Festival prominente internationale Autoren wie Hakan Nesser, Juli Zeh, Maja Lunde, Otto Waalkes oder Meg Wolitzer vor.

Überhaupt soll das Medium Buch für den schwächelnden deutschen Markt mit vielen Events, Talk-Runden und Inszenierungen wieder interessanter gemacht werden. Dazu dehnt die Messe ihr Programm auch auf rund 20 Kneipen und andere Lokalitäten in Frankfurt aus. Dabei will man den etablierten Angeboten der Stadt Frankfurt etwa im Literaturhaus, bei Open Books oder Literatur im Römer keine Konkurrenz machen. Wachstumsmarkt sind auch Bücher und Bildungstechnologien für Kinder und Jugendliche, die mit einer großen Kostüm-Party zu 20 Jahren „Harry Potter“ beglückt werden.

Zur Eröffnung der Buchmesse am Abend des 9. Oktober sprechen der georgische Autor Aka Morchiladze, der in Georgien, dem diesjährigen Ehrengastland, geborene Schriftstellerin Nino Haratischwili und der georgische Ministerpräsident Mamuka Bachtadse. Insgesamt erwartet die weltgrößte Buchmesse wieder rund 280 000 Besucher.

(klu)

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