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Amerikanischer Opernstar gastiert mit einem Liederabend in Frankfurt: Lawrence Brownlees Spirituals wirken ganz natürlich

Der gefeierte Tenor Lawrence Brownlee gab beim ersten Liederabend der neuen Saison sein Debüt in der Oper Frankfurt.
Ob Verdi oder Gospel: Der amerikanische Tenor Lawrence Brownlee überzeugte bei seinem Liederabend-Debüt in Frankfurt. Ob Verdi oder Gospel: Der amerikanische Tenor Lawrence Brownlee überzeugte bei seinem Liederabend-Debüt in Frankfurt.

Der Liederabend von Lawrence Brownlee bot sechs denkbar unterschiedliche Liedgruppen und drei Paradepferde als Zugabe. Bei den Romanzen von Giuseppe Verdi wirkte seine Stimme anfangs teilweise noch etwas eng, und das hochfrequente Vibrato machte den Eindruck, als fühle er sich noch nicht recht wohl. Auch den klischeehaft italienischen Schmelz verweigerte er Verdi und bot dafür einen schlanken, durchaus strahlenden, klaren Ton mit mühelos sicheren Spitzentönen.

Ebenfalls sehr glücklich gelangen die fünf delikat schönen Lieder von Francis Poulenc, in denen Brownlee Wehmut und Verletzlichkeit zart zum Ausdruck brachte. Das deutsche Klavierlied war passend durch den interessanten Spätromantiker Joseph Marx vertreten. Mit fünf urwüchsigen Liedern von Alberto Ginastera wurde die Grenzlinie zwischen Kunstlied und argentinischer Volksweise erreicht. Dann erklangen Vertonungen der anspruchsvollen Gedichte von Yeats und Joyce, die Ben Moore allerdings in so gefällig schöne Töne setzte, dass man sie fast als Salonschnulzen bezeichnen kann.

Brownlees Stimme konnte sich auch hier, zumal in seiner Muttersprache, vollkommen entfalten und in ihren Bann ziehen. Der Schritt von der klassischen Gesangstechnik zum Pop- und Gospel-Stil mit verzierenden Melismen in der Kopfstimme erfolgte im letzten Programmpunkt mit fünf Spirituals, bearbeitet und fixiert von Damien Sneed. Die ungekünstelt aufrichtigen religiösen Gesänge wirkten in der Authentizität und Natürlichkeit des US-Amerikaners befreiend und anrührend, auch wenn manchen Europäer eine derartige Bekenntnismusik wohl reflexartig peinlich berühren mag.

In drei hinreißenden Zugaben empfahl sich Brownlee als der Opernstar, der er längst ist: mit sicher herausgeschmetterten Spitzentönen der Arie „Ah! mes amis“ aus Donizettis „Regimentstochter“, mit viel Schmelz und Sensibilität in „Una furtiva lagrima“ aus Donizettis „Liebestrank“. Rossinis „La Danza“ setzte den turbulenten Schlusspunkt des Abends. Am Klavier begleitete und swingte der vielseitige Henning Ruhe mit Einfühlungsvermögen und sichtlicher Freude.

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