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Netrebko muss noch "Wagner-Deutsch" lernen

Vor etwas mehr als zehn Jahren begann ihr Aufstieg zur globalen Primadonna: Anna Netrebko (41) hat fast vier Millionen CDs verkauft und ist heute der Inbegriff der Operndiva.
Die Stimme der Sopranistin Anna Netrebko ist dunkler geworden. Foto: Armin Weigel Die Stimme der Sopranistin Anna Netrebko ist dunkler geworden. Foto: Armin Weigel
Berlin. 

Seit ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen und an der Metropolitan Opera in New York 2002 erobert sich die Russin die Welt - und das Repertoire. Zum Verdi-Jubiläum hat Anna Netrebko wieder eine CD aufgenommen - ein Wendepunkt in ihrer Karriere, wie sie in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Frage: Frau Netrebko, Sie legen nun ihre erste Studio-CD nach fünf Jahren vor...

Antwort: An sich fand die Aufnahme nicht im Studio statt, sondern im Teatro Regio in Turin. Aber ja, wir haben in Studio-Atmosphäre aufgenommen. Da können wird eingreifen und korrigieren, wenn eine Passage nicht so geglückt ist.

Frage: Und dann gleich ein ganzes Verdi-Album?

Antwort: Das war eine völlig spontane Entscheidung. Ich wollte mal etwas Neues versuchen, da ich ja dieses Repertoire nie auf der Bühne gesungen habe. Und natürlich wollten wir Giuseppe Verdis 200. Geburtstag feiern. Meine Stimme ist dazu bereit.

Frage: Inwiefern?

Antwort: Meine Stimme ist in den letzten Jahren tiefer und dunkler geworden. Da musste ich reagieren und das Programm ändern. Ohne Technik geht das natürlich nicht, sonst ruiniert man die Stimme in kürzester Zeit.

Frage: Sie singen Rollen wie etwa die französischen Freiheitsheldin Jean D'Arc oder die machthungrige Lady Macbeth - das sind ja ziemlich heftige Rollen...

Antwort: Stimmt. Aber sie passen zu mir. In den Arien aus frühen Verdi-Opern wie «Macbeth» fühle ich mich wohl und kann die Koloraturen voll aussingen.

Frage: Bedeutet das, dass Sie die «Traviata» nie wieder singen werden?

Antwort: Das kann ich nicht ausschließen, aber diese Oper steht momentan nicht auf meinem Programm.

Frage: Auf der neuen CD erscheinen Sie mit stark bearbeiteten Fotos. Im Internet gibt es bereits Fankritik, dass das so unnatürlich aussieht.

Antwort: Das war ja gerade die Idee: So künstlich wie möglich auszusehen. Es war ein Experiment, auf das wir sehr viel Zustimmung bekommen haben, aber es gibt natürlich auch Gegenstimmen. Es tut mir leid, wenn es einigen nicht gefällt - ändern kann man das jetzt sowieso nicht. Das nächste Cover wird auf jeden Fall anders (lacht).

Frage: Im Jahr 2016 werden Sie mit Christian Thielemann die Partie der Elsa in «Lohengrin» übernehmen, Ihre erste Wagner-Rolle.

Antwort: Streng genommen ja nicht. Vor Jahren habe ich bereits ein Blumenmädchen in «Parsifal» gesungen. Aber, ja, es stimmt: Es ist der erste große und wichtige Auftritt in einer Wagner-Oper. Das einzige Problem dabei ist, dass ich dieses komplizierte Wagner-Deutsch lernen muss, das bereitet mir noch einige Sorgen. Aber ich arbeite hart, damit ich es schaffe!

Frage: Auf dieser CD singen Sie erstmals nach Jahren eine Arie aus dem «Troubadour» mit Rolando Villazón - eine Neuauflage des «Traumpaars»?

Antwort: Ich bin wahnsinnig dankbar, dass Rolando mit mir gesungen hat! Ob wir das in Zukunft öfters tun werden, weiß ich noch nicht. Unsere Repertoire ist recht verschieden. Aber natürlich sollte man nie nie sagen!

(Von Esteban Engel, dpa)
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