Mit Präzision, Disziplin und Eleganz

Ein knappes Urteil über die Art, wie das New York Philharmonic Orchestra in der Alten Oper musizierte, würde lauten: perfekt.
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Auch der deutsche Geiger Frank-Peter Zimmermann ist ein perfekter Musiker. So gelang Beethovens Violinkonzert, zur Eröffnung des Pro-Arte-Konzerts kongenial. Kontrollierte Emotion, stille Eleganz und schöner Ton werden auch ohne Kanten und Extreme diesem singulären Stück in höchstem Maße gerecht. Auch wenn die dynamischen oder motivischen Kontraste, die heutzutage, namentlich von der historisch informierten Aufführungspraxis forciert werden, nicht ohne Reiz sind: Im Vordergrund standen hier die das Konzert prägenden, originellen Ideen Beethovens. Die Paukenschläge zu Beginn, die Satzübergänge, auch die Überleitung aus der Schlusskadenz in das lakonisch formulierte Finale – man genießt es, bewundert den Komponisten und dankt den Interpreten, dass sie sich nicht in den Vordergrund stellen. Zimmermann gab im gleichen, bescheidenen Gestus das Andante aus Bachs a-Moll-Sonate zu.

Das Orchester feiert in diesem Jahr seinen 170. Geburtstag, zählt mit Mahler, Toscanini und Bernstein prominente Musiker unter seine Dirigenten, hat jedoch, aller Repräsentanz und Tradition zum Trotz, mit Alan Gilbert einen jungen Nobody aus den eigenen Reihen zum Chefdirigenten ernannt.

Perfekt ist seine absolute Präzision, die Disziplin, der Sachlichkeit nie verlassende Sound, die stilistische Kompetenz. Die Musiker treffen den "klassischen", ausgewogenen Beethoven-Ton ebenso wie moderne Klänge des 20. Jahrhunderts von Ravel und Strawinsky. Dessen Sinfonie in drei Sätzen, mutet spröde an, etwas unförmig – es war Krieg, nach virtuosen Kabinettstückchen war 1942, als das New York Philharmonic dieses Stück in Auftrag gab, niemandem zumute. In Ravels impressionistischer Daphnis-und-Chloë-Suite zog abschließend großer und reich aufgefächerter Cinemascope-Sound auf. Nach Chabriers "Espana" gab die Blechfraktion noch einen witzigenRagtime zu. Tosender Beifall.Bom

(Andreas Bomba)
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