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"British Queen of White Soul": Lisa Stansfield begeistert das Publikum in Frankfurts Alter Oper

Ein weitere Höhepunkt des „Women-Of-The-World“-Festivals: Lisa Stansfield singt in der Alten Oper vor ausverkauftem Haus.
Sie hat den Soul und auch den Groove: Lisa Stansfield. Foto: Sven-Sebastian Sajak Sie hat den Soul und auch den Groove: Lisa Stansfield.

So eine optimale Auslastung kommt wahrlich nicht alle Tage vor. Im Innenraum wie auch im sogenannten Olymp hoch droben in der Alten Oper bleibt kaum ein Sitzplatz ungenutzt. Gerade eben noch versuchten die Verantwortlichen der Festival-Reihe „Women Of The World“, Klaus Bönisch und Bernd Hoffmann, zu ungewohnt früher Konzertstunde um 18.30 Uhr in launiger Ansprache ans Publikum die diesjährigen wie auch die Erfolge der vergangenen Jahre anzupreisen, bevor die beiden Herren vollmundig eine Künstlerin ankündigen, die schon einmal vor einigen Jahren als Gaststar fungierte: die „British Queen Of White Soul“, Lisa Stansfield.

In Windeseile verteilen sich auf der mit jeder Menge Equipment gepflasterten Bühne neun Musiker. Satt vom Bass, Schlagzeug, Percussion sowie Trompete und Saxofon dominiert, präsentiert sich der Funk-Groove-Einstieg von „Everything“. Es mutet an, als befände man sich in einer Disco Samstagnacht in den Mittsiebzigern.

Das Chaos bricht aus

Doch es benötigt noch einen weiteren Song, das Titelstück „Deeper“ vom aktuellen achten Studioalbum, bis die sportlich-schlanke Entertainerin an ihr bis dato wie bleiern in den Sitzreihen festgenietetes Publikum die Initialworte richtet: „If you wanna dance, please dance! My music is made for dancing“. Eine Aufforderung, die sich das mehrheitlich 40-plus-Pärchen-Publikum nicht zweimal sagen lässt. Geschlossen steht es auf, um sich zu den berauschenden Klängen von Barry Whites Soul-Klassiker „Never, Never Gonna Give You Up“ in Windeseile warm zu tanzen. Von da an bricht das Chaos aus. Da braucht die auf penible Ordnung erpichte Security sich erst gar nicht mehr zu bemühen, losgelöste Besucherscharen darauf hinzuweisen, sich wieder auf ihre Sitzplätze zu begeben oder das Fotografieren zu unterlassen.

Lisa Stansfields 97er Coverversion von Whites 73er Evergreen erweist sich denn auch als ausgezeichnete Visitenkarte: Eine satte Einheit bilden die Bandchefin und ihr neunköpfiges Ensemble. Nach wie vor bestens bei Stimme ist die 52-jährige Britin, deren Langzeitkarriere 1980 mit gerade mal 14 Jahren beim Sangeswettbewerb „Search For A Star“ begann. Der nationale wie internationale Durchbruch erfolgte jedoch erst neun Jahre später, als Stansfield, die über die 80er Jahre hinweg im Gespann mit Gatte Ian Devaney recht erfolglos als Mitglied der Soul-Formation „Blue Zone“ fungierte, ihre mächtige Mehroktaven-Stimme dem Electro-Duo „Coldcut“ zur Verfügung stellte. Mit Stansfields Solodebüt „Affection“, 1989 in zahllosen Ländern vergoldet, in den USA gar mit Platin prämiert, konsolidierte sich der Werdegang der Künstlerin aus Rochdale, Greater Manchester.

Gut geölte Maschinerie

Im aktuellen Repertoire finden sich vom ersten Album-Klassiker allerdings nur drei Songs: „All Around The World“ und „What Did I Do To You?“ kommen – stürmisch vom längst außer Rand und Band geratenen Publikum beklatscht – erst kurz vor dem Finale zum Einsatz, „Live Together“, dargeboten im Medley mit Candi Statons Soul-Klassiker „Young Hearts Run Free“, erst zur Zugabe. Warum vom gleichen Album ausgerechnet der Fanfavorit „This Is The Right Time“ komplett ausgespart bleibt, lässt sich mit Rationalität nicht erklären. Egal: Lisa Stansfields gut geölte Soul-Funk-Groove-Maschinerie zündet auch ohne den 89er Hitknaller grandios: Weitere Auszüge aus „Deeper“, „Hercules“, „Butterflies“, „Billionaire“, „Never Ever“, „Hole In My Heart“ sowie das „The-Family-Stand“-Cover „Ghetto Heaven“ schließen nahtlos am typischen Stansfield-Sound an. Mit „Change“, „The Real Thing“ und dem „Coldcut“-Durchbruch „People Hold On“ liefert die quirlige Frontfrau weitere erstklassige Beispiele ihrer Hit-Zuverlässigkeit.

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