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Interview: Lana Del Rey: "Ich habe jetzt mehr Spaß am Leben"

Mit „Video Games“ wurde die melancholische New Yorkerin vor fünf Jahren berühmt. Für ihre neue Platte tat sie sich mit Kollegen wie The Weeknd und Sean Lennon zusammen.
Ein wenig schwermütig schaut sie immer noch drein, doch auch ihrem neuen Album gibt sich Lana Del Rey wesentlich lebensbejahender als noch auf ihren vorigen Platten. Schließlich ist der Titel „Lust For Life“ Programm. Foto: Hugo Marie (EPA) Ein wenig schwermütig schaut sie immer noch drein, doch auch ihrem neuen Album gibt sich Lana Del Rey wesentlich lebensbejahender als noch auf ihren vorigen Platten. Schließlich ist der Titel „Lust For Life“ Programm.

Klar, die Songs klingen immer noch eher schwermütig, dafür sorgt allein schon Lana Del Reys tiefe Stimme und ihre langsame Art zu singen. Aber mit 32 Jahren hat die einst notorisch melancholische Schönheit, die als Elizabeth Granz bei New York zur Welt kam und vor fünf Jahren mit der Sixties-Hommage „Video Games“ berühmt wurde, endlich die Leichtigkeit des Seins entdeckt. Auf ihrem vierten Album „Lust For Life“ (der Titel ist bereits Programm) hat Lana zudem einige illustre Gäste dazu gebeten, sie singt mit A$AP Rocky, The Weeknd, Sean Lennon und Stevie Nicks. Steffen Rüth telefonierte mit Lana Del Rey und bekam erstaunliche Einblicke in ihr Leben.

Lana, rufen Sie aus Los Angeles an?

LANA DEL REY: Ja, ich sitze mitten in L.A. auf einem großen Parkplatz in meinem Auto. Ich habe einen hervorragenden Blick auf ein Motel. Nebenbei gucke ich ein bisschen, ob dort was passiert.

Warum gehen Sie nicht ins Haus?

DEL REY: Ach, da ist es immer so laut. Manchmal muss ich einfach raus. Im Auto habe ich meine Ruhe.

Fahren Sie gerne Auto?

DEL REY: Total. Ich liebe das. Im Auto komme ich so schön zu mir, da habe ich keine Ablenkung, für mich ist Autofahren wie Meditation. Genauer gesagt: Es ist meine Meditation.

Bisschen auf den Verkehr achten Sie schon auch, oder?

DEL REY: Ja. Ich fahre vorsichtig. Nicht schnell. Am liebsten kurve ich auf den Hauptstraßen herum. Der Sunset Boulevard ist unschlagbar. Was es da immer alles zu sehen gibt!

Lana Del Rey verbringt ihre Freizeit also autofahrend und leuteguckend in Los Angeles. Wie eine Touristin in der eigenen Stadt.

DEL REY: Ich finde das toll. Nach meinem letzten Album „Honeymoon“ habe ich bewusst eine Weile nicht gearbeitet und stattdessen Sachen gemacht, die ich immer machen wollte. Ich bin auf viele Konzerte gegangen, habe Musikerfreunde im Studio bei der Arbeit besucht und vor allem: Ich habe die Menschen beobachtet. Einfach gucken, was sie anhaben, wie sie gehen, was sie reden. Das ist vielleicht meine Lieblingsbeschäftigung.

Ihr Debütalbum vor fast fünf Jahren hieß „Born To Die“, das neue „Lust For Life“. Dokumentieren die Albumtitel, wo Sie jeweils im Leben stehen?

DEL REY: Ja. Ich habe mich gut entwickelt, was das Gesamtglücksgefühl angeht. Ich bin immer noch auf dem Weg, und Wachstum wie auch Chaos werden mich weiter durchs Leben begleiten, machen wir uns keine Illusionen. Und doch fühle ich deutlich die Veränderung. Ich habe klar mehr Spaß im Leben als noch vor einigen Jahren.

Geht es in dem neuen Song „Change“ um diese Veränderungen?

DEL REY: Ganz genau. „Change“ ist das letzte Lied, das ich für dieses Album geschrieben habe. Die vier Worte, die ich im Refrain singe, sagen im Grunde schon alles: Ehrlich, fähig, schön und stabil. So will ich werden. Mein gesamtes Leben ist von dieser Suche geprägt, der Suche danach, irgendwohin zu gehören, Teil von etwas zu sein. Auf diesem Weg bin ich schon ein gutes Stück gegangen. Ich komme voran, definitiv.

Woran machen Sie das fest?

DEL REY: An meinem Verhalten. Und an meinem Umgang mit Menschen. Ich fühle mich um einiges entspannter und bin offener geworden. Ich habe keine Scheu mehr, auf andere Leute zuzugehen. Es ist also kein Zufall, dass ich mehr Musiker auf die neue Platte eingeladen habe.

So wie Stevie Nicks von „Fleetwood Mac“, die auf „Beautiful People Beautiful Problems“ mitsingt.

DEL REY: Stevie ist eine Freundin meines Produzenten Rick Nowels, die kennen sich schon ewig. Sie war so toll, ich würde sie inzwischen als Freundin bezeichnen. Stevie macht seit 50 Jahren Musik, sie war in den 70er Jahren dabei, sie hat alles gesehen. Da kann man fast neidisch werden. „The Eagles“, „Crosby, Stills, Nash & Young“, dieser ganze Sound der damaligen Zeit, ich liebe ihn einfach abgöttisch.

Auch Sean Lennon ist auf der Platte dabei, im Song „Tomorrow Never Came“. Wie kam das zustande?

DEL REY: Ich erzähle in dem Lied von meiner Idealvorstellung einer Beziehung. Der Song „Tomorrow Never Came“ ist einer der wenigen auf dem neuen Album, der nicht von mir selbst handelt. John Lennon und Yoko Ono nenne ich als Beispiel. Ich stellte mir die beiden vor, wie sie innig auf einer Bank im Central Park sitzen, dieses Paar weckt romantische Vorstellungen in mir.

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