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Film über die ersten Tage nach dem Tod von John F. Kennedy: Natalie Portman spielt „Jackie“

Von In Pablo Larraíns Porträtfilm „Jackie“ geht es um die ersten Tage nach dem Tod von John F. Kennedy und die neue Rolle der stilvoll trauernden First Lady.
„Jackie“ Kennedy (Natalie Portman) folgt mit ihren beiden Kindern John und Caroline an der Hand sowie Schwager Robert (Peter Saarsgaard, hinten) dem Sarg ihres ermordeten Mannes, US-Präsident John F. Kennedy. Foto: bill@graypictures.com „Jackie“ Kennedy (Natalie Portman) folgt mit ihren beiden Kindern John und Caroline an der Hand sowie Schwager Robert (Peter Saarsgaard, hinten) dem Sarg ihres ermordeten Mannes, US-Präsident John F. Kennedy.

Jeder Porträtfilm ist der Versuch, sich in einen bestimmten Menschen hineinzuversetzen. Briefe, Tagebücher und sonstige Notizen können dabei Aufschluss über Gedanken und Gefühle des Porträtierten geben. Doch es wird immer ein Rest an Geheimnis und Unergründlichkeit bleiben, den der Film seinerseits ausgleichen muss. Drehbuchautoren und Regisseure müssen dann all ihr Vorstellungsvermögen und ihre Einfühlsamkeit anstrengen, um die Lücken zu füllen. Am Ende ist bei einem Spielfilm aber nicht die bis ins Kleinste nachprüfbare Wahrheit ausschlaggebend, sondern die unverbrüchliche Wahrhaftigkeit. Ein überzeugend inszeniertes Porträt entlässt seinen Betrachter in dem Glauben, das einzig und allein Gültige gesehen zu haben.

Das soll Jacqueline Kennedy sein? So denkt man anfangs, wenn Natalie Portman mit mittellangem dunklem Haar auf dem Kennedy-Anwesen in Hyannisport (Masschussetts) sitzt und einem Reporter ihre Version des Mordes an John F. Kennedy wiedergibt. Natalie Portman, die israelisch-amerikanische Schauspielerin, zuletzt gerühmt als Tänzerin in „Black Swan“, hat nicht gerade frappierende Ähnlichkeit mit der Präsidentenwitwe. Sie ist lediglich ein ähnlicher Typus: blass und grazil, geradezu zerbrechlich. Doch je länger man Portman dabei zuschaut, wie sie sich von der First Lady in die First Widow verwandelt, desto mehr verfällt man ihrer Darstellungskunst. Denn sie verkörpert das Wesentliche dieser Frau, die als Journalistin Jacqueline Lee Bouvier den Senator Kennedy heiratete und ihm später ins höchste Amt der Vereinigten Staaten folgte: Würde. Und zur Würde gehört deren äußere Erscheinungsform: Eleganz.

Wie diese „Jackie“ sich nach dem Attentat allmählich aus der Starre des Schocks und der tiefsten Trauer löst, wie sie sich gleichsam aufrichtet und Haltung annimmt, um die Bestattung ihres am 22. November 1963 in Dallas erschossenen Mannes zu arrangieren, wie sie dem geplanten Staatsakt offiziellen Stil verleiht und zugleich unmittelbare Menschlichkeit gibt, indem sie mit den beiden kleinen Kindern an der Hand vor den Sarg tritt: Das alles lässt Aura spüren.

Man meint geradezu mitanzusehen, wie der chilenische Regisseur Pablo Larraín („El Club“) seiner Titeldarstellerin seine Anweisungen gibt und Natalie Portman dabei durch das verwaiste Weiße Haus führt, in dem die freudvolle Vergangenheit zu Morbidität zerfällt, während der Tod die Räumlichkeiten bezieht.

Nur kurz weicht der Film seiner liebevoll „Jackie“ genannten Titelfigur von der Seite, um andere Figuren ins Spiel zu bringen: den Schwager Robert Kennedy etwa (Peter Saarsgaard), oder die Freundin und Beraterin Nancy Tuckerman (Greta Gerwig). Stets kehrt die Handlung schnell zurück zu Amerikas oberster Politikergattin. Bemerkenswert, wie sehr sich der Film ihr annähert, ohne der echten Jacqueline Kennedy (1929–1994) zu nahe zu treten. Selbst aus den schwächsten Momenten, in denen die gezeigte „Jackie“ sich wünscht, ihrem Mann sofort ins Grab folgen zu können und einen katholischen Priester (John Hurt) nach dem Sinn des Lebens befragt, erwächst erkennbare Charakterstärke. Größe. Glanz. Doch bleibt über allem eine abgrundtiefe Traurigkeit liegen. Wie ein schwarzer Schleier. Herausragend

 

Frankfurt: Cinema

 

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