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Konzert: "Maximo Park" in Wiesbaden: Im Schläckthoff wummert die Sozialkritik zum Tanzen schön

Frisch vom Hamburger Reeperbahnfestival in den Wiesbadener „Schläckthoff“: Die Brit-Indie-Band „Maximo Park“ animiert mit unmissverständlichen Botschaften zum Samstags-Schwof.
Hüpfen, feiern, tanzen: „Maximo Park“-Sänger Paul Smith. Foto: Sven-Sebastian Sajak Hüpfen, feiern, tanzen: „Maximo Park“-Sänger Paul Smith.
Wiesbaden. 

Während die britische Permierministerin Theresa May samt Stab noch an den Bedingungen zum Brexit herumschraubt, um eine Verlängerung der Laufzeit sowie intensive Kosteneinsparungen herauszuschlagen bei Englands riskantem Ausstieg aus der Europäischen Union, geben „Maximo Park“ im Wiesbadener Schlachthof gleich zum Auftakt zu bedenken: „Risk To Exist“. So heißt der Titelsong des aktuellen sechsten Albums. Ein zugleich kraftvolles Statement als auch ein energischer Einstand mit Trommelwirbel im Stakkato, markantem Gitarrenriff und der vielsagenden Textzeile „Put your arms around me. I’ve come too far and the ocean’s deep“.

Britische Evergreens

Vor allem aber ist das ein dynamischer Song, der schon beim ersten Höreindruck vermitteln will: Ich bin ein Klassiker, ein Evergreen, der bleiben wird! Auch dann, wenn das zur Jahrtausendwende in Newcastle Upon Tyne gegründete Quartett um Frontmann Paul Smith mal irgendwann das Zeitliche gesegnet haben wird.

Nicht in erster Linie wegen seiner in Metaphern gefassten eindeutig politischen Botschaft, aber aufgrund seiner exemplarischen Wucht, stilistischen Signifikanz und urwüchsigen Britishness, nicht unähnlich zu „My Generation“ von „The Who“, zu „I Can’t Get No Satifaction“ von den „Rolling Stones“, zu „London Calling“ von „The Clash“ oder „Anarchy In The UK“ von den „Sex Pistols“.

Großbritanniens immerhin seit mehr als fünf Dekaden währende Popkultur wirkte stets dann eindringlich und nachhaltig, wenn auf den Punkt gebrachte soziopolitische Statements sich mit perfekter Dreiminuten-Songästhetik verbanden. Im zwischen Post-Punk, Indie-Pop, Funk und Soul oszillierenden Repertoire von „Maximo Park“ befinden sich nicht wenige solcher Glanzlichter, darunter die britischen Charthits „Our Velocity“, „Going Missing“, „I Want You To Stay“, „Books From Boxes“ sowie die erste Single überhaupt, „The Coast Is Always Changing“. Souverän dargeboten wurde all das von der mit Gitarrist Duncan Lloyd, Schlagzeuger Tom English, Keyboarder Lukas Wooller sowie Tour-Bassist Paul Rafferty komplettierten Truppe in einem nicht ganz 90-minütigen Konzertspektakel vor tanzfreudigem Publikum in bester Samstagabendlaune.

Mit Hut und guter Laune

Vokalist Paul Smith, wie stets mit schwarzem Hut, energischer Körpersprache und perfektem Stimmtimbre, übernimmt dabei die Rolle des launigen Entertainers und Conférenciers. Seinen Part als Master Of Ceremony beherrscht der 38 Jahre alte ehemalige Kunstlehrer mit nachdrücklicher Bestimmtheit wie aus dem Effeff – inklusive manisch tollkühner Bocksprünge. Mag auch das Klangbild ein klein wenig zu laut, harsch und übersteuert rüberkommen im nicht ausverkauften „Schläckthoff“ , wie Smith es in seinem putzigen Denglish formuliert: Der rundum guten Laune auf und vor der Bühne tut das keinen Abbruch.

Exemplarisch vorgeführt bekommt das feierwillige Publikum nicht nur die Wurzeln der 2004 professionell durchgestarteten Band wie die britischen Post-Punk-Geheimtipps „Gang Of Four“ und „The League Of Gentlemen“. Auch die gezielte Affinität hin zu (Steven) Morrissey und „The Smiths“ offeriert sich in perfekt auf den Punkt gebrachten Hymnen wie „What Did We Do To You To Deserve This?“ und „This Is What Becomes Of The Broken Hearted“.

Als mit „Apply Some Pressure“, einem weiteren frühen Hit von 2005, schon das Finale ansteht, hätte die aufgekratzte Besucherschar gerne noch ein wenig ihre UK-Pop-Helden weitergefeiert.

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