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Kauziges mit resoluter Geste

Der junge venezolanische Dirigent Ilyich Rivas gab sein „Debüt“ beim HR-Sinfonieorchester in Frankfurt.

Genau genommen gab es sogar zwei „Debüts“ an diesem Abend. Denn neben dem gerade erst 20 Jahre alten Dirigenten konnte man auch die niederländische Geigerin Simone Lamsma zum ersten Mal erleben. Dass sie sich Brahms’ Violinkonzert ausgewählt hatte, zeugte von ausgeprägtem künstlerischen Selbstbewusstsein. Zunächst jedoch befasste sich Ilyich Rivas alleine mit dem HR-Sinfonieorchester. Der junge Maestro liebt die geradlinige, eindeutige Geste, das Orchester nahm diesen resoluten Stil in produktiver Demut entgegen. Nun stand mit Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“ ja auch ein sehr kontrastreiches und wirkungsvolles Stück auf dem Programm; so recht ein Werk für junge, aufstrebende Dirigenten von der Klasse dieses Venezolaners, der sich auf die Professionalität des Orchester (und diesmal besonders der Streicher) verlassen konnte.

Auch im Brahms-Konzert hatte man schnell eine gute Balance und Ausgeglichenheit hergestellt, so dass sich der schöne, weiche Ton des Soloinstrumentes sanft in den Orchesterklang betten konnte („Allegro non troppo“). Simone Lamsma lieferte eine nicht nur virtuose, sondern ausgesprochen seelenvolle Interpretation und versäumte es nicht, die zuweilen recht kauzige Urwüchsigkeit von Brahms auszuloten („Allegro giocoso“). Nach der Pause stellte der junge Dirigent in Schostakowitschs erster Sinfonie noch einmal seine großen Ambitionen unter Beweis. Man darf auf die weitere künstlerische Entwicklung gespannt sein.

(Matthias Gerhart)
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