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Comic-Verfilmung „Doctor Strange“: New York wird klein gemacht

Von Unter der Regie von Scott Derrickson begibt sich der Egozentriker „Doctor Strange“ in den Himalaya, wo er schwarze Magie mit fernöstlicher Zauberkraft zu vereinen lernt.
Der Nervenchirurg Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) trägt seinen roten Zaubermantel, wenn er die Welt durch seine Hexerei in Atem hält und die finstersten Mächte das Fürchten lehrt. Foto: Jay Maidment Der Nervenchirurg Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) trägt seinen roten Zaubermantel, wenn er die Welt durch seine Hexerei in Atem hält und die finstersten Mächte das Fürchten lehrt.

Lange vor „Harry Potter“ schlug ein Zauberlehrling die Jugend in Bann. Im Jahr 1963 bereicherten die Comic-Künstler Steve Ditko und Stan Lee das Marvel-Universum durch eine faszinierende Figur, die schwarze Magie mit fernöstlicher Mystik kombiniert. „Doctor Strange“ ist kein Superheld im klassischen Sinne. Ähnlich wie Tony „Iron Man“ Stark tritt der gefeierte Arzt Stephen Strange zunächst äußerst egozentrisch und blasiert auf – bis ein schwerer Autounfall seine begnadeten Chirurgenhände zertrümmert. Auf der Suche nach einem Heilmittel landet Strange auf den Gipfeln des Himalaya. In einem verborgenen Kloster trifft er einen alten Priester, genannt „Ancient One“, der ihn zum Obersten Zauberer der Menschheit und Beschützer der Erde ausbildet. Eingehüllt in einen magischen Mantel, stellt „Doctor Strange“ die Welt buchstäblich auf den Kopf, da er die Fähigkeit besitzt, ganze Häuserzeilen aus den Angeln zu heben und umzuformen, als bestünden sie aus Knetgummi. Seine Abenteuer hatten eine bewusstseinserweiternde Wirkung, die besonders unter Studenten auf Begeisterung stieß. Steve Ditkos oftmals surrealistische Zeichnungen erinnerten gar an Meisterwerke eines Salvador Dalí.

Eine erste Verfilmung Ende der 70er Jahre musste scheitern, da die Tricktechnik nicht ausgereift genug war, um den seltsamen Doktor ins rechte Licht zu rücken. Dank heutiger Computer-Magier erwachen die Comics auf atemberaubende Weise zum Leben. Die mittlerweile vierzehnte Marvel-Produktion erweitert den Kanon um einen staunenswerten Bildersturm, der als Mischung aus „Matrix“ und „Inception“ einen neuen Maßstab der Effektkunst aufstellt. Wenn Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) gegen den Schurken Kaecillius (Mads Mikkelsen) antritt, dabei die Schwerkraft aufhebt und die Wolkenkratzer-Landschaft New Yorks wie eine Postkarte ineinander faltet, stößt der Film in Dimensionen vor, die man nie zuvor im Kino gesehen hat. Da staunt sogar Altmeister Stan Lee, der einen Gastauftritt als Buspassagier absolviert. Auch auf inhaltlicher und schauspielerischer Ebene kann das Fantasy-Spektakel überzeugen. Einmahl mehr bezaubert der großartige Benedict Cumberbatch mit Charme und Witz.

Überdies gelingt es dem 40-jährigen Briten, der Titelfigur jene noble Arroganz zu verleihen, die bereits seine „Sherlock-Holmes“-Interpretation auszeichnete. An seiner Seite glänzt Tilda Swinton als androgyne „Ancient One“. Chiwetel Ejiofor gibt den undurchsichtigen Zauberschüler Mordo, und Rachel McAdams verkörpert die unglückselige Strange-Geliebte Christine. Für Lacher sorgt Benedict Wong in der Rolle eines schlagkräftigen Mönchs, während der „James-Bond“-erprobte Däne Mads Mikkelsen einen herrlich sinistren Schwarzmagier mimt, der die Tore zur „dunklen Dimension“ aufstößt.

Regisseur Scott Derrickson, erfahren im Horror-Genre („Sinister“), erzählt die Geschichte trotz Handlungsfülle erfreulich straff und bleibt unter der magischen Zwei-Stunden-Marke. Damit sorgt er nicht nur für anhaltende Kurzweil, sondern weckt gleichzeitig Lust auf weitere Episoden. Mehr kann man vom Start einer Comic-Serie nicht verlangen. Bis zur angedeuteten Fortsetzung wird „Doctor Strange“ aber erst einmal in den Kosmos der „Avengers“ eingegliedert. Im übernächsten Jahr schwingt er das Cape an der Seite von Tony Stark im heißersehnten Ensemble-Film „Infinity Wars“. Herausragend

 

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos, Metropolis. Sulzbach: Kinopolis (D+E). Limburg: Cineplex. Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+E). Mainz: Cinestar

 

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