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Festival: Mit Musik lassen sich leicht traditionelle Grenzen überschreiten

Von Ein „Pinkes Sofa“ ziert die 4. Biennale für Moderne Musik „Cresc . . .“. Sie widmet sich dem Motto „Transit“ in der Spannung von Kunst und Politik.
Die „Cresc . . .“-Biennale für Moderne Musik stellt Werke der türkischen Komponistin Zeynep Gedizlioglu vor. Die „Cresc . . .“-Biennale für Moderne Musik stellt Werke der türkischen Komponistin Zeynep Gedizlioglu vor.

Vom 22. bis 26. November führt die Biennale für Moderne Musik in Frankfurt und Rhein-Main elf Uraufführungen auf. Der Titel „Cresc . . .“ des Festivals von Ensemble Modern und HR-Sinfonieorchester leitet sich vom Musikbegriff „Crescendo“ ab, lässt also an organisches Wachstum und Intensität denken.

Die Macher des Festivals an sieben Veranstaltungsorten in Frankfurt, Hanau und Wiesbaden sprechen ihn aber „Crash“ aus, was nach Zusammenstößen von der Nebelkammer bis zum Urknall klingt. Und das zurecht. Das Festival-Thema „Transit“, Übergang, will auf die rumorende Welt von heute hinweisen, in der Flucht, Verfolgung, Armut und das herbe Migrantenlos vielfache Leidensanlässe und zugleich Reizwort für Debatten geworden sind. Nebenher greift „Cresc . . .“ das mehrjährige Transit-Thema des „Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main“ auf.

Gesichter leuchten

Um das abzudecken, nimmt „Cresc . . .“ Impulsvorträge dreier Publizisten und Wissenschaftler mit auf, teils in Verbindung mit Diskussion und Diskurs auf dem neuen, täglichen „Pinken Sofa“. Es sprechen der ARD-Ostasien-Korrespondent Peter Kujath, die Ex-Kulturstaatsministerin Christina Weiss und die Islamforscherin Lamya Kaddor. Das „Pinke Sofa“ steht am 22. November im Frankfurter Mousonturm, am 23. in der Alten Oper, am 24. und 26. im HR-Sendesaal, am 25. im Staatstheater Wiesbaden. Neu sind auch drei Programmheft-Essays. Vorbereitend wirkte die Initiative „Bridges – Musik verbindet“ am Festival mit. Die Begegnungen mit „Bridges“ soll ein Leuchten auf die Gesichter von Musikern gezaubert haben.

Vor allem geht es bei „Transit“ um das Schaffen konkreter Künstler, die Grenzen zwischen Traditionen und Genres überschreiten. Als roter Faden zieht sich die Persönlichkeit Isang Yun durchs Festival, der 2017 hundert Jahre alt würde. Der Südkoreaner kam 1957 nach West-Berlin, um das moderne Komponieren kennenzulernen und ein Musikleben von Rang in Korea zu fördern.

Nur ihm ist in Süd- wie Nordkorea ein Museum gewidmet. Nicht Nordkorea (wie üblich), sondern Südkorea entführte ihn 1967 aus Deutschland und führte einen Schauprozess, ließ Yun nach Protesten aber frei. 1971 wurde er deutscher Staatsbürger. In einem Ehrengrab zu Berlin liegt er beerdigt. Außer einer Dokumentation über Yun werden mehrere Werke aufgeführt: am 22. in der Musikhochschule (HfMDK) seine „Chinesischen Bilder“ (1993) und „Gagok“ nach einer altkoreanischen Gattung. Am 26. im HR-Sendesaal Yuns Welterfolg von 1966 „Réak“ und „Engel in Flammen“, dazu Werke Luigi Nonos („Il canto sospeso“) und weiterer Komponisten; in Hanau zudem „Königliches Thema für Violine Solo“ neben Johann Sebastian Bachs „Musikalischem Opfer“.

Hölderlin-Performance

Yun adaptierte Schönbergs Zwölftontechnik, suchte seine Individualität dann aber in der Auseinandersetzung mit Ostasiens Musiktraditionen und einer Tonsprache mit emotionaleren Gehalten.

Grenzüberschreitend ist auch die vom Ensemble Modern komponierte Tanz-Musik-Performance „Hyperion“ nach Hölderlin angelegt (Mousonturm, 22.), die von Kiriakos Hadjjoannou konzipiert und mit Fabrice Mazliah inszeniert wurde. Im Doppelkonzert „Crossing Roads I/II“ (Alte Oper, 23.) bringen „Bridges“-Musiker Schüler mit dem Ensemble Modern und dessen Akademie ins Spiel.

Weitere Aufführungen stellen etwa Werke der türkischen Komponistin Zeynep Gedizlioglu vor. Unter den Interpreten sind Ilan Volkov, die HR-Bigband, Aki Takase, Alexander von Schlippenbach und viele andere.

Cresc . . . Biennale
für Moderne Musik

Vom 22. bis 26. November in Frankfurt (Alte Oper, HR-Sendesaal, HfMDK, Mousonturm), Hanau (Congress-Park), Wiesbaden (Staatstheater,
Nassauischer Kunstverein). Karten (Einzeltickets ab 19 Euro, HR-Pass 33 Euro , Festival-Pass 99 Euro)
unter Telefon (069) 1 34 04 00.
Internet www.cresc-biennale.de

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