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Oper Frankfurt: "La sonnambula": Begeisterungsstürme für Brenda Rae

Mit ihrer fulminanten Amina riss das einstige Ensemblemitglied Brenda Rae in der ersten Wiederaufnahme von Bellinis „La sonnambula“ das Publikum von den Sitzen.
Elvino (Ioan Hotea) und Amina (Brenda Rae). Foto: © Barbara Aumüller (© Barbara Aumüller) Elvino (Ioan Hotea) und Amina (Brenda Rae).

Sie erntete wahre Beifallstürme – und das zu Recht. Die amerikanische Sopranistin Brenda Rae, von 2008 bis 2017 mit jeder weiteren Rolle höher aufsteigender Stern am Frankfurter Opernfirmament, wiederholte jetzt mit scheinbarer Leichtigkeit ihren überragenden Erfolg vom Premierenabend der Erstaufführung im November 2014. Drei Jahre hatten die Belcanto-Fans warten müssen, bis Brenda Rae – diesmal als hoher Gast – das Nachtgewand der Schlafwandlerin wieder anzog und in der hintergründig humorvollen Inszenierung von Tina Lanik erneut auf dem Dachfirst wandelte. Ihre zirzensisch raffinierte, immer aber ganz und gar glaubwürdige Amina war und bleibt eine wahre Wucht.

Triller- und Seufzerkunst

Einfach atemberaubend, wie quellklar und innig sie ihre Fiorituren intoniert, wie anmutig sie die unzähligen Pausen, Endlos-Triller und diversen Seufzer aneinanderreiht, wie nervös und komisch zugleich sie ihr Hin- und Hergerissensein zwischen zwei Männern beglaubigt: Allein Brenda Raes überragende Kunst zu erleben war den Besuch des Abends wert.

Gelungen auch das Rollendebüt als Elvino, mit dem sich der rumänische Tenor Ioan Hotea, der oft in Wiesbaden auf der Bühne zu erleben ist, dem Frankfurter Haus erstmals empfahl. Katharina Magiera aus dem Ensemble war, wie zu erwarten, eine stimmlich und darstellerisch beeindruckende Teresa-Novizin. Aber erst drei begabte junge Sängerinnen und Sänger, alle noch im Frankfurter Opernstudio und allesamt Rollendebütanten, machten den Triumph des Abends perfekt.

Die amerikanische Koloratursopranistin Elizabeth Sutphen überzeugte als eifersüchtige Lisa, glänzend im Zaum gehalten vom südafrikanischen Bassbariton Thesele Kemane als Alessio, während der jüngste Neuzugang, Tenor Jaeil Kim, seiner Rolle als pingeliger Notar alle Ehre machte. Der einzige neben Brenda Rae, der mit seiner Rolle bereits in der Premierenserie betraut war, war Kihwan Sim. Trotz seiner vorsichtshalber angekündigten „fiebrigen Erkältung“ erwies er sich erneut als geheimnisvoll agierender Rodolfo.

Kleine Nachlässigkeiten

Bereits 2014 am Pult, gelang es der koreanischen Dirigentin Eun Sun Kim nicht in vollem Umfang, ihre Glanzleistung der Erstaufführung zu wiederholen. Die hohen Streicher hatten definitiv einen unkonzentrierten Abend und auch der eine oder andere Choreinsatz wirkte nachlässig. Geschenkt: Das Publikum spendete langen Szenenapplaus, zeigte mit „Brava“- und „Bravi“-Rufen seine Begeisterung und erhob sich am Ende im Parkett von den Sitzen.

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