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Bad Hersfelder Festspiele: Luther auf Hersfelder Bühne

Mit einer großen Inszenierung über den Reformator will Intendant Dieter Wedel sogar Besucher aus dem Ausland anlocken. Neu im Programm für 2017: „Titanic“.
Auch Dieter Wedel setzt auf Reformator Martin Luther als Zuschauermagnet. Er wird das Stück selbst inszenieren. Foto: Uwe Zucchi (dpa) Auch Dieter Wedel setzt auf Reformator Martin Luther als Zuschauermagnet. Er wird das Stück selbst inszenieren.
Bad Hersfeld. 

Star-Regisseur Dieter Wedel stellte am Freitag Teile seines Programms für die nächste Sommersaison vor. Mit Blick auf Luther sagte er, es werde „ein großes Spektakel über eine der widersprüchlichsten Figuren der deutschen Geschichte“. Wedel selbst wird die Uraufführung inszenieren und damit am 23. Juni die 67. Saison des bedeutenden Freilicht-Festivals offiziell eröffnen. Dank weiterer Bundeszuschüsse steigt der Etat auf das Rekordniveau von rund 7,9 Millionen Euro.

Nach den großen Musical-Klassikern beschäftigen sich die Festspiele erstmals mit dem Mythos des 1912 gesunkenen Ozean-Riesen – dem Passagierschiff „Titanic“. Es werde eine „Geschichte über Größenwahn, Selbstüberschätzung und Untergang“, kündigte Wedel an. Inszenieren wird Stefan Huber. Premiere ist am 14. Juli 2017.

Wiederaufgenommen werden zwei erfolgreiche Produktionen der Vorsaison, das Drama „Hexenjagd“ (Regie: Dieter Wedel) und das Musical „My Fair Lady“ (Regie: Cusch Jung). Moderatorin Franziska Reichenbacher schreibt die Theater-Fassung für das Grimm-Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ – ein Stück, das nicht nur Kinder von fünf Jahren an begeistern soll. Weitere Theaterstücke für die Spielwiese neben der Stiftsruine und für die Neben-Bühne im Schloss Eichhof werden noch bekanntgegeben. Auf dem Programm sollen insgesamt sieben Stücke stehen.

Passend zum Luther-Jahr setzt Wedel auf die Geschichte über den theologischen Urheber der Reformation. Er wolle aber keinen historischen Bilderbogen präsentieren und das Leben Luthers (1483-1546) nacherzählen. Ihn fasziniere die widersprüchliche Figur. Einerseits sei er ein „sprachgewaltiger Übersetzer“ gewesen, andererseits ein „unflätiger Pöbler“. „Widersprüchlichkeit macht bekanntlich einen Charakter interessant, aber bei Luther sind die Widersprüche so gewaltig, so scheinbar unvereinbar, dass man den Eindruck hat, immer wieder verschiedenen Luthers zu begegnen.“ Mehrere Darsteller werden Luther verkörpern, viele Schauspieler, Musiker, Tänzer die Bühne bevölkern, sagte Wedel. In seiner Fassung werde er wie auch in der „Hexenjagd“ 2016 Filmsequenzen über LED-Leinwände auf der Bühne einbauen. Allein das Luther-Stück wird mit 500 000 Euro vom Bund gefördert – zuzüglich zur normalen Förderung von 300 000 Euro.

Vorahnung der drohenden Katastrophe

Den Titel „Der Anschlag“ habe Wedel dem Stück gegeben, weil Luthers Thesenanschlag ein Anschlag gegen die katholische Kirche und die Mächtigen dieser Epoche gewesen sei. Zum Titanic-Musical bemerkte Regisseur Huber: „Die Hoffnung der Menschen, alle Probleme durch Fortschritt und Technik in den Griff zu bekommen, ist aktueller denn je. Und die Vorahnung der drohenden Katastrophe womöglich ebenso.“

Der Zuschauerkomfort soll weiter gesteigert werden, so Wedel. Er kündigte für die Spielwiese neben der Ruine eine Tribünenüberdachung an, damit die Zuschauer bei Regen nicht nass werden.

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