Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

Nach dreißig Jahren ziehen „A-ha“ den Stecker

„A-ha“ haben den Synthie-Sound der 80er geprägt. Jetzt schalten ausgerechnet sie die Verstärker aus. Das erste Unplugged-Album gibt bekannten Songs neues Leben – und der Band auch.
„A-ha“ klingen unplugged und ohne Synthies wie eine gänzlich andere Band. „A-ha“ klingen unplugged und ohne Synthies wie eine gänzlich andere Band.

Mittsommernächte haben im Norden ihren ganz eigenen Zauber. Die Welt taucht ein in fast gespenstisches Zwielicht. Menschen feiern ausgelassen, es gibt keine Dunkelheit, keinen Morgen. Genau so eine Nacht hat die Popband „A-ha“ für ein Experiment gewählt: Erstmals in ihrer mehr als 30 Jahre langen Karriere schalten die drei Norweger die Verstärker ab und spielen vor Publikum akustisch.

Sie auf das Wesentliche zu reduzieren gibt Welthits wie „The Sun Always Shines On TV“ einen ganz neuen Zauber. Doch es schafft viel mehr: Vor Mitternachtssonne auf der winzigen norwegischen Insel Giske finden „a-ha“, die alternde, oft tief zerstrittene Band, ihren Ton wieder. Die Aufnahmen der zwei intimen Konzerte erscheinen an diesem Freitag (13. Oktober) als MTV-Unplugged-Album „Summer Solstice“.

Die 21 Songs des Unplugged-Albums sind reduziert, doch verlieren daran keineswegs. Sie bekommen allerdings eine melancholische Grundstimmung. „Eine Art Sehnsucht, ein Verlangen sind Teil jedes Liedes“, beschreibt Furuholmen. Unterschwellig seien diese Gefühle schon immer da gewesen. Doch Cello, Viola und sogar Cembalo fördern sie eher zu Tage als Verstärker und E-Gitarren.

Wie sehr sich die Musiker dabei neu erfinden und doch die alten bleiben, zeigt „Take On Me“. Auf Giske spielen die drei ihr Markenzeichen ganz zum Schluss – wie immer, wenn sie live auftreten. Doch akustisch ist die sonst schnelle Uptempo-Nummer ruhig, ja melancholisch, sehnsuchtsvoll. Ein ganz neuer Song. Drei Minuten Magie. So, wie „Take On Me“ vielleicht hätte werden können, wenn „a-ha“ 1985 nicht unbedingt einen kommerziellen Hit hätte haben wollen.

Über diesen Song hätten sie vor den Akustik-Konzerten viel gestritten, sagen Morten Harket, Magne Furuholmen und Pål Waaktaar-Savoy. Allerdings ausnahmsweise mal nicht miteinander. Diesmal hatten sie einen gemeinsamen Gegner, Produzent Lars Horntveth, der ihre Welthits auseinanderpflückte und neu zusammensetzte. „Das führte zu einem Tauziehen zwischen ihm und uns“, erzählt Harket. Die drei wollten die „A-ha“-Signatur erhalten. Horntveth hielt mit eigenen Ideen dagegen. Das habe richtig weh getan, sagt Harket. „Teilweise haben wir ihn gehasst. Und das hat in der Band wirklich etwas bewegt.“

Die Arbeit an den Songs habe die drei zusammengeschweißt wie seit Jahren nicht. Normalerweise versuchen Sänger Harket, Gitarrist Waaktaar-Savoy und Keyboarder Furuholmen so wenig Zeit wie möglich im gleichen Raum zu verbringen. Plötzlich aber gehen sie so selbstverständlich miteinander um wie seit Jahrzehnten nicht. „Wir haben gemerkt, dass wir viel gemeinsam haben“, sagen sie.

Die Band, die sich schon mehrmals trennte und immer wieder zusammenkam, denkt schon lange eher von Projekt zu Projekt. Das Unplugged-Experiment gab ihnen die Möglichkeit, sich alte Lieder neu zu erarbeiten. „Der akustische Rahmen ist eine nacktere Art einen Song zu präsentieren“, sagt Harket.

Die Setlist enthält neben zwei neuen Songs, „This is Our Home“ und „Break in the Clouds“ auch drei selten live gespielte: „This Alone Is Love“, „Over The Treetops“ und „Memorial Beach“. Im Januar und Februar gehen sie mit den neuen Versionen ihrer Songs auf Tour in mehrere Länder. Genug Gelegenheit zu beweisen, dass die mystische Stimmung, ausgehend von ein paar niemals dunklen Sommernächten, auch einen Winter übersteht.

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse