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Literaturnobelpreisträger Derek Walcott gestorben

Der Dichter und Dramaturg schlug eine Brücke zwischen dem Lebensgefühl der Karibik und der europäischen Kulturtradition. 1992 wurde er mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Die Karibikinsel St. Lucia trauert um ihren großen Poeten.
Der Literaturnobelpreisträger Derek Walcott (2012). Foto: Jeffrey Arguedas Der Literaturnobelpreisträger Derek Walcott (2012). Foto: Jeffrey Arguedas
Castries. 

Der Literaturnobelpreisträger Derek Walcott ist tot. Er sei am Freitag im Kreis von Freunden und Angehörigen im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Cap Estate auf der Karibikinsel St. Lucia gestorben, teilte die Stiftung für kulturelle Entwicklung mit.

„Die Kulturgemeinde, St. Lucia und die Welt haben eine literarische Ikone verloren”, hieß es in dem Nachruf.

Walcott habe seit längerem an einer schweren Krankheit gelitten und eine Dialyse-Behandlung gemacht, sagte ein Freund der Familie der Zeitung „St. Lucia Times”. Er sei einige Zeit im Krankenhaus gewesen und erst kürzlich entlassen worden.

„Er war ein karibischer Patriot”, sagte Premierminister Allen Chastanet. „Sein Tod ist ein großer Verlust für St. Lucia und die Welt.” Er habe angeordnet, die Nationalflaggen in dem Karibikstaat bis kommenden Dienstag auf halbmast zu setzen.

Walcott galt als Mittler zwischen karibischem Lebensgefühl und westlicher Kulturtradition. 1992 war er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Er werde „für ein poetisches Werk großer Leuchtkraft” ausgezeichnet, das von der historischen Vision eines multikulturellen Engagements getragen werde, begründete das Nobel-Komitee damals seine Entscheidung. „In ihm hat die westindische Kultur ihren großen Dichter gefunden.”

Walcott veröffentlichte mehr als 20 Gedichtbände und über 30 Theaterstücke. Als sein wichtigstes Werk gilt das 1990 publizierte Versepos „Omeros”, eine Adaptation des Trojanischen Kriegs als sozialer Konflikt zwischen Fischern in der Karibik.

(dpa)
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