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Künstler malt Riesengemälde in Brüssel

Guillaume Bottazzi malt monumentale Werke im öffentlichen Raum. Nun arbeitet der französische Künstler in Brüssel an einem Riesenprojekt - im EU-Viertel unweit des Metro-Anschlags vor einigen Monaten.
Guillaume Bottazzi in einem Café auf dem Place Jourdan in Brüssel. Foto: Sabine Glaubitz Bilder > Guillaume Bottazzi in einem Café auf dem Place Jourdan in Brüssel. Foto: Sabine Glaubitz
Brüssel. 

Schwarz, Gelb, Rot: Guillaume Bottazzi hat sich die Farben der belgischen Nationalflagge auf seine Lippen gemalt. Das mache er immer, wenn er an seinem riesigen Gemälde auf dem Place Jourdan arbeite, klärt er auf.

Der Platz liegt in Brüssel im EU-Viertel, unweit der Metrostation Maelbeek. Dort und am Brüsseler Flughafen waren am 22. März bei einem Terroranschlag 32 Menschen von drei Selbstmordattentätern getötet worden, mehr als 320 Menschen wurden verletzt. Mit seinem Werk will der Künstler Kraft und Zuversicht stiften. Es sei Ausdruck eines Landes, das sich nicht unterkriegen lasse und nach vorne blicke, sagt der französische Künstler in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Seit dem 26. Oktober arbeitet Bottazzi an dem 16 Meter hohen und 7 Meter breiten Gemälde. Ende Dezember soll das abstrakte Riesenbild fertig sein, das bis dahin mit weichen, runden Formen in zarten Rosa- und Gelbtönen bedeckt sein wird. Die ersten Abbildungen erinnern teilweise an die menschenlosen, sanften Naturbilder der Amerikanerin Georgia O'Keeffe.

Der Künstler, der seit vier Jahren in Belgien lebt, hat sich bewusst für abstrakte und weiche Linien entschieden. Sie seien wie Dopamine, Glückshormone. Seine Arbeiten erzeugten Gefühle von Wohlsein und Heiterkeit, erklärt er. Die wissenschaftlichen Arbeiten zur ästhetischen Wahrnehmung der Psychologen Helmut Leder und Marcos Nadal von der Universität Wien hätten das bewiesen.

Dieses Werk stehe bewusst im Kontrast zu den schrecklichen Bildern und den Schmerzen, die der Terrorismus Belgien und Europa zugefügt habe, erzählt er weiter.

Die einzigen Tage, an denen Bottazzi nicht auf das Gerüst steigt, um mit feinen Pinseln an seinem Werk zu arbeiten, sind jene, an denen die Luchtfeuchtigkeit über 95 Prozent steigt. Denn er malt mit Öl auf einer mit Leinwand überzogenen Metallstruktur. Dabei verwendet er eine Technik, zu der ihn der flämische Maler Jan van Eyck inspiriert hat. Der Künstler aus dem 15. Jahrhundert hat durch lasierende Übermalungen eine stärkere Leuchtkraft der Farben erzeugt.

Bottazzi hat bislang weltweit rund 40 monumentale Werke im öffentlichen Raum geschaffen, darunter in Paris im Geschäftsviertel „La Defense”. Zu seinen imposantesten Arbeiten zählt die 900 Quadratmeter große Malerei auf den Außenwänden des japanischen Kunstmuseums Miyanomori in Sapporo. In Brüssel wird das Projekt an der Fassade des sogenannten Wohnhauses „Baugency” unter anderem von der Europäischen Kommission unterstützt.

Für den Künstler italienischer Herkunft sind seine Performances im öffentlichen Raum soziale Projekte. Er trete in den Dialog mit seinem Umfeld und den Menschen. In Marseille und in Paris seien mehrere Tausend Menschen gekommen. In Brüssel hofft er auf denselben Erfolg. Vor wenigen Tagen haben mehr als 100 Kinder sein „Atelier unter freiem Himmel” besichtigt.

(Von Sabine Glaubitz, dpa)
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